thumbnail Hallo,

Nur das Wetter elektrisiert: England noch nicht bereit für Italien

England lieferte beim ebenso stürmischen wie nickligen 0:0 gegen Honduras eine blamable WM-Generalprobe ab. An eine erfolgreiche Premiere gegen Italien glauben die Three Lions d...

Rio de Janeiro. Die "Wunderbare" empfing Wayne Rooney und Co. am Sonntagmorgen mit Sonnenschein und fast 30 Grad, Urlaubsstimmung wollte bei der englischen Nationalmannschaft aber nicht aufkommen. Dazu waren die Three Lions nach der "Schlacht von Miami" im letzten WM-Test gegen Honduras ( 0:0) und dem anschließenden Nachtflug nach Rio de Janeiro viel zu kaputt.

Und von wegen Urlaub: Die Briten wohnen in Rio zwar im Hotel Royal Tulip direkt am Strand, doch die Mannschaft denkt nur an den Kracher zum Turnier-Auftakt am 14. Juni in Manaus gegen Italien. "Wir kommen in guter Verfassung nach Brasilien, wir sind bereit", sagte Teammanager Roy Hodgson. Und Ikone David Beckham traut seinen Erben am Zuckerhut einiges zu: Es gebe keinen Grund, beunruhigt zu sein, sagte er kurz vor der Abreise.

Hodgson: "Eines der frustrierendsten Spiele"

Doch das 0:0 gegen am Ende zehn Honduraner vermittelte einen völlig anderen Eindruck. Eine rund 40-minütige Gewitterpause und die harte Gangart der Mittelamerikaner brachte Hodgsons Mannschaft völlig aus dem Konzept. "Es war eines der frustrierendsten Spiele, das ich je mitgemacht habe", sagte Hodgson. Kapitän Steven Gerrard beschwerte sich über "dumme" und "erschreckende" Fouls.

Sieben Mal Gelb (drei für England) und eine Gelb-Rote Karte gegen Brayan Beckeles (65., wiederholtes Foulspiel) waren die traurige Bilanz eines Spiels, das die Daily Mail "Miami Madness" (Wahnsinn von Miami) nannte. Für England, das in Gruppe D noch auf Uruguay und Costa Rica trifft, war es nach einem Sieg (3:0 gegen Peru) das zweite Unentschieden in der Vorbereitung. Honduras erkämpfte sich nach zwei Niederlagen das erste Remis.

Vor Italien: "Gewitterwolken ziehen auf"

"Wir waren in der Kabine ziemlich frustriert", sagte Gerrard über die harte Gangart des Gegners, "auch mich hat's böse erwischt. Wir sind erleichtert, dass wir das ohne Verletzungen durchgestanden haben." Eine weitere gute Nachricht überbrachte Hodgson, als er meinte, der am Knie verletzte Jungstar Alex Oxlade-Champerblain werde bei der WM einsatzbereit sein. Der Coach lobte überdies Tempo und Torhunger seiner Mannschaft.

Die heimischen Medien waren nicht so angetan. Der Guardian schrieb von "zusammenhanglosem Durcheinander" und einem "Rohrkrepierer in mehrerlei Hinsicht". Der Independent sah in Anlehnung an das Unwetter "Gewitterwolken aufziehen". Und die Daily Mail meinte: "Elektrisierendend und überraschendend war leider nur das Wetter."

Dass Italien seinen letzten echten Test beim 1:1 gegen Luxemburg ebenfalls verpatzte und seit sieben Spielen sieglos ist (sechs Unentschieden), werten die Engländer indes eher als Warnung. "Dann wären sie jetzt mal wieder dran, oder nicht?", sagte Gerrard.

Dazugehörig