Maradona über Suarez-Strafe: "Unglaubliches Mafia-Ding"

Suarez kommt sein Ausraster teuer zu stehen: Er wird über die WM hinaus aus dem Verkehr gezogen - Maradona fand für die Strafe dramatische Worte.

Rio de Janeiro. Die drakonischen Sanktionen gegen Luis Suarez erregen die Gemüter: Uruguays Starstürmer wurde nach seiner Beiß-Attacke gegen Giorgio Chiellini von der FIFA-Disziplinarkommission für neun WM-Endrunden- und Qualifikationsspiele sowie für vier Monate von jeglichen Fußball-Aktivitäten gesperrt. Diego Armando Maradona zeigt dafür kein Verständnis.

Für den Weltmeister von 1986 ist das Strafmaß deutlich zu hart gewählt. "Warum schicken sie ihn nicht gleich nach Guantanamo?", rätselte er provokant im venezolanischen Fernsehen. Doch damit nicht genug.

Maradona ging noch weiter: "Warum? Wen hat er getötet?", fragte die Legende. Es sei "eine unfaire Strafe, ein unglaubliches Mafia-Ding". In seiner TV-Show De Zurda wurde später ein informeller Dialog zwischen ihm und Uruguays Kapitän Diego Lugano ausgestrahlt.

Causa Zidane erheitert Maradona

"Er wurde wie ein Krimineller behandelt, von der Polizei eskortiert, dabei hat er nichts gemacht", erklärte der Teamkollege: "Luis ist ein großartiger Typ. Die Strafe ist sehr harsch und trifft ihn auf dem Höhepunkt seines Schaffens."

Suarez erlebte beim FC Liverpool die beste Saison seiner Karriere, verbuchte 31 Tore und zwölf Assists in der Premier League. "Ein Spieler arbeitet das ganze Jahr auf die Weltmeisterschaft hin und dann so etwas. Es ist unglaublich", so Maradona, der danach Zinedine Zidane als Beispiel anführte.

Im Finale der WM 2006 gegen Italien streckte der Franzose in der Verlängerung Marco Materazzi mit einem Kopfstoß nieder. "Was hat die FIFA dann getan? Sie gab ihm den Goldenen Ball", lachte Maradona abschließend.