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Der „Tiger“ kann die Bemühungen seines ehemaligen Vereines im Fall Martinez nur bedingt nachvollziehen. Wenn Bayern aber ernst mache, könne man jeden Spieler haben.

München. Täglich grüßt das Murmeltier: Der spanische Nationalspieler Javi Martinez von Athletic Bilbao steht vor einem Wechsel zum deutschen Vizemeister FC Bayern München – oder doch nicht? Ex-FCB-Akteur Stefan Effenberg äußerte sich zu der Hängepartie.

Martinez zu teuer

So ganz angetan zeigt sich „Effe“ von Bayerns Wunschobjekt nicht. Vor allem die horrende Ablösesumme von rund 40 Millionen Euro die zu bezahlen ist, stimmt den im Jahr 1998 für gerade einmal 4,25 Millionen Euro zum deutschen Rekordmeister transferierten Effenberg skeptisch. „Ich wünsche mir, dass er mit Hilfe des FC Bayern alles in Grund und Boden spielt, er der große Stern in der Liga wird und Bayern die Titel bringt. Aber ich sehe eine gewisse Gefahr. Und die Frage, die ich mir seit ein paar Tagen stelle, ist: Steht das wirklich im richtigen Verhältnis? Und diese Frage muss ich mit: Nein, ich denke nicht, beantworten“, kommentierte er das Vorhaben der Münchner gegenüber tz.

„Keine große Nummer“

Von den Fähigkeiten des 23-Jährigen Mittelfeldakteurs zeigt sich Effenberg ebenfalls nur wenig begeistert: „Es hat mich schon ein bisschen überrascht, dass sich die Bayern so sehr um ihn bemühen und ihn so sehr haben wollen. Weil er ja in diesem Sinne kein Stammspieler in der spanischen Nationalmannschaft ist. Er ist zwar Europameister und Weltmeister, aber er hat ja nur 25 Minuten gespielt bei der EM (beim 4:0-Sieg gegen Irland, Anm. d. Red.). Er ist keine große Nummer wie Iniesta oder Xavi, das ist klar. Und dann stellt sich eben die Frage: Steht das im Verhältnis?“

„Es könnte Probleme geben“
FRAGEZEICHEN HINTER MARTINEZ

Sollte man den Transfer letztendlich doch realisieren können, gäbe es im zentralen Mittelfeld der Bayern einen heftigen Konkurrenzkampf. Geht es nach Effenberg, muss sich dies nicht unbedingt positiv auf die Mannschaft auswirken: „Der Druck ist enorm. Auf dem Spieler, aber auch auf den Verantwortlichen des FCB“, erklärt der „Tiger“. „Ich bin gespannt. Denn wenn er kommt, könnte es Probleme geben. Denn im defensiven Mittelfeld gibt es noch drei, vier andere Spieler, die auch den Anspruch haben zu spielen.“

Dass sich ausgerechnet Bayerns Sorgenkind Bastian Schweinsteiger auf der Ersatzbank wiederfinden wird, schließt Effenberg aus: „Um ihn geht es nicht. Ich bin fest davon überzeugt, dass Bastian zurückkommt. Er braucht Zeit, und die sollte man ihm geben. Vielleicht nicht in den nächsten zwei drei Wochen, aber zum Herbst wird er zu seiner alten Stärke finden und die Bayern wieder führen, da bin ich mir sicher.“

Bayern kriegt jeden

Manche nennen es Stolz, manche einfach nur Sturheit: Dass der Transfer bislang noch nicht über die Bühne gegangen ist liegt daran, dass sich Bilbaos Präsident Josu Urrutia quer stellt. „Es ist schade für die Mannschaft und den Trainer“, so Effenberg. „Da gehen ein paar Tage verloren, in denen man sich einspielen und der Spieler sich eingewöhnen könnte. Aber da müssen sie jetzt durch.“ Zweifel daran, dass der Deal letztendlich doch noch klappen wird, hat er allerdings keine: „Wenn die sportliche Führung des FCB sich für einen Spieler entschieden hat und die Bayern einen Spieler unbedingt haben wollen, dann bekommen sie ihn auch. Das ist so.“

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