thumbnail Hallo,
Sportdirektor Oliver Kreuzer hat das Tauziehen um Johan Djourou für den HSV gewonnen

Hamburger SV bläst zur Attacke: Mit neuem Personal in den Europacup

Sportdirektor Oliver Kreuzer hat das Tauziehen um Johan Djourou für den HSV gewonnen

Getty Images

Sportdirektor Oliver Kreuzer hat das Tauziehen um Johan Djourou für den Hamburger SV gewonnen. Zwei Verstärkungen sollen noch kommen, um das große Saisonziel Europacup zu erreichen

Hamburg. Die Zeit der hanseatischen Zurückhaltung ist vorbei, der Hamburger SV schaltet in den Angriffsmodus. Wenige Tage vor dem Trainingsstart bläst der HSV zur Attacke auf die internationalen Plätze und gibt auf dem Transfermarkt Gas. Durch die Einigung mit Arsenal-Verteidiger Johan Djourou hat Sportdirektor Oliver Kreuzer nur 16 Tage nach seinem Amtsantritt eine erste Duftmarke gesetzt.

Tauziehen erfolgreich beendet

Nach tagelangem Tauziehen mit dem Nordrivalen Hannover 96 verständigten sich Kreuzer und der Schweizer Nationalspieler auf einen Wechsel. "Ich bin mir der Sache sicher", sagte Kreuzer und bezeichnete den gebürtigen Ivorer als "große Lösung für die Abwehr". Der 26 Jahre alte Djourou kommt zunächst für ein Jahr auf Leihbasis, danach soll der HSV eine Kaufoption erhalten. Der Medizincheck ist für Montag, den offiziellen Start in die Saisonvorbereitung, vorgesehen.

Djourou ist nach Stürmer Jacques Zoua (21/vom FC Basel) die zweite Neuverpflichtung Kreuzers in dieser Woche. Unaufgeregt und ohne viel Tamtam fädelte der 47 Jahre alte ehemalige Bayern-Profi seine ersten Deals ein. In den kommenden Tagen sollen Einigungen mit den beiden verbliebenen Wunschkandidaten Roque Santa Cruz (31/Manchester City) und Lasse Sobiech (22/Borussia Dortmund) folgen. Nach dem Abgang von Sturmjuwel Heung-Min Son (20) zu Bayer Leverkusen gilt vor allem Angreifer Santa Cruz als Schlüsselspieler.

Guter Draht zu Thorsten Fink

In den Verhandlungen macht sich Kreuzers guter Draht zu Trainer Thorsten Fink bemerkbar. Der Einfluss Finks, der für Kreuzer im Hamburger Kandidaten-Casting um den Sportchef-Posten öffentlich Partei ergriffen hatte, ist unübersehbar. Er war es, der den Kontakt zu Zoua herstellte. Und er ist es, der in persönlichem Kontakt zu Santa Cruz steht.

"Oliver arbeitet gut mir zusammen", sagte Fink der Sport Bild: "Er versucht, meine Ideen umzusetzen - aber nur die, bei denen wir übereinstimmen." Und auch Kreuzer, der beim HSV einen Dreijahresvertrag besitzt, betont: "Wir schätzen uns und passen gut zusammen." Der Bundesliga-Novize hatte den erfahrenen Jörg Schmadtke (nun 1. FC Köln) bei den Bewerbungsgesprächen vor dem Hamburger Aufsichtsrat Ende Mai ausgestochen und den Zuschlag für die Nachfolge des Dänen Frank Arnesen erhalten.

Große Fehlgriffe darf sich das sportliche Führungsduo allerdings nicht erlauben. Nach Jahren der sportlichen Mittelmäßigkeit und vier Spielzeiten ohne Europacup-Qualifikation gibt es bei den Norddeutschen nur ein Ziel. "Ganz klar Europa. Ich bin jetzt fast zwei Jahre beim HSV und kenne die Mannschaft sehr gut. Wenn sie aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat, werden wir einen Sprung nach oben machen. Das war von Anfang an unser Plan. Abstieg vermeiden, konsolidieren, wieder angreifen", sagte Fink der Bild-Zeitung.

Ladenhüter im Team

Zu einem Problem könnte das Überangebot an überbezahlten Ladenhütern werden. Marcus Berg, Robert Tesche und Gojko Kacar wurden von Kreuzer und Fink zwar vom Training supendiert, doch bisher fand sich kein Abnehmer für das Bankdrücker-Trio. Tesche, der zuletzt in der Rückrunde an Fortuna Düsseldorf ausgeliehen war, besitzt beim HSV noch einen Vertrag bis 2014, ebenso wie Berg. Kacars Vertrag läuft noch bis 2015.

Eure Meinung: Wird Johan Djourou den HSV entscheidend nach vorne bringen?

Dazugehörig