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Prämienstreit vorbei: Kamerun nach Brasilien aufgebrochen

Da die Regierung die Prämien-Forderungen der Spieler nicht erfüllen wollte, kam es zum Eklat: Boykott der Fahnenübergabe und zunächst verweigerte Abreise nach Brasilien.

Yaounde. Kameruns Nationalspieler haben kurz vor der WM in Brasilien für einen Eklat gesorgt. Das Team von Trainer Volker Finke verweigerte am Sonntag wegen des schwelenden Prämienstreits die Abreise nach Südamerika. Das berichtet die französische Tageszeitung L'Équipe. Erst nach weiteren Verhandlungen brach die Mannschaft am Sonntagnachmittag mit Verspätung von Jaunde in Richtung Brasilien auf.

Laut Finke ist der Streit inzwischen aber beendet. "Die Einigung ist seit heute morgen da und wir werden heute noch nach Brasilien fliegen", sagte der 66-Jährige im Gespräch mit Sport1: "Unsere Fans können sich freuen. Natürlich tritt Kamerun bei der WM an. Manchmal ist das in Afrika nunmal so üblich, dass so eine Einigung länger dauert." Kamerun bestreitet schon am Freitag gegen Mexiko sein erstes WM-Spiel.

Wenige Stunden zuvor war es schon nach dem Schlusspfiff des letzten WM-Tests gegen die Republik Moldau (1:0) zu einem Durcheinander gekommen. Die Spieler boykottierten die traditionelle Übergabe der Nationalflagge durch den Premierminister, die Fahne wurde kurzerhand Finke in die Hände gedrückt.

DFB-Länderspiel drohte zu platzen

Der Streit war bereits in der Vorwoche vor dem Länderspiel gegen Deutschland in Mönchengladbach (2:2) eskaliert. Heimische Medien hatten berichtet, dass die Nationalspieler für den Sprung zur WM 182.000 Euro pro Person verlangten und das nachgebesserte Angebot der Regierung von 68.000 Euro abgelehnt hätten. Angeblich sollen sie damit gedroht haben, das Spiel gegen die DFB-Elf platzen zu lassen.

Nun sollen sich die Parteien nach Angaben von Cameroon Radio Television (CRTV) auf einen Stufenplan geeinigt haben: 76.000 Euro Prämie pro Kopf für den Achtelfinal-Einzug und für das Erreichen jeder weiteren Runde. Zusätzlich sollen sechs Prozent der gesamten WM-Einnahmen des Verbandes an das Team zurückfließen.

"Das ist eine Geschichte, die zwischen den Spielern und den Verantwortlichen abläuft. Da halte ich mich komplett raus", sagte Finke.

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