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Ein Tor, eine Vorlage und das Aus in der Vorrunde: CR7 hat seine Ziele bei der WM verpasst. Richtig unglücklich wirkte der Weltfußballer beim Abschied aber nicht.

Brasilia. Cristiano Ronaldo verließ die WM-Bühne immerhin mit einer Trophäe in der Hand. Leicht humpelnd und mit einem weißen Verband um sein lädiertes rechtes Knie, nahm der Weltfußballer die Ehrung zum besten Spieler des Spiels bei Portugals Abschiedsvorstellung entgegen. Sonderlich unglücklich wirkte der Superstar trotz des Vorrunden-Ausscheidens nicht. Bevor er endgültig in den Urlaub verschwand, huschte sogar ein Lächeln über sein Gesicht.

"Wir können die WM mit erhobenem Haupt verlassen", sagte der 29-Jährige nach dem 2:1 (1:0) in Brasília gegen den viermaligen Afrikameister Ghana. Durch seinen Siegtreffer (80.) hatte Ronaldo offenbar seinen Frieden mit der für ihn insgesamt enttäuschend verlaufenen Endrunde geschlossen. Ein Tor, eine Vorlage - CR7 hatte sich mehr versprochen.

In seiner Heimat musste er sich daher auch Kritik gefallen lassen. "Ronaldo hat im letzten Spiel getroffen - aber er hatte auch die meisten Chancen ungenutzt gelassen", schrieb Mais Futebol: "Eine enttäuschende WM, es geht nach Hause." Drei Tore fehlten dem WM-Vierten von 2006 am Ende auf die vom früheren Bundestrainer Jürgen Klinsmann trainierten punktgleichen Amerikaner.

Ronaldo nicht kaltschnäuzig genug

Ronaldo bot gegen Ghana zwar seine mit Abstand beste Turnierleistung, bei einer besseren Chancenverwertung hätte er aber zumindest zwei weitere Treffer erzielen können. "Wir hatten die Möglichkeit, mehr Tore zu erzielen. Die Ausgangslage war schwierig, aber es war möglich", räumte der Champions-League-Sieger von Real Madrid ein. Dann verschwand er im Mannschaftsbus, Fragen der Journalisten ließ er nicht mehr zu.

Trainer Paulo Bento nahm seinen Offensivstar in Schutz. Ihm die Schuld zu geben, sei nicht fair, sagte Bento: "Wir haben im gesamten Turnierverlauf zu viele Fehler gemacht." Vom bitteren 0:4 zum Auftakt gegen Deutschland erholte sich der Vize-Europameister von 2004 nicht mehr. "Diese deutliche Niederlage hat unser Turnier geprägt", erklärte Bento, der seinen bis 2016 laufenden Vertrag erfüllen will. Gespräche mit dem Verband und eine Analyse der WM werden zeigen, ob der 45-Jährige sein Amt weiter ausüben darf.

Insgesamt zeigte sich, dass Portugal zu abhängig von seinem Superstar ist. Wenn Ronaldo körperlich dann nicht in Top-Verfassung ist, fehlt ein Plan B. Bento wollte daher auch nichts beschönigen: "Die Bilanz ist negativ. Wir haben unser erstes Ziel nicht erreicht. Aufgrund der Art und Weise, wie die drei Spiele liefen, haben wir bekommen, was wir verdient haben. Deutschland und die USA stehen zu Recht im Achtelfinale."

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