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Goal stellt Euch die bekanntesten Spieler vor, die nicht für die WM nominiert worden sind, obwohl sie fit sind.

Berlin. Während einige der größten Stars der Welt in diesem Monat bei der Weltmeisterschaft in Brasilien auflaufen, müssen andere ihren Landsleuten zuschauen. 

Das kann an einer Formkrise liegen, weil sie nicht ins System des Trainers passen oder an einem Streit mit der Verbandsspitze liegen: Einige der größten Namen des Weltfußballs gehören nicht zu den 23 Spieler starken Kadern für die Endrunde in diesem Monat. Das steht seit dem Verstreichen der Abgabfrist für die Kaderlisten am Montag fest.

Hier kommen für Euch die besten Spieler, die von ihren Nationaltrainern nicht berücksichtigt wurden. Spieler, die aufgrund von einer Verletzung fehlen, tauchen in dieser Liste nicht auf.

ASHLEY COLE (England)

Eine der wenigen überraschenden Entscheidungen, die Trainer Roy Hodgson bei seinem Kader für die WM 2014 getroffen hat. Die geringen Einsatzzeiten von Ashley Cole beim FC Chelsea kosteten ihn am Ende seinen Flug nach Brasilien.

Der 33-Jährige kam unter Trainer Jose Mourinho in der Premier League nur in 17 Spielen zum Einsatz, denn er verlor seinen Stammplatz an Cesar Azpilicueta. Hodgson entschied sich daher für den formstarken Leighton Baines und das große Talent Luke Shaw vom FC Southampton. Gleichzeitig gab er aber auch zu, dass die Nicht-Nominierung von Cole seine bislang schwerste Entscheidung als Nationaltrainer gewesen sei.

Der Ex-Arsenal-Spieler, der in diesem Sommer aller Voraussicht nach auch den FC Chelsea verlassen wird, reagierte auf die verpasste WM-Chance mit der Bekanntgabe seinen Rücktrittes aus der Nationalelf. In zwölf Jahren war er 107 Mal für England im Einsatz.

LANDON DONOVAN (USA)

US-Trainer Jürgen Klinsmann traf die Entscheidung, den amerikanischen Rekord-Torschützen Landon Donovan nicht mit zur WM zu nehmen - und das verursachte in Nordamerika ein mittelschweres mediales Erdbeben. Besonders schlimm wurde es für Klinsmann, als Donovan prompt zwei Tore für seinen Verein LA Galaxy erzielte und sich damit zum besten MLS-Torschützen aller Zeiten krönte.

Klinsmann behauptete, dass die Entscheidung schwer gewesen sei, aber er führte an, dass der 32-jährige Donovan während des Trainingslagers nicht mehr genauso fit wie seine Teamkollegen gewirkt habe - was Donovan vehement bestritt. Auch wenn seine Schnelligkeit nicht mehr die vom Turnier von vor vier Jahren in Südafrika ist, gibt es noch viele Leute, die sich Fragen, warum Spieler wie Jozy Altidore, der 2014 kein Tor erzielte, dem Routinier vorgezogen wurden. Donovan hat 156 Länderspiele bestritten und ist der Mann, der für die USA die meisten Tore erzielt und die meisten Vorlagen gegeben hat.

MARIO GOMEZ (Deutschland)

Der Abstieg von Mario Gomez von einem der besten Stürmer Europas zu einem Angreifer, der nicht mehr benötigt wird, wurde durch die Tatsache bestätigt, dass Joachim Löw nicht einmal in seinem 30-Mann-Kader einen Platz für den 28-Jährigen gefunden hat.

Gomez wechselte im Juli 2013 zum AC Florenz, nachdem sich Mario Mandzukic bei den Bayern seinen Stammplatz erobern konnte. Anhaltende Knieprobleme sorgten dafür, dass er den Großteil der Saison 2013/14 verpasste; in der Serie A kam er nur zu neun Einsätzen.

Obwohl er schon mehr als 50 Länderspiele gemacht hat, hat Gomez noch nie in der WM-Qualifikation oder bei einer Weltmeisterschafts-Endrunde getroffen. Seine Nicht-Nominierung 2014 ist aber trotzdem ziemlich bitter, denn Trainer Joachim Löw hat mit Miroslav Klose nur einen echten Stürmer nach Brasilien mitgenommen. Und der wird 36 Jahre alt, bevor das Turnier losgeht.

ISCO (Spain)

Nach einer überaus erfolgreichen U21-EM, die Spanien gewann, sah es danach aus, als ob Isco fast zwangsläufig seinen Weg in die spanische Nationalmannschaft finden sollte. Er wechselte für viel Geld von Malaga zu Real Madrid, doch dort hatte er große Probleme, im Team von Trainer Carlo Ancelotti seine feste Rolle zu finden.

Nach einer Formkrise und der Umstellung Ancelottis auf ein 4-3-3-System saß Isco die meiste Zeit in der Rückrunde auf der Ersatzbank. Nach seinem Nationalmannschafts-Debüt gegen Uruguay im Februar 2013 folgte nur noch ein weiteres Länderspiel. Und weil Spaniens Trainer Vicente del Bosque jede Menge guter Spieler zur Verfügung hat, war in der zweiten Saisonhälfte schon klar, dass es mit dem Flug nach Brasilien für Isco wohl nichts werden wird.

KAKA (Brasilien)

Nach seiner WM-Teilnahme 2010 musste Kaka zwei Jahre auf seine nächsten Länderspiele warten: Mano Menezes berief ihn für zwei Tests gegen den Irak und Japan. Unter Trainer Luiz Felipe Scolari bekam er auch die Gelegenheit, sein Können zu zeigen, aber es war klar, dass es der Weltfußballer des Jahres 2007 schwer haben würde, bei der WM in seinem Heimatland als Spieler dabei zu sein.

In einer schwierigen Saison für den AC Mailand spielte Kaka gut und erzielte unter anderem seinen 100. Treffer für die Rossoneri. Im offensiven Mittelfeld der Selecao liegen aber inzwischen Oscar, Bernard, Willian und Hernanes vor ihm. Und Scolari vertraut vor allem den Spielern, die im vergangenen Jahr beim Confederations Cup den Titel holten.

SUNDAY MBA (Nigeria)

Nigerias Trainer Stephen Keshi sorgte für Erstaunen, als er Stürmer Ikechukwu Uche nicht für die WM nominierte. Ein noch größerer Schock war allerdings die Tatsache, dass auch Sunday Mbia nicht mit dabei war.

Der Mittelfeldspieler aus Bastian hatte sich verspätet im Trainingslager der Super Eagles gemeldet, denn es gab Probleme mit seinen Papieren, sodass er den Test gegen Schottland verpasste. Doch es sah eigentlich alles danach aus, dass der Held des Afrika-Cups 2013 auch mit nach Brasilien fliegen sollte.

Aber Keshi entschied sich stattdessen für John Mikel Obi, Ogenyi Onazi, Ramon Azeez, Michael Uchebo und Reuben Gabriel. Der Mann, der gegen Burkina Faso den Siegtreffer erzielte, darf nicht zu seiner ersten Weltmeisterschaft. 

SAMIR NASRI (Frankreich)

Die Nicht-Nominierung von Samir Nasri von Manchester City für die WM verlief genauso schlimm wie befürchtet. Der 26-Jährige hatte sich den Zorn des französischen Fußball-Verbandes bei der EM 2012 zugezogen, als er die Journalisten nach den schwachen Vorstellungen des Teams beleidigt hatte. Seit der 0:2-Niederlage in der Ukraine im November hatte Trainer Didier Deschamps nicht mehr auf ihn gesetzt.

Weil Frankreich danach viel besser spielte, als Nasri auf der Bank saß, war es nicht besonders überraschend, dass der Ex-Arsenal-Spieler nicht im vorläufigen Kader für die WM 2014 mit dabei war. Nasri selbst behauptete, dass er nicht überrascht gewesen sei. Während der Mittelfeldmann die Nachricht gelassen akzeptierte, brachte ein Tweet seiner Freundin das Thema in die Schlagzeilen, denn sie brannte ein Feuerwerk an Beleidigungen und Beschimpfungen in Richtung der Verantwortlichen ab. 

RICARDO QUARESMA (Portugal)

Die Rufe, dass Ricardo Quaresma unbedingt zur WM mitfahren muss, wurden schon seit längerer Zeit eher von der Hoffnung getragen. Und das, obwohl der Flügelspieler für Porto in der Liga und in der Europa League gute Leistungen in der vergangenen Saison gebracht hatte.

Nachdem er bei der WM 2010 in Südafrika nicht mit dabei gewesen war, kämpfte er sich zurück in die Seleccao und war bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine mit dabei - auch wenn er ohne Einsatz bei der Endrunde blieb. Bei Trainer Paulo Bento stand er zunächst im vorläufigen Kader für Brasilien, doch dann wurde er gestrichen. Sein Coach machte klar, dass er die persönlichen Qualitäten von Manchester Uniteds Nani mehr schätzte, auch wenn der in der vergangenen Saison viel mit Verletzungen und dem schwachen Abschneiden der Red Devils zu tun gehabt hatte.  

GIUSEPPE ROSSI (Italien)

Die rechtzeitige Rückkehr von Giuseppe Rossi zu alter Stärke war bemerkenswerte - seine Nicht-Berücksichtigung für die WM noch viel mehr. Zwei Kreuzbandrisse überschatteten die Zeit des 27-Jährigen bei Villarreal und auch in dieser Saison fehlte er vier Monate lang. Aber im Mai durfte er gegen Sassuolo wieder in der Serie A auf den Platz und er traf sofort wieder das Tor.

Cesare Prandelli berief ihn daraufhin für das Testspiel gegen Irland. Rossi begann in der Startelf und durfte mehr als eine Stunde spielen. Doch bei der Nominierung entschied sich der Coach für Routinier Antonio Cassano und die relativ unerfahrenen Alessio Cerci, Lorenzo Insigne und Ciro Immobile als Ersatz für Mario Balotelli. Rossi machte auf Twitter klar, dass er fit und bereit für die WM in Brasilien gewesen ist. Und er stellte fest, dass die Vorwürfe, dass er harten Zweikämpfen aus dem Weg gehen würde, "ein Witz" seien. 

CARLOS TEVEZ (Argentinien)

Genau wie Nasri hatte auch Carlos Tevez nicht erwartet, mit zur WM fliegen zu dürfen. Denn seit 2011 war er von Nationaltrainer Alejandro Sabella nicht mehr eingeladen worden. Der 30-Jährige war der zweiterfolgreichste Torschütze in der Serie-A-Saison hinter Ciro Immobile. Und sein Klub Juventus Turin sicherte sich den Titel mit einer Rekordanzahl an Punkten. Schon bevor Sabella seinen Kader benannt hatte, hatte Tevez erklärt, dass er im Sommer mit seiner Familie nach Disneyland fliegen wird.

Trotz seiner tollen Form im Verein konnte Tevez seinen Nationaltrainer nicht überzeugen. Mit Lionel Messi, Gonzalo Higuain und Sergio Aguero hat der Coach in der Offensive jede Menge Optionen - und deshalb ist Tevez weiterhin für Argentinien nicht im Einsatz.

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