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Marcell Jansen hat die Einkaufspolitik des HSV kritisiert. Der Verein habe sich teilweise von großen Namen blenden lassen und sollte eher mehr auf den Spuren des BVB wandeln.

Hamburg. Nationalspieler Marcell Jansen vom Hamburger SV hofft, dass sein Klub auf dem Transfermarkt künftig verstärkt nach jungen Spielern Ausschau hält, die den Verein weiter bringen und Geld in die Kasse spülen können. Gleichzeitig warnte Jansen vor zu starker Fokussierung auf Stars und nannte den BVB als mögliches Vorbild.

"Vielleicht ging es früher auch zu sehr auf große Namen. Daher lag man in der Transferpolitik manchmal daneben", kritisierte Jansen in der Sport Bild. Dabei habe es der HSV selbst schon besser gemacht: "Van der Vaart, van Buyten, Kompany oder Boulahrouz wurden hier groß gemacht und dann für viel Geld verkauft. Wenn man ein gutes Scouting-System und ein gutes Netzwerk hat, sieht man doch, was man erreichen kann."

BVB als Vorbild für den HSV

Die Aufgabe bestehe darin, "Spieler für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bekommen", so Jansen: "Dortmund hat das perfekt gemacht mit Verpflichtungen wie Piszczek oder Kagawa."

Lukasz Piszczek war 2010 ablösefrei zum BVB gewechselt und entwickelte sich seitdem zu einem der besten Rechtsverteidiger der Liga. Shinji Kagawa kam ebenfalls 2010 für 350.000 Euro aus Japan nach Dortmund und verließ den Verein im vergangenen Sommer für 16 Millionen Euro in Richtung Manchester United.

Auch Personalpolitik nicht optimal

Darüber hinaus prangerte Jansen die unbeständige Personalpolitik beim HSV an, nachdem Sportchef Frank Arnesen den Verein nach nur zwei Jahren verlassen musste: "Natürlich ist es schön, beim Thema Trainer und Sportdirektor eine Konstante zu haben. Das war zuletzt nicht so, in meinen fünf Jahren beim HSV hatte ich fünf Trainer, vier Sportdirektoren."

Gleichzeitig zeigte Jansen Verständnis für die Entlassung Arnesens. Rund 27,5 Millionen Euro gaben die Hamburger vor der abgelaufenen Saison für neue Spieler aus. "Ich bin nicht der große Analyst, aber man kann die Kritik vielleicht ein wenig verstehen, dass der Neuanfang besser hätte gelingen müssen. Klar ist aber auch, dass am Ende wir Spieler hauptverantwortlich für die Ergebnisse sind", konstatierte der 27-Jährige.

Immerhin habe ein Umdenken eingesetzt, was die Trainerposition angeht: "Thorsten Fink hat sehr gute Arbeit geleistet. Darum hält der HSV an ihm fest, was richtig ist." Eine Prognose für die kommende Saison wollte sich Jansen, mit 28 Startelf-Einsätzen in der vergangenen Bundesliga-Saison unumstrittener Stammspieler, dennoch nicht entlocken lassen: "Wir sollten vorsichtig sein und erst einmal kleine Brötchen backen."

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