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Es vergeht kein Tag ohne Hiobsbotschaften aus dem Lager von Besiktas Istanbul. Nun haben auch noch Co-Trainer Roland Koch und Verteidiger Egemen Korkmaz ihre Verträge aufgelöst.

Istanbul. Nachdem bekannt wurde, dass Präsident Fikret Orman und Trainer Samet Aybaba die komplette „Portugal-Connection“ bei Besiktas Istanbul loswerden wollen - zusätzlich zu der Vielzahl der Spieler, die Besiktas bereits den Rücken gekehrt haben - überschlagen sich förmlich die Ereignisse beim Traditions-Klub vom Bosporus. Obwohl man eigentlich eine Einigung mit Egemen Korkmaz – Schlüsselspieler in der Adler-Hintermannschaft und türkischer Nationalspieler – vermeldet hatte, hat der gestern am späten Abend seinen Vertrag mit Besiktas aufgelöst. Sein Weg wird ihn wegen der ausstehenden Gehälter für den Spottpreis von 500.000 Euro zu Fenerbahce Istanbulführen.

Man wollte Egemen halten

Wie bekannt ist, hat sich das Besiktas-Präsidium bemüht, die Spielergehälter massiv zu drücken. Trotz bestehender Verträge. So auch bei Egemen Korkmaz, Leistungsträger der Hintermannschaft der Adler. Der war damit nicht einverstanden, sollte aber trotzdem als Schlüsselspieler gehalten werden. So meldete Besiktas, man taste den Vertrag nicht an und Egemen würde bleiben – bis zum gestrigen Abend. Neben den Vertragsgesprächen stand nämlich noch die offene Gehaltszahlung für Egemen auf der Agenda, immerhin rund 1,4 Millionen Euro. Die wollte Egemen zeitnah ausgezahlt haben. Das verweigerte ihm das Präsidium und Egemen zog einen Schluss-Strich unter die Akte Besiktas Istanbul.

Präsident Fikret Orman sehr ungehalten

Bei der Verkündung von Egemen, dass er seinen Vertrag wegen der rückständigen Gehälter und der Verweigerungshaltung des Vereins, ihm diese Gelder schnell zu zahlen, auflösen will, wird berichtet, dass Präsident Orman schier außer sich gewesen sei. Äußerungen wie „Wir wollen in der Zukunft nur mit echten Besiktasern zusammenarbeiten“ und „Dann soll er sich eben zum Teufel scheren“ werden aus dem Hauptquartier der Schwarzen Adler kolportiert. Natürlich ist es nachvollziehbar, dass der Verein nebst Vereinsführung derzeit extrem unter Druck steht, doch man muss immer überlegen, welche Außenwirkung auf andere Spieler entsteht, werden Profis, die auf die Einhaltung ihrer Verträge pochen, abgekanzelt und beschimpft oder gedrängt, ihre Verträge „umzuschreiben“.

Egemen unterschreibt heute bei Fenerbahce

Im Verlauf des heutigen Tages wird Egemen die letzten Details seines Wechsels zu Fenerbahce besprechen. Korkmaz kam der Vereinsführung der Adler sogar noch entgegen, indem er auf die ausstehenden Gehälter verzichtete und somit die Ablösesumme für Fenerbahce auf rund 500.000 Euro drückte. Es ist davon auszugehen, dass FB ihm hinsichtlich der offenen Gehälter entgegenkommt und dem Spieler unter die Arme greift. Voraussichtlich wird Egemen einen Vertrag über drei Jahre bei den Kanarienvögeln unterzeichnen. Die Gehaltsdetails werden zu einer späteren Stunde erwartet, wenn Fenerbahce den Info-Pool an die Börse meldet.

Roland Koch verklagt Besiktas

Roland Koch, der 2011 einen auf zwei Jahre terminierten Job als Co-Trainer bei Besiktas annahm, wurde von der Klubführung freigesetzt. Es wird in der Medienlandschaft der Türkei gemunkelt, Samet Aybaba wollte mit dem Deutschen nicht zusammenarbeiten. Da Koch ebenfalls auf Gehaltszahlungen wartet und wohl von der Kündigung ziemlich überrascht gewesen sein soll, wurde bekannt, dass er Besiktas wegen der ausstehenden Gehälter verklagen wird. Das sollte dann der nächste Unruheherd für BJK sein. Besonders unter Berücksichtigung der Tatsache, dass wohl auch die Portugiesen klagen werden, sofern sie vom Verein abgestoßen werden.

Für Türkei-Updates folge Christian Ehrhardt auch auf 

EURE MEINUNG: Wird Besiktas in der kommenden Saison gegen den Abstieg spielen und ist der Klub überhaupt noch zu retten?
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