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Das bloße Auftreten des neuesten hochtalentierten, spanischen Spielmachers hat den europäischen Fußball in Aufregung versetzt. Manchester City und Madrid sollen schon dran sein.

ANALYSE
Von Paul Macdonald

Spanien hat eine ganze Truppe an selbstbewussten, kreativen Mittelfeldspielern produziert und dass Isco als ebenbürtiges Talent die Bühne betritt, zeigt, dass nicht nur die Reihe an nachrückenden Jungtalenten auf der iberischen Halbinsel kein Ende nimmt, sondern dass auch ein kostspieliger Wechsel weg von Malaga als nächster natürlicher Schritt erscheint.
ISCOS STATISTIKEN
  TEAM JAHR EINS. TORE
Valencia CF Valencia 2009-11 7 2
Malaga Malaga 2011-13 81 17

2011 wurde Isco von Valencia weggeködert, um eine Schlüsselfigur im überwältigenden Projekt des gerade angekommenen Malaga-Besitzers Scheich Abdullah Al Thani zu werden. Dass Isco sofort die Rolle des Integrals des Teams übernahm und sein Debüt für die A-Mannschaft der spanischen Nationalmannschaft nur wenig später folgte, machte ihn zu einem Transferziel bei Manchester City, PSG und Real Madrid.

Schatzkammern werden gefüllt


Malaga macht sich bereits auf einen Sommer des Angebotskriegs bereit und leugnet die Grimmigkeit über die Unvermeidbarkeit kaum: "Falls er Malaga verlässt, wird er zu einem großen Club wechseln und die Schatzkammer Malagas füllen", sagte Manager Francisco Aguilar. "Klubs, die ihn wollen, müssen schon die Ausstiegsklausel erreichen."

Diese Klausel, die jetzt bei 35 Millionen Euro liegt und im Januar mit einem schnell zusammengebastelten neuen Vertrag unterzeichnet wurde, als City sich schon bereit machte, die vorherige Summe zu treffen, die gerade einmal halb so hoch war, wird die Schlange der Interessenten kaum verringern.

Drei Vereine mit mehr als adäquaten 'Schatzkammern' sind PSG, Madrid und City, die die Reihe der gewillten Interessenten anführen. Manuel Pellegrini, Citys neur Trainer, der sehr über die Entwicklung Iscos vom Valencia-Absolventen zum Champions League-Teilnehmer erfreut ist, würde nur zu gern wieder mit einem der besten Repräsentanten seines Fingerspitzengefühls als Trainer vereint werden.

Wiedersehen mit Pellegrini?


Er ist schon einml unter dem Chilenen aufgeblüht, demselben Trainer, der das absolut Beste aus Roman Riquelme rausholte und die Klasse von Santi Cazorla und Borja Valero mit großem Effekt vorantrieb. Eine fortgeführte Beziehung der beiden könnte unvermeidbar sein, wie Goal.com letzten Monat erfuhr.
DIE SPANISCHE PERSPEKTIVE
ANDER BILBAO, GOAL.COM SPANIEN
"Isco spielt gerade bei der U21 EM, demnach wird aktuell nichts zu seiner Zukunft gesagt werden. Im Moment fokussiert sich der Spieler auf die spanische Nationalmannschaft und jegliche Entscheidung wird erst danach getroffen.
 
"Es ist allgemein bekannt, dass sich Isco sehr gut bei Manuel Pellegrini fühlt. Zusätzlich könnte die Verpflichtung von Jesus Navas bei ManCity ein weiterer Grund für die Entscheidung des Spielers sein, nach England zu gehen. Malagas wirtschaftliches Problem bleibt und selbst wenn sie zuversichtlich sind, dass eine Entscheidung gegen ihren Ausschluss aus Europa getroffen wird, werden die Probleme weitergehen. Das nährt Iscos Wunsch zu wechseln."

Isco ist eines von sechs Hauptzielen an Transfers diesen Sommer, während sich der Verein bereit macht, unter Pellegrini die große Umstrukturierung zu planen. Edinson Cavani, Thiago Alcantara und Diego Novaretti wurden neben den bereits gesicherten Fernandinho und Jesus Navas gehandelt.

Aber auch Real Madrid muss in der Post-Mourinho-Ära mit einem Umbau beginnen und es gibt einen gewissen Wunsch – wenn auch nicht zu laut – danach, dass ein Spanier das neue Herzstück Reals bilden soll.

Perez will nicht och einmal passen müssen

Juan Mata, damals eines dieser oben beschriebenen Spieler-Produkte, jetzt Chelsea-Stammspieler, ist auf unerklärliche Weise durch die Maschen ihres Jugendsystems gerutscht. David Silva wurde von Valencia ersteigert, aber City fragte schneller nach als Madrid. Es besteht die Vermutung, dass Florentino Perez nicht noch einmal ein Transferziel aus dem eigenen Land an ihm vorbeigehen lassen will. Es besteht definitiv Interesse, aber ohne einen Mourinho-Ersatz im Verein, steht Madrid noch immer mitten im ungesicherten Wandel.

PSG sind momentan en vogue in Sachen unnachahmliche Ausgaben und ihr Interesse wurde nur noch gesteigert, nachdem sie Scouts zum 2:1-Sieg gegen Getafe geschickt haben, die den Spieler live gesehen haben. Zieht man die Ausgaben des Vereins für Ezequiel Lavezzi und Lucas Moura in Betracht, wäre ihre Vorliebe für Offensivtalent mit allem, was Isco zu bieten hat, vollkommen befriedigt.

Malagas Ausflug ist vorbei

Ein Wechsel ist benahe sicher, da der kurze Schnupperkurs Malagas in die Ordnung des europäischen Fußballs vorbei zu sein scheint. Auf mehr als einem Weg hat der dramatische Rauswurf aus der Champions League durch Borussia Dortmund sich wie das Auflösen eines durch große Geldmittel geformtes Team angefühlt.

Der Ausschluss aus Europa nächste Saisin wegen finanzieller Misswirtschaft kombiniert mit dem sprunghaften Verhalten Al Thanis, der schon bereit scheint, das gesamte Projekt sausen zu lassen, bedeutet, dass die Massenabwanderung, die bereits letzten Sommer begann, in die Verlängerung gehen wird.

Trotz des fadenscheinigen Treffens von Entscheidungen und dem ungeheuren Geschäftsmodell hat der Verein einen bedeutenden Schritt zurück in die Spur gemacht mit dem neuen Vertrag im Januar, der ein klares und intelligentes Investment bedeutete und nicht ein Bekennen Iscos zu einer Langzeitverpflichtung bei La Rosaleda.

Isco geht nach vorn, Malaga im freien Fall

Die Wünsche des Spielers stehen in Relation zu seinem schnellen Aufstieg und im Kontrast zum freien Fall seines Vereins. Valencia hatte den Spieler zwar geschaffen, musste ihn aber verkaufen, sobald ein Angebot über sechs Millionen Euro für einen Spieler vorlag, der nur sieben Einsätze gehabt hat. Das war die Saison seines Durchbruchs und ganz Europa schaute zu. Nimmt man diese Situation und die Schwiergkeiten seines aktuellen Arbeitgebers, genießt Loyalität nicht die höchste Priorität. Es ist seine Zeit und wenn das passende Angebot kommt, wird er akzeptieren.


Und warum auch nicht? Die Bühne, die sich ihm bietet, wenn die ersten Angebote eingehen, wird ihn ins Reich der ganz Großen katapultieren und weit in der immer anspruchsvolleren Liste der zierlichen Spielmacher nach vorn bringen, die inzwischen das Markenzeichen Spaniens sind.

Der neue Golden Boy

Er wird zum Golden Boy – auf mehr als eine Art. Die Auszeichnung mit dem gleichen Namen wird von Journalisten an den Spieler vergeben, den sie als das größte, aufstrebende Talent sehen. Isco gewann die Wahl 2012 und wurde Teil einer Gruppe mit schillernden Namen wie Wayne Rooney, Lionel Messi und dem Gewinner des letzten Jahres, Mario Götze. Eine beachtliche Runde.


Aber genauso eine hungrige Runde. Die Angebote werden so oder so eintrudeln, und Malaga hat bei den Abgängen von Nacho Monreal, Jose Randon und besonders bei Santi Cazorla gezeigt, dass sie nicht lange die Unnahbaren geben können. Isco hat die freie Auswahl, also lasst die Spiele beginnen!

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