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Boateng: "Das ganze Stadion wird gegen uns sein"

Jerome Boateng erwartet eine aufgeladene Atmosphäre im Halbfinale in Belo Horizonte gegen Brasilien. Aber genau deshalb freut er sich auf die Partie.

Aus Brasilien berichtet Andreas Lehner

Seit einem Monat ist die deutsche Nationalmannschaft im Campo Bahia untergebracht. Das Team kam bis auf einige kleinere Ausnahmen auch ganz gut an bei den Brasilianern. Vor dem Halbfinale gegen die Selecao schlägt die Stimmung aber ein bisschen um.

"Auf den Fahrten mit dem Bus haben uns die Leute immer zugejubelt. Jetzt zeigen sie auf ihre gelben Trikots oder mit dem Daumen nach unten", sagt Boateng. "Das ist aber ganz normal, das wäre in Deutschland auch nicht anders."

Nur Finale gegen Brasilien wäre besser gewesen

Die DFB-Auswahl wird in Belo Horizonte das erste Mal ein klassisches Auswärtsspiel erleben. Bisher hatten die Deutschen in Salvador, Fortaleza, Recife und Rio de Janeiro das Publikum immer auf ihrer Seite. Nur in Porto Alegre schlugen sich viele neutrale Fans auf die Seite des Außenseiters Algerien.

Boateng spürt kurz vor dem Halbfinal-Duell schon ein Kribbeln. "Das ganze Land steht hinter der Selecao. Das Stadion wird gegen uns sein. Das wird ein tolles Erlebnis", so Boateng, für den die Atmosphäre eher Motivation als Problem ist. "Mehr geht ja eigentlich nicht. Nur ein Finale gegen Brasilien wäre noch besser gewesen."

Aufstellung wird später bekanntgegeben

Ob er wieder in der Innenverteidigung auflaufen wird, ist noch offen. Der Bundestrainer teilt die Aufstellung der Mannschaft erst kurz vor dem Spiel mit. Laut Boateng eine Reaktion auf die Erfahrungen der Vergangenheit: "Weil das schon so oft vorher in der Zeitung stand, machen wir das jetzt anders."

Nach seinem starken Auftritt gegen Frankreich an der Seite von Mats Hummels in der Innenverteidigung dürfte er auch gegen Brasilien wieder auf seiner Lieblingsposition im Zentrum auflaufen. Die drei Gruppenspiele hatte er als Rechtsverteidiger aushelfen müssen.

"Fred ist ein Schlitzohr"

Als Innenverteidiger erwartet ihn das Duell mit Fred, der bei diesem Turnier bisher nicht allzu sehr in Erscheinung getreten ist. Boateng hat die Spiele der Brasilianer gesehen und den Stürmer auch beobachtet. "Fred ist ein Schlitzohr, ein richtiger Torjäger", sagt Boateng, "er wartet auf seine Chance und bewegt sich nicht schlecht." Bisher reichte es für Fred bei diesem Turnier gerade mal zu einem Treffer.

Aber durch den Ausfall von Neymar wird sich Brasiliens Spiel verändern, das Offensivspiel kann nicht mehr so stark auf eine Person ausgelegt werden. "Der Ausfall von Neymar kann die Mannschaft zusammenschweißen", sagt Boateng. "Und sie haben noch andere Weltklassespieler, die ein Spiel alleine entscheiden können."

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