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VfB Stuttgart: Bruno Labbadia weg - Thomas Schneider übernimmt

Stuttgart reagiert auf den Fehlstart und entlässt Labbadia, sein Nachfolger wird der Ex-VfB-Profi und bisherige U17-Coach Thomas Schneider.

Stuttgart. Ein altbekanntes Eigengewächs soll beim angeschlagenen VfB Stuttgart eine neue Zeitrechnung einläuten: Thomas Schneider wurde am Montagnachmittag als neuer Trainer des Fußball-Bundesligisten und Nachfolger des wenige Stunden zuvor entlassenen Bruno Labbadia vorgestellt.

"Das ist eine große Herausforderung für mich, die ich mit Respekt angehen werde", sagte der sichtlich nervöse 40-Jährige bei seiner Präsentation in der Mercedes Benz Arena. Schneider soll wieder die Aufbruchsstimmung bei den Schwaben verbreiten, die nicht erst nach der vierten Pflichtspielniederlage in Folge unter seinem Vorgänger verloren gegangen war.

Bobic: "Schwere Entscheidung"

"Wir haben aus sieben Spielen nur einen Sieg geholt. Die Auftritte der letzten Wochen - auch meine Eindrücke aus dem Trainingslager - haben die Erkenntnis reifen lassen, dass der Trainer die Mannschaft nicht mehr erreicht", begründete Sportvorstand Fredi Bobic die "schwere Entscheidung", Labbadia in der Nacht nach der 1:2-Pleite beim FC Augsburg zu entlassen.

Wenige Stunden zuvor hatte sich diese Entscheidung bereits in den Katakomben des Augsburger Stadions abgezeichnet. Stoisch und niedergeschlagen hatte Bobic die dritte Pleite im dritten Ligaspiel kommentiert, bis die Frage nach Labbadias Zukunft gestellt wurde. "Das ist dumm und respektlos!", fauchte Bobic mit einem Funkeln in den Augen, machte auf dem Absatz kehrt und ging davon.

"Total überzeugt" von Schneider

19 Stunden später wurde Schneider vorgestellt und der Aufbruch in eine bessere Zeit heraufbeschworen. "Alle im Verein sind total überzeugt, dass Thomas und sein Trainerteam die Blockaden lösen, die man in den letzten Spielen erkennen konnte, und den Verein in eine gute Zukunft führen", sagte Bobic bei der Vorstellung von Schneider, dem die Assistenten Alfons Higl und Tomislav Maric zur Seite stehen werden. Das Trio erhielt Verträge bis Sommer 2015. "Sie leben den Verein und kennen ihn von innen und außen", sagte Bobic.

Bereits mit zehn Jahren war Schneider zum VfB gestoßen und hatte dort alle Jugendmannschaften durchlaufen. In der Saison 1991/92 debütierte er bei den Profis und war gleich am Gewinn der deutschen Meisterschaft beteiligt. 1997 folgte der Gewinn des DFB-Pokals, im Jahr darauf erreichte der VfB das Finale des Europapokals der Pokalsieger. Das Ende seiner aktiven Karriere erlebte Schneider 2005 in Hannover, wohin er 2003 gewechselt war. Über seine erste Trainerstation beim FC Dingolfing kam er zurück nach Stuttgart, wo er seit 2011 die U17-Auswahl erfolgreich betreut hatte.

Keine Übergangslösung

Dass Schneider als Trainer der Profis keine Übergangslösung sein soll, machte Bobic ebenfalls deutlich. Der Zweijahres-Vertrag soll die nötige Sicherheit garantieren. Doch Zeit hat Schneider kaum, um das verunsicherte Team in die Spur zu bringen. Bereits am Donnerstag steht das nächste richtungweisende Spiel an: Im Rückspiel gegen HNK Rijeka (Hinspiel: 1:2) geht es um viel Geld und Prestige.

Schneider erkennt in der Partie jedoch weniger die Gefahr als die Chance: "Ich beschäftige mich nicht damit, dass es schiefgehen könnte. Wir sind stark genug, den Gegner deutlich zu besiegen. Das ist eine Gelegenheit, zum Turnaround und dazu, den Schwung mit ins Wochenende zum Derby gegen Hoffenheim zu nehmen."

Jugend soll "besseres Standing bekommen"

Ansonsten gab sich Schneider als Antipode zu seinem Vorgänger. Er habe sich "auf die Fahne geschrieben, dass unsere Jungs ein besseres Standing bekommen als das zuletzt der Fall war", sagte er; Schneider will also wieder mehr auf die eigene Jugend setzen. Er wolle mutig und ballsicher spielen lassen, "mit ständiger Angriffsbereitschaft" - auch das war unter Labbadia zuletzt nicht der Fall.

Die Defensive, die aufgrund der Verletzungen der Innenverteidiger Serdar Tasci und Georg Niedermeier neu aufgestellt ist, strahlte im bisherigen Saisonverlauf keine Sicherheit aus. Dem Spielaufbau fehlt es an Tempo, Kreativität und einer klaren Struktur. Noch schlimmer: Die Mannschaft zeigte in regelmäßigen Abständen eine erschreckend schwache Einstellung. "Ein guter Mix aus konzentriertem Arbeiten und einer gewissen Lockerheit" soll das laut Schneider ändern.

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