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Eric Abidal keinen neuen Vertrag zu geben, kommt Barcelona teuer zu stehen. Nun muss Spaniens Meister viel Geld in die Hand nehmen, um einen Spieler ähnlicher Qualität zu bekommen.

KOMMENTAR
Von Robin Bairner

Der FC Barcelona hat einen Fehler begangen. Einen großen Fehler. Und nun, da der Vorhang des Transferfenster so langsam zu fallen beginnt, da sind sie sich dessen mehr und mehr bewusst.

Als die Spanier Eric Abidal ablösefrei zum AS Monaco ziehen ließen, zu jenem Klub also, bei dem dieser einst als Profi debütiert hatte, da hatten sie das Vertrauen in seine Fähigkeiten verloren. Der 33-Jährige, der zweimal den Kampf gegen den Krebs gewonnen hat, ist zwei Monate später wieder Teil der französischen Nationalmannschaft und er wirkt genau wie jener Verteidiger, den Barcelona im Moment händeringend sucht.

Verzweiflung, so wirkt es, steigt bei den Katalanen auf. David Luiz ist derjenige, der Abidal beerben soll. Der Brasilianer pflegt einen extravaganten Spielstil, aber er verkörpert nicht die Verlässlichkeit des erfahrenen Franzosen, die für Barcelonas Defensive so wichtig ist.

Imposantes Comeback

ABIDALS KARRIERESTATISTIKEN
Klub
Monaco (2000-02)

Lille (02-04)

Lyon (04-07)

Barcelona (07-13)

Monaco (13-heute)
Einsätze
26


68

107

193


1

Tore
0


0

2

2


0

Abidals Nominierung für Frankreichs Nationalelf 18 Monate nach dem letzen seiner 61 Länderspiele ist gewiss eines der bemerkenswerten Sportcomebacks in der letzten Dekade. Es zeigt, welche gewichtige Rolle er nach wie vor in den Plänen von Trainer Didier Deschamps spielt und es zeigt auch, wie schnell er sich von seiner Lebertransplantation und dem Aus bei Barcelona erholt hat.

Der Ex-Spieler von Olympique Lyon war in seiner körperlichen Hochphase ein bärenstarker Linksverteidiger. Mittlerweile ist er zu einem erfahrenen Innenverteidiger gereift. Deschamps sieht ihn bei „Les Bleus“ als erfahrenen Anführer und Ruhepol in einem Team, dem es angeblich an Leadern fehlt und das von Egoisten dominiert wird. Mit Abidal soll Glaubwürdigkeit wiederhergestellt werden, denn die französische Öffentlichkeit vertraut dem Team seit langer Zeit nicht mehr. Abidal ist keineswegs dafür gedacht, den Kader aufzufüllen, vielmehr wird er am Mittwochabend im Freundschaftsspiel gegen Belgien neben Laurent Koscielny in der Startformation stehen.

Seine Leistungen in den bisherigen Einsätzen für Monaco waren tadellos. Gemeinsam mit Ricardo Carvalho bildet er ein kompromissloses Duo im Defensivzentrum. Beispielhaft dafür war die bärenstarke Vorstellung am letzten Samstag gegen Girondins Bordeaux, Abidals erstem Match in der Ligue Un nach sechs Jahren Abwesenheit.

Blendender Einstand bei seinem Heimatklub

Abidals Auftritt war praktisch ohne Fehler. Er antizipierte blendend und wirkte körperlich voll auf der Höhe. Am Ball hatte er keine Probleme. Lediglich bei einem gegnerischen Konter lief er hinterher. Er sah aus wie ein Spieler, der ohne Probleme auch auf Topniveau für Barca glänzen könnte.

Ein paar hundert Meilen westlich dürfte Barcelonas Trainer Tata Martino die Nachricht von Abidals Renaissance mit gemischten Gefühlen vernommen haben.

Abidal hatte sich im vergangenen Jahr einer Lebertransplantation unterziehen müssen und es wirkte damals unwahrscheinlich, wenn nicht sogar unmöglich, dass er nochmals auf Spitzenniveau Fußball spielen könnte. Seinem starken Charakter hat er es zu verdanken, dass er überhaupt zurückkam und seine Klasse hat ihm dabei geholfen, so schnell wieder auf sein altes Level zu gelangen.

Für Barca wird es teuer

Im Camp Nou sind sie dagegen noch immer auf der Suche nach seinem Nachfolger. Chelsea fordert von den Katalanen 50 Millionen Euro für Luiz. Ein stolzer Preis und Chelsea setzt damit deutlich auf Barcelonas Verzweiflung. Zu Recht, denn Barca braucht angesichts Carles Puyols zunehmender Verletzungsanfälligkeit einen weiteren Partner für Gerard Pique.

Sicher, Abidal hätte über kurz oder lang ersetzt werden müssen, doch Barcelonas Planungen wirken nicht sehr vorausschauend. Auch wegen Puyols Problemen hätte ein neuer Verteidiger längst verpflichtet sein sollen. Nun muss der Klub vermutlich einen Spieler deutlich über Marktwert kaufen, der nicht einmal voll und ganz das verkörpert, was die Mannschaft wirklich braucht.

Dani Alves kommentierte Abidals Abschied bei RAC 1 so: "Eric wird immer ein Beispiel sein, dem ich folgen werde." Alves ist nicht der Einzige, für den Abidal eine Inspiration ist. Frankreichs Nationalteam wird durch ihn bereichert, ebenso wie Barcelona nun etwas fehlt.

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