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Christoph Daum steht vor der Rückkehr in sein gelobtes Land: Der 59-Jährige hat mit Ex-Meister Bursaspor aus der türkischen Fußball-Eliteklasse eine grundsätzliche Einigung.

Köln. Auf ein Angebot aus der Fußball-Bundesliga hat Christoph Daum vergeblich gewartet, jetzt zieht es den 59-Jährigen wieder in sein gelobtes Land: 15 Monate nach Ende seines Engagements beim FC Brügge hat Daum mit dem ehemaligen türkischen Fußball-Meister Bursaspor grundsätzliche Einigung erzielt.

"Aus der Bundesliga kam überhaupt nichts, oder auch aus England. Ich hätte die Bundesliga präferiert. Die Türkei ist dann der zweite Markt, den ich bestens kenne", sagte Daum im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst SID.

Verbittert ist Daum deswegen nicht. Das sei eine sachliche Feststellung. "Auch aus der Premier League hatte ich keine Angebote. Ich bin zwar nach England gereist und habe da Networking gemacht, aber keinen Fuß in die Tür bekommen", räumte Daum ein.

Fünftes Türkei-Engagement

Daher steht er nun vor seinem fünften Engagement in der Türkei. Je zweimal hat er Besiktas Istanbul und dessen Stadtrivalen Fenerbahce trainiert - beide Vereine führte er zur Meisterschaft. "Ich habe dort gute Erfahrungen gemacht, kenne das Land und die Leute. Letzendlich ist es aber immer eine Frage des Angebots und der Nachfrage", sagte Daum, dem auch Angebote "aus dem chinesischen Bereich, dem arabischen Bereich und der Ukraine" vorlagen.

Mit Bursaspor ist er sich nun einig, es müssen nur noch letzte Details geklärt werden. "Grundsätzlich haben der Verein und ich alles besprochen. Es kommt dann nur auf das niedergeschrieben Vereinbarte an. Ich habe die Dinge aus meiner Sicht klar formuliert", sagte Daum. Am Montagabend wartete Daum in Köln allerdings noch auf die Unterlagen: "Solange die nicht da sind, macht es für mich keinen Sinn, wieder nach Bursa zu fliegen." Viel Zeit bleibt nicht: Schon am Sonntag startet der Vierte der vergangenen Saison mit einem Auswärtsspiel bei Eskisehirspor in die neue Spielzeit.

Blamables EL-Quali-Aus für Buraspor

Der Traum von der Teilnahme an der Europa League platzte für Bursaspor derweil schon in der Qualifikation. Nach dem blamablen Aus gegen den serbischen Vertreter Vojvodina Novi Sad (2:2 und 0:3) wurde Trainer Hikmet Karaman entlassen.

Daum sieht trotzdem großes Potenzial: "Der Klub ist eine der Top-Adressen in der Türkei, ein Verein, der es schafft, auch echte Topstars zu verpflichten. Ohne das Aus hätte es da keinen Trainerwechsel gegeben. Jetzt haben sie einen erfahrenen und erfolgreichen Trainer wie eben Christoph Daum gesucht. Sie haben ein Jahr Pause, im nächsten Jahr wollen sie dann wieder international präsent sein."

Auf seinem Weg zurück in die Türkei kann Daum auch der Konflikt zwischen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und der aufbegehrenden Jugend am Bosporus nicht aufhalten. "Sport und Politik kann man nicht trennen, man sollte sie aber auch nicht zu stark vermischen. Es gibt Spannungen dort, die im Konsens gelöst werden müssen. Die Türkei entwickelt sich rasant, und die Spannungen gehören zu einer Demokratie. Das muss eine Demokratie aushalten", sagte der Coach.

EURE MEINUNG: Wird Daum bei seinem erneuten Engagement in der Türkei erneut Erfolge erzielen?

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