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Suarez verteidigt sich: "Eine normale Bewegung" - FIFA eröffnet Disziplinarverfahren

Den Ausnahmekönner könnte sein Ausraster beim wichtigen Spiel gegen Italien im Nachhinein teuer zu stehen kommen. Der Weltverband ermittelt jetzt.

Natal. Die FIFA hat nach der Beißattacke von Uruguay-Stürmer Luis Suarez offiziell ein Disziplinarverfahren eröffnet. Das teilte der Verband in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch mit. Der Spieler beziehungsweise der Verband Uruguays seien aufgefordert worden, bis zum Mittwochnachmittag (17.00 Uhr Ortszeit) eine Stellungnahme abzugeben. Italiens Nationalspieler Giorgio Chiellini hatte die Beißattacke im WM-Vorrundenspiel in Natal (0:1) bestätigt: "Er hat mich gebissen, das ist klar. Ich habe immer noch den Abdruck", sagte er im italienischen Fernsehen RAI.

"Der Schiedsrichter hätte pfeifen und ihm die Rote Karte zeigen müssen, zumal er auch noch simuliert hat", sagte der Abwehrspieler von Juventus Turin. Die Szene ereignete sich in der 79. Minute. Der Schiedsrichter hatte die Aktion während des Spiels nicht gesehen. Dem Spieler des FC Liverpool droht nun eine lange Sperre.

Suarez selbst verteidigte sich nach der Partie gegenüber dem uruguayischen Fernsehsender Canal 10: "Es ist eine normale Bewegung, solche Dinge passieren auf dem Platz", so der Angreifer.

Die Beißattacke war bereits die dritte in der Karriere des 27-Jährigen. Auch Kahn hatte 1999 als Torwart von Bayern München mit einer ähnlichen Szene gegen den damaligen Dortmunder Heiko Herrlich für Aufsehen gesorgt.

Kahn: "Verhalten, das man sonst nur von Tieren kennt"

ZDF -Experte Oliver Kahn vermutet die Ursache für die neuerliche Beißattacke von Uruguay-Star Luis Suarez im psychologischen Bereich. "Das ist ein Verhalten, das man sonst nur von Tieren kennt. Für mich ist das eine falsche Kanalisation innerer Anspannung. Man hat schon im letzten Spiel gesehen, dass er fast geweint hat", sagte Kahn im ZDF : "Vielleicht ist so ein Verhalten für ihn die letzte Chance, diesen gewaltigen Druck abzubauen und sich aus seiner Anspannung zu befreien. Anders kann ich mir das nicht erklären."

Für den ehemaligen Schiedsrichter Urs Meier ist das weitere Vorgehen nach der Attacke von Suarez klar. "Man sieht, dass er runtergeht und seinen Gegenspieler beißt. Die FIFA wird nun mit dem Schiedsrichter sprechen, ob er die Szene gesehen und beurteilt hat. Wenn er das nicht getan hat, dann kann die FIFA den Videobeweis nehmen und Suarez sperren", sagte Meier im ZDF.

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