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Hulk: Wird er Russland verlassen und in die Premier League wechseln?

Ultimative Transferziele des Sommers: Hulk

Hulk: Wird er Russland verlassen und in die Premier League wechseln?

Getty Images

Es lief nicht alles glatt für Hulk, seitdem er im letzten Jahr nach Russland gegangen ist. Dennoch wird er weiterhin mit einem Chelsea-Wechsel in Verbindung gebracht.

ANALYSE
Von Rupert Fryer

Es fühlte sich wie der entscheidende Moment in einer Karriere an, die vielversprechend war und bereits überzeugen konnte. Wie viele vor ihm, war Givanildo Vieira de Souza zu groß geworden für den FC Porto: Der Hulk wurde zum Monster. Es war Zeit, den nächsten Schritt zu machen.

Er hatte einfach alles und terrorisierte die portugiesischen Abwehrreien mit Witz und Tricks genauso wie brutaler Stärke und einschüchternder Athletik. Er besitzt alle rohen Zutaten eines Weltklasse-Spielers des modernen Fußballs: Schnelligkeit, Kraft, Können, großartig im Eins-gegen-Eins, immer jeden Weg gehen zu können, das Auge für den Pass und diesen auch spielen zu können und ein linker Fuß, der die Defensiv-Mauern in ganz Europa zum Erschaudern bringt.

Hulk trifft falsche Entscheidungen

Naja, fast alles. Weil es für jede Situation, in der er seine Fans mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen zu Jubeln bringt, auch eine gibt, die sie frustriert den Kopf auf die Tischplatte schlagen lässt.

HULKS KARRIERE-STAISTIKN
  TEAM JAHR EINSÄTZE TORE
Vitoria 2005/06 1 0
Consadole Sapporo 2006/07 38 25
Tokyo Verdy 2007/08 42 37
Kawasaki Frontale 2008 2 0
Tokyo Verdy 2008 11 5
  FC Porto 2008-12 169 78
   Zenit St Petersburg 2012/13 30 11
"Sie müssen verstehen," sagte der große Arrigo Sacchi einmal, "Stärke, Leidenschaft, Technik, Athletik ... all das ist sehr wichtig. Aber sie weisen auf ein Ganzes hin und sind nicht alles an sich."

Ob es nun der falsche Pass war, für den er sich entschied oder ein Schuss aus dreißig Metern, wenn der Coach bereits reinen Ballbesitz als Marschroute ausgegeben hatte, einen gegenerischen Verteidger stellte und außerirdische Tricks versuchte, wenn er einfach nur den Kollegen vom Tor hätte anspielen müssen oder den Ball in den Rückram spielen und auf die Abstauber hätte warten müssen. Hulk hat die Tendenz, die falschen Entscheidungen zu treffen.

Für Geld nach Russland

Als Zenit St. Petersburg mit einem Angebot um die Ecke kam, das nachfolgend eine Höhe von 60 Millionen Euro gehabt haben soll, machte er keinen Schritt nach vorn - eher einen Seitschritt. Danach gab er zu, dass der Wechsel hauptsächlich finanzielle Gründe hatte. "Ich will nicht lügen", sagte er, "ich musste den Moment nutzen, als Zenits finenzielles Angebot kam."

Das Leben in Russland startete nicht gut für den 26-Jährigen. Sein Mammut-Gehalt trennte ihn sofort von seinen neuen Mitspielern. "Ja, der Verein hat gute Spieler geholt", sagte Kapitän Igor Denisov. "Aber glaubt ihr, sie sind so viel besser als wir und sollten das Dreifache unseres Gehalts verdienen?"

Schwerer Stand bei den Kollegen

"Die anderen Spieler begannen sofort, mich zu verurteilen, obwohl sie mich nicht einmal kannten," sagte Hulk. "Sie wollten, dass ich der Star bin." Er hat nicht als solcher agiert, besonders in der Champions League, wo seine Alleingänge, die Zenit in die nächste Runde bringen sollten, am häufigsten in Peinlichkeit und nicht in Jubel endeten.

Es war eine Feuertaufe - und zwar so eine enorme, dass er nur Wochen nach seiner Ankunft schon öffentlich über einen Abgang nachdachte.

Chelsea hatte Interesse geäußert, genauso Tottenham. Er wurde ebnfalls mit Barcelona in Verbindung gebracht, während Jose Mourinho als Bewunderer Hulks bekannt ist und ihn damals zu Real ziehen wollte. Aber keiner wollte damals die Ablöse zahlen, die Porto vorschwebte. Hulks primitiver Zugang zum Spiel hatte sie abgeschreckt. Es wäre ein zu großes Wagnis gewesen.

Seine internationale Form war genauso sprunghaft. Brasilien-Trainer Mano Menezes nahm ihn für die Olympischen Spiele raus, um Marcelo hinten links mehr Schutz zu bieten.

Nicht mal Rasenplätze in Russland

Während sich Hulks Leistungen und Leben seitdem in Russland verbessert haben - man muss erwähnen, dass er mal wieder Rasenplätze genießen kann, seitdem das Wetter da drüben etwas besser geworden ist - aollte er jemals sein volles Potenzial ausschöpfen können, ist ein Wechsel zu Europas Elite immer noch ein Muss.

Egal obes nun unwahrscheinlich scheint, dass irgendjemand in der Lage sein wird, ihn von Zenit wegzukaufen, Hulk selbst will einen Wechsel zu Chelsea nach dem Confed Cup nicht ausschließen.

Weniger als 12 Monate von 4,5 Jahren Vertrag in St. Petersburg sind erst um, jeder Interessent müsste auch ein Gehalt von fünf Millionn Euro im Jahr locker machen.

Chelsea hat die Nase vorn

Trotz der guten Beziehung zu Andre Villas-Boas, die während der gemeinsamen Zeit bei Porto entstand, die finanziellen Eckpunkte des Deals lassen Tottenham als einen möglichen Käufer ausscheiden, selbst wenn sie noch Bale verkaufen und das große Geld machen. Big-Spender Monaco hat ebenfalls Interesse geäußert, aber Chelsea scheint noch immer die Nase vorn zu haben, sollte er sich dazu entscheiden, die Russische Premier League zu verlassen.

Als Spieler braucht Hulk einen größeren Teich, einen, in dem er sich neben anderen großen Namen und noch größeren Chrakteren aufstellen kann statt vor ihnen - eine Umwelt, in der er ein Teil des Kollektivs werden könnte und dazu gezwungen wäre, als solches zu fuunktionieren.

Ein Wechsel in die Premier League würde zweifelsohne zu seinem physischen, dynamischen Spielstil passen und ihn auch für Brasilien wieder mehr in den Fokus rücken, um seine internationale Karriere nach vorn zu bringen. Er hat nur einen Profi-Einsatz in Brasilien für Vitoria gehabt. Deswegen hat er in Brasilien auch keine Lobby, viel eher wird er von einer erwartungsvollen Öffentlichkeit kritisiert.

Mourinho soll gewillt sein, einen Wechsel Hulks an die Stamforf Bridge durchzudrücken, aber es würde eine absolut monströse Summe erfordern, um Zenit zu überzeugen, dass sie ihn wirklich schon gehen lassen.

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