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Der Sportdirektor von Bayer Leverkusen sieht den FC Bayern auf Jahre enteilt. Für die Werkself bliebe angesichts dieser Dominanz nur ein Nischenplatz.

Leverkusen. Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler hat seine These erneuert, dass die Stellung von Triple-Sieger Bayern München zementiert ist. Angesichts dieser Konstellation sieht der frühere Bundestrainer seinen Verein in einer Nische. Um Platz drei der Vorsaison zu wiederholen, kündigte Völler weitere Transfers an.

"Bayern haben Sonderstellung"

"Die Bayern sind momentan die beste Mannschaft der Welt, und mit den Neuzugängen haben sie sich sicherlich nicht verschlechtert. Sie haben eine Sonderstellung in der Bundesliga", sagte Völler im Interview mit Sport1 und bekräftigte so seine jüngste These, wonach die Münchner die Konkurrenz erdrücken könnten.

"Unser dritter Platz in der letzten Saison ist etwas untergegangen, weil die Bayern und Dortmund im Champions-League-Finale standen", klagte Völler, der glaubt, dass Bayer Leverkusen versuchen müsse, hinter diesen beiden Vereinen seine "Nische zu finden". Diese setzt Völler aufgrund der Entwicklung der letzten Jahre "zwischen Platz drei und sieben" an.

"Der dritte Platz ist mehr wert als ein Pokalsieg"

Dabei richtet der gebürtige Hesse den Blick eher nach unten als nach oben: Bayer müsse auf die Vereine hinter sich achten. "Schalke, Stuttgart, Wolfsburg oder Hamburg. Das sind unsere Hauptkonkurrenten", so Völler.

Der dritte Platz hat für den 53-Jährigen einen ganz besonderen Stellenwert: "Er ist mittlerweile mehr wert als ein Pokalsieg." Zwar habe man nichts in der Hand, aber "ich würde einen Platz in der Champions League nicht gegen einen Pokalsieg tauschen. Wenn du die Champions League erreichst, ist das wie ein Titel."

Weitere Transfers sollen folgen

Für die kommende Saison sieht Völler die Werkself besonders in der Breite gut aufgestellt: "Mit den letzten Transfers von Roberto Hilbert und Emir Spahic sind wir, vor allem im hinteren Bereich, erst einmal gut besetzt." Hinzu kommt in der Offensive unter anderem der Schürrle-Nachfolger Heung-Min Son, den man dem Neu-Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang vorgezogen habe: "Wir waren an ihn dran, aber wir wollten Son."

Der Weltmeister von 1990 kündigte allerdings an, dass noch weitere Transfers folgen würden: "Wir werden auf jeden Fall noch etwas im offensiven Bereich tun. Es kann ein Perspektivspieler oder ein gestandener Profi sein, es können auch zwei Spieler werden."

Aufstieg zur Marke

Insgesamt ist der 53-Jährige zufrieden mit der Entwicklung des Vereins in seiner Ägide: "In den 80ern und 90ern wurde Bayer Leverkusen noch etwas schräg angeguckt. Heute ist das ganz anders." Trotz seiner nach wie vor überschaubaren Fanbasis werde Bayer als eigene Marke wahrgenommen. Völler: "Uns kennt deutschland-, europa- und weltweit jeder."

Der 90-malige Nationalspieler ist seit 2005 in zweiter Amtszeit Sportdirektor von Bayer Leverkusen. Zuvor füllte er diese Aufgabe bereits zwischen 1996 und 2000 aus, ehe er vier Jahre lang die deutsche Nationalmannschaft trainierte.

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