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Per Mertesacker nach Halbfinal-Einzug: "Der Teamgeist war sensationell"

Mertesacker erlebte das Viertelfinale von der Bank, möchte die Erfahrung aber nicht missen. Er schwärmt vom Teamgeist und relativiert sein Interview nach dem Algerien-Spiel.

Rio de Janeiro. Etwas überraschend war Per Mertesacker im WM-Viertelfinale gegen Frankreich zum Zuschauen verdammt: Während Philipp Lahm wieder auf die ihm angestammte Rechtsverteidiger-Position zurückkehrte, flankierte Jerome Boateng Mats Hummels im Abwehrzentrum. Nach Deutschlands 1:0-Sieg war der Legionär des FC Arsenal keineswegs verärgert darüber.

"Ich habe bisher alle vier Spiele gemacht. Der Trainer hat sich so entschieden. Ein glücklicheres Händchen kann man nicht haben", so der 29-Jährige. "Joachim Löw trägt die Verantwortung. Er muss die Entscheidung treffen. Egal ob man Wasserträger ist oder Aufmunterer, man muss die Rolle annehmen."

Mertesacker hob vor allem dieses Wir-Gefühl unter den Ersatzspielern hervor: "Was ich heute erlebt habe, war sensationell, das möchte ich auch nicht missen. Ich habe den Teamgeist aus einer anderen Perspektive erlebt. Wir wollen das beibehalten, am besten bis zum Ende. So muss das sein, anders haben wir keine Chance."

Merte war in Trance

Nach zwei WM-Halbfinal-Pleiten in Serie hofft die DFB-Elf endlich, in das Endspiel vorzustoßen, den großen Wurf zu landen: "Wenn es woran zuletzt gehapert hatte, dann daran, dass man nicht gönnen kann. Aber wir sind gereift", sagte Mertesacker. Die heftigen Diskussionen über sein Interview nach dem Spiel gegen Algerien (2:1 n.V.) erstaunten ihn gleichwohl.

"Dass die Sprüche so Wellen schlagen, das wollte ich eigentlich nicht. Das war nicht kalkuliert, ganz und gar nicht." Er sei nach 120 Minuten derart "in Trance gewesen, dass ich einfach mal emotional reagiert habe". Nach dem Achtelfinale hatte der Arsenal-Spieler unwirsch auf die Fragen des ZDF-Reporters nach der durchwachsenen Leistung geantwortet.

"So kurz nach dem Spiel kann ich die ganze Fragerei nicht verstehen. Wir sind weiter, wir sind happy", sagte der Abwehrspieler und fragte rhetorisch: "Glauben Sie, unter den letzten 16 ist eine Karnevalstruppe?! Was wollen Sie? Wollen Sie eine erfolgreiche WM oder wollen Sie ausscheiden?"

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