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DFB kontert Kritik von Kevin-Prince Boateng

Die Sticheleien des Ghanaers gegen die deutsche Elf provozieren einen Konter aus dem DFB-Lager. Löw gibt sich lakonisch, Niersbach erfolgsgewiss. Götze verteidigt Schweinsteiger.

Frankfurt. Verantwortliche, Trainerteam, Spieler - der DFB stemmt sich mit einer Stimme gegen den Rundumschlag von Kevin-Prince Boateng. Der Ghanaer hatte der deutschen Elf Führungspersönlichkeiten sowie die Favoritenrolle in der WM-Gruppenphase abgesprochen.

Boateng hatte der Elf von Joachim Löw gegenüber Bild vorgehalten, Deutschland habe  "keine Typen und Charaktere, um mit diesem Druck umzugehen und die Mannschaft mitreißen zu können". Deshalb hätte es die DFB-Auswahl "immer, wenn es darauf ankam, nicht geschafft".

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff erwiderte dem Blatt gegenüber die Kritik des gebürtigen Berliners: "Wir brauchen keine Typen, die auf dem Platz nur wild rumschreien. Sondern Spieler, die Verantwortung übernehmen - und die haben wir, wenn ich mir unseren Kader anschaue."

Löw: "Die Antwort gibt es bei der WM"

"Ich möchte dazu nur sagen: Die Antwort gibt es bei der WM", zeigte sich Nationaltrainer Löw angriffslustig. Deutschland trifft am 21. Juni in Fortaleza auf Ghana. Geht es nach Boateng, ist längst nicht ausgemacht, dass der Weltmeister von 1954, 1974 und 1990 einfach durch die Gruppe G durchmarschiert.

"Portugal ist der Favorit in der Gruppe", so das Urteil des Schalkers. Es komme "nur ein Boateng weiter. Welcher, werden wir sehen", hatte der Bruder vom deutschen Nationalspieler Jerome erklärt. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hält von derlei Ansagen aber wenig: "Natürlich werden wir die Vorrunde überstehen."

Niersbach bekräftigt: "Titel ist das Ziel"

"So viel Selbstbewusstsein ist schon erlaubt. Wir haben von den letzten 25 Pflichtspielen nur eins verloren. Natürlich ist der Titel das Ziel", sagte der frühere DFB-Generalsekretär der Sport Bild.

Auch den dritten und wohl persönlichsten Kritikpunkt, den Angriff auf Bastian Schweinsteiger, kann beim DFB niemand nachvollziehen. Ihm werde "nachgesagt, ein Führungstyp zu sein. Doch ob er diese Rolle wirklich annimmt? Ich habe das Gefühl, er ist froh, wenn er in Ruhe Fußball spielen kann", so Boateng über den Münchner.

"Bastian ist ein gestandener Nationalspieler, hat viele Titel geholt. Das schafft man nicht, wenn man nicht besondere Qualität und eine Führungsposition innehat", hatte FCB- und Nationalmannschaftskollege Mario Götze bereits gestern den 29-Jährigen in Schutz vor Boateng genommen, der bis 2009 noch für die Juniorenauswahlen des DFB aufgelaufen war.

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