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Christian Eriksen: Nach seiner erfolgreichen Saison bei Ajax ist der mögliche Götze-Nachfolger bereit für den nächsten Schritt

Goal.com widmet sich der Leistung von Christian Eriksen in der Saison 2012/2013. In der kommenden Transferphase könnte er Ajax Amsterdam hin zu einem Spitzenklub verlassen.

ANALYSE
Von Stefan Coerts

Amsterdam. Im zarten Alter von 21 Jahren hat Christian Eriksen in seiner Karriere bereits drei Meisterschaften mit Ajax Amsterdam in der niederländischen Eredivisie geholt, wurde einmal Pokalsieger und hat etliche individuelle Auszeichnungen erhalten. Außerdem hat er bereits an der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika und an der Europameisterschaft 2012 teilgenommen. Ein eindrucksvolles Portfolio!

Es ist daher nicht sonderlich überraschend, dass Eriksen unentwegt mit einem Wechsel in größere Ligen in Verbindung gebracht wird. Vereine wie der FC Liverpool, Tottenham Hotspur und Champions-League-Finalist Borussia Dortmund beobachten ihn bereits seit geraumer Zeit. Der Vertrag des Youngsters ist bis 2014 datiert. Ajax wird ihn wohl dieses Jahr verkaufen, um noch Geld rausschlagen zu können. Für den Dänen scheint es der richtige Zeitpunkt, den nächsten Schritt in seiner Karriere in Angriff zu nehmen.

Nachdem Eriksen bei der Euro 2012 in Polen und der Ukraine nicht sonderlich überzeugt hatte, startete der 21-jährige Däne auch nicht unbedingt stark in die Saison 2012/2013. Trainer Frank de Boer ließ ihn im Zuge des Supercups (Johan Cruyff Schaal) gegen PSV Eindhoven und auch im ersten Spiel der Saison gegen AZ Alkmaar draußen. Der Mittelfeldspieler fand allerdings schnell zurück in die erste Mannschaft, nachdem er gänzlich fit geworden war. Seitdem enttäuschte er nie wieder und avancierte zu einer Schlüsselfigur im Meisterschaftskampf.

STARKER DÄNE

ERIKSENS SAISON BIS HIERHER
EINSÄTZE
TORE
ASSISTS
45
13
23
Der dänische Superstar wurde gelegentlich aufgrund vermeintlich mangelnder Führungskräfte kritisiert - niemand kann aber leugnen, dass er in der laufenden Spielzeit große Fortschritte gemacht hat. Er mag gegen scheinbar schwächere Gegner nicht immer derart präsent gewesen sein, wie man es von einem Spieler seines Kalibers erwarten würde. Seine Leistung in den Spitzenspielen spricht jedoch eine gänzlich andere Sprache.

In den jeweils zwei Partien gegen PSV und Feyenoord, den größten Ligarivalen des niederländischen Rekordmeisters, erzielte Eriksen drei Tore, bereitete drei weitere direkt vor und verhalf Ajax so zu insgesamt zehn entscheidenden Zählern im Titelkampf.

Viel wichtiger dürfte für die Interessenten allerdings seine Performance in der Champions League gewesen sein. Beim 3:1 gegen Manchester City absolvierte Eriksen seine vielleicht stärkste Partie, als er einen Treffer direkt erzielte und einen vorbereitete. Auch gegen Real Madrid und Borussia Dortmund hatte er ordentliche Auftritte. Ajax schied zwar als Dritter aus, Eriksen aber hat bewiesen, dass er sich mit den ganz Großen messen kann.

"Ich bin nicht auf einem Level mit Rafael van der Vaart und Wesley Sneijder. Diese Saison zeigt allerdings, dass ich das Potenzial habe, auf höchstem Niveau zu agieren", erklärte Eriksen nach seiner dritten Meisterschaft mit Ajax. Auch Real Madrids Luka Modric zeigte sich begeistert: "Er ist sehr talentiert. Ein großartiger Spieler und ein wichtiger Mann für Ajax", bestätigte der Kroate im Dezember.

Aad de Mos, ehemaliger Cheftrainer der "Gottessöhne" (niederl.: Godenzonen, die Redaktion), ist der Meinung, dass Eriksen noch weitere Erfahrung in der Niederlande sammeln sollte. "Eine weitere Spielzeit bei Ajax würde ihm gut tun. Eriksen ist noch nicht auf dem Höhepunkt angelagt, anders als Sneijder vor einigen Jahren. Sneijder hatte ausgelernt und war bereit für den nächsten Schritt. Bei Eriksen ist das noch nicht der Fall", merkte der 66-Jährige an.

Eriksen ist noch nicht so präsent wie Sneijder bevor er 2007 zu Real Madrid wechselte, das steht außer Frage. Fraglich ist hingegen, ob er tatsächlich noch eine Saison in der Amsterdam ArenA verbringen sollte. Seine besten Spiele absolvierte er gegen Spitzenmannschaften. In der Eredivisie werden ihm solch hochklassige Begegnungen nur selten geboten. Andernorts hätte er öfter die Chance, gegen hervorragende Gegner dazuzulernen.

Eriksen könnte eine forderndere Umgebung gut tun, nachdem er abermals in der Niederlande zu überzeugen wusste.

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