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Pressestimmen: Frankreich "wimmernd nach Hause geschickt"

Das erste Halbfinale steht, Deutschland trifft nach dem Sieg gegen Frankreich auf Gastgeber Brasilien, das Kolumbien schlug. So sah die Presse die Partien.

Rio de Janeiro. Schön anzusehen war das Viertelfinal-Duell zwischen Deutschland und Frankreich nicht, aber am Ende war es ein souveräner Auftritt der Elf von Joachim Löw, die als erste Mannschaft das Ticket zum Halbfinale buchte. Dort trifft man auf Gastgeber Brasilien, das in einem engen Spiel Kolumbien mit 2:1 besiegte, aber gleichzeitig die Ausfälle von Thiago Silva und Neymar verdauen muss. So sah die Presse die gestrigen Spiele:

FRANKREICH

L'Equipe: "Ausgeschieden mit Auszeichnung. Der Traum der Bleus ist deutlich an einer effizienteren Mannschaft zerschellt. Spiele gegen Deutschland scheinen immer in einer Sackgasse zu enden. Die Franzosen waren zu jung, zu platt, zu unpräzise. Und trotzdem: 2016 werden wir eine weniger zweifelnde, aber ungeduldigere Mannschaft sehen. Frankreich kehrt nicht mit leeren Händen aus Brasilien zurück."

Le Parisien: "Trotzdem danke! Ein bitterer Abschied. Deutschlands Erfahrung hat den Unterschied ausgemacht. Aber Frankreichs Auftreten gibt Hoffnung für die EM 2016."

Le Monde: "Deutschland beendet das Abenteuer der Blauen. Benzema kam nicht dazu, sich in Szene zu setzen. Wie schon gegen Algerien zeigten die Deutschen Schwächen, aber Frankreich konnte sie nicht nutzen."

Le Figaro: "Frankreich zwischen Enttäuschung und Hoffnung. Nach dem Schock des Ausscheidens tragen Frankreichs Spieler Trauer, hoffen aber auch auf eine bessere Zukunft."

Liberation: "Weniger inspiriert, mussten die Franzosen eine knappe Niederlage gegen Deutschland hinnehmen. Die WM war kein Misserfolg, aber bis zum Gipfel bleibt noch ein weiter Weg."

Ouest France: "Der Traum ist geplatzt. Die Siegermentalität trägt nicht sofort Früchte. Didier Deschamps hat als Spieler und Trainer sein erstes K.o.-Spiel bei einem Turnier verloren."

Le Courrier de l'Ouest: "Immer wieder die gleiche Geschichte. Gegenüber dem deutschen Realismus fehlte es der französischen Mannschaft an Technik und ein wenig mehr Ideenreichtum. Sie verlässt Brasilien mit einer Turnierleistung, die Hoffnung für die Zukunft macht."

ENGLAND

The Times: "Die stille Autorität von Manuel Neuer unterstreicht die deutsche Effizienz. Die bisher nicht beantwortete Frage war, ob diese Gruppe von Spielern in der K.o.-Phase die Siegermentalität und Effizienz des teutonischen Stereotyps entwickeln konnte. Diese Frage haben sie in der drückend heißen Atmosphäre des Maracana mehr als beantwortet."

Daily Mail: "Ja, sie haben es schon wieder getan. Es ist das vierte Mal in Serie - ein Rekord. Deutschland hat in diesem Jahrhundert noch kein WM-Halbfinale verpasst: 2002, 2006, 2010 und jetzt 2014. Hummels schickt Les Bleus nach Hause."

Daily Mirror: "Jogi Löws Jungs bezwingen Frankreich und schicken sie wimmernd nach Hause. Deutschland beginnt, bedrohlich zu wirken. Das ist das Ding mit ihnen und dem Turnier. Das passiert eigentlich immer."

Daily Star: "Frankreich 0 - Deutschland 1: Mats Hummels' Kopfball bucht den Platz für 'Die Mannschaft' im Halbfinale. Vielleicht hatten die Deutschen ja recht, dass sie ihre Koffer nicht mitgebracht haben. Denn es bestand nie Gefahr, dass sie packen mussten."

Daily Telegraph: "Deutschland übernimmt das Kommando, während Frankreich erstarrt. Zuverlässig und unvermeidbar zeigten so viele der deutschen Spieler eine angemessene Reaktion und trieben ihr Team in ein weiteres WM-Halbfinale."

SPANIEN

Marca: "Hummels schießt Deutschland wieder mal ins Halbfinale. Deutschland vergeigt niemals, zum vierten Mal in Folge im Halbfinale. Riesenparade von Neuer gegen Valbuena. Neuer und Hummels, die besten im DFB-Team."

AS: "Deutschland kommt dank eines Kopfballs weiter. Hummels Treffer nach präziser Vorlage von Kroos bringt Löws Jungs ins Halbfinale. Hummels war unser Puyol von 2010. Deutschland kam um Millimeter weiter, es war ein süßer Tod für Frankreich, eine Mannschaft mit guten Aussichten für die Zukunft."

Sport: "... und am Ende gewinnt immer Deutschland. Deutschland per Kopf ins Halbfinale. Frankreich versuchte es, konnte aber nicht gegen die Neuer-Wand anrennen. Das große Duell der Viertelfinalspiele hat nicht enttäuscht. Bayerns Schlussmann erlaubte sich den Luxus von Paraden, die eher denen eines Handballtorwarts glichen."

El Mundo Deportivo: "Der deutsche Fluch geht für die Bleus weiter. Ein Hummels-Tor bringt die Deutschen ins WM-Halbfinale. Frankreich hätte mindestens die Verlängerung verdient, aber Neuer war eine Mauer."

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Fantastisches Halbfinale zwischen Brasilien und Deutschland. Hummels ist ein Gigant, der mit einem Kopfstoß ein Frankreich versenkt, das nicht reagieren kann. Löw erreicht sein Ziel, ohne den Franzosen eine Chance zu geben. Seine WM beginnt jetzt, seine Mannschaft scheint noch ganz frisch zu sein."

Corriere dello Sport: "Löws Spieler sind physisch fitter als die Franzosen. Kroos und Müller sind produktive Spieler, die ideale Torchancen schaffen. Die deutschen Spieler verbinden Klasse mit Kraft und rennen wie Verrückte. Das WM-Finale ist für sie kein Traum, sondern ein realisierbares Projekt."

Tuttosport: "Hummels entscheidet das Spiel mit seinem zweiten Tor dieser WM. Doch die wahre Show ist, wie er die Franzosen das ganze Match lang unter Druck setzt. Einfach einmalig!"

Repubblica: "Das übliche Deutschland in der Version Serial Killer versenkt ein frustriertes Frankreich. In Rio bestätigen sich die Deutschen als Mannschaft aus Stahl. Hummels ist sowohl ein äußerst eleganter Abwehrspieler als auch ein effizienter Mittelfeldspieler. Er führt Deutschland ins Halbfinale."

NIEDERLANDE

De Telegraaf: "AU REVOIR! Deutschland nimmt französisches Hindernis. Die Hähnchen fahren nach Hause. Hummels tut es für Deutschland. Joachim Löws Mannschaft hatte mit Frankreich überraschend wenig Mühe."

De Volkskrant: "Effizientes Deutschland über Frankreich ins Halbfinale. Zum dritten Mal nacheinander hat Deutschland bei einer WM ein 'großes' Spiel gegen Frankreich gewonnen.Im Viertelfinale in der Sonne von Rio de Janeiro gab es am Freitag ein 1:0 für die Elf von Bundestrainer Joachim Löw."

NRC Handelsblad: "Deutschland nach etwas enttäuschendem Spiel gegen Frankreich im Halbfinale. Deutschland hat sich zum vierten Mal hintereinander für das Halbfinale einer Weltmeisterschaft qualifiziert. Die Mannschaft besiegte Frankreich mit 1:0 durch einen frühen Kopfball von Mats Hummels."

DEUTSCHLAND

SPOX: Ein Standard und eine disziplinierte Defensivleistung reichen, um Frankreich auszuschalten. Mit dem vierten Halbfinale in Folge hat das deutsche Team einen WM-Rekord aufgestellt, das gelang vorher noch keiner Mannschaft.

BRASILIEN

O Globo: "Es war der Tag der brasilianischen Verteidigung in Castelão. Die Seleção hielt dem Druck der Kolumbianer bis zum Schluss stand. Die Flügelspieler entschieden die Situation im Angriff. Traurig: Die Verletzung von Neymar."

Meia Hora: "Der Titel als Hommage für Neymar."

O Dia: "Der schwierigste Schritt für die Scolari-Familie. Einen Ersatz für Neymar zu finden, ist die größte Herausforderung auf dem Weg zum sechsten Titel. Neymar kann die Seleção gegen Deutschland nicht mehr mit seinen Toren und Dribblings retten."

Lance: "Lasst uns für Neymar spielen. Wir haben unsere Nummer 10 verloren. Die Seleção hat noch zwei Spiele und wird ihr Blut für Neymar geben."

KOLUMBIEN

El Tiempo: "Es war ein Traum. Wir haben ihn alle sehr intensiv gelebt. Wir haben uns als Teil einer Nationalmannschaft gefühlt, die wir sehr geliebt haben. Diese Freude endet nicht so, wie die WM für uns geendet hat. Kolumbien reist nach dem 1:2 gegen Brasilien als Gewinner nach Hause. Danke, Muchachos!"

El Espectador: "Danke, dass ihr uns vereint habt! Wir haben Geschichte geschrieben. Brasilien hat gelitten, beendete aber den Traum von Kolumbien und steht im Halbfinale gegen Deutschland."

Extra: "Der Traum ist zu Ende. Brasilien schlägt Kolumbien mit 2:1. Eine Mannschaft, die Temperament auf dem Spielfeld zeigte, abwechslungsreich spielte und den nötigen Biss hatte, bleibt ohne Pokal.

El País: "Tränen des Stolzes! Kolumbien verabschiedet sich erhobenen Hauptes von der WM. In Brasilien schrieb die Auswahl Kolumbiens ihr bisher stolzestes Kapitel."

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