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Kevin-Prince Boateng stichelt: Deutschland kann nicht mit Druck umgehen

Der Leader des FC Schalke 04 kritisiert das deutsche Team und sieht niemanden, der dem großen Druck aus dem eigenen Land standhalten kann.

Aus Gelsenkirchen berichtet Hassan Talib Haji

Gelsenkirchen. Ghanas Nationalspieler und kommender Gruppengegner der deutschen Nationalmannschaft, Kevin-Prince Boateng, gießt vor dem WM-Auftakt in Brasilien etwas Öl ins Feuer und verschafft der Partie am 21. Juni in Fortaleza zusätzliche Brisanz. Er sieht im Team von Joachim Löw keine wirklichen Führungsspieler.

"Die deutsche Mannschaft hat auf jeder Position Weltklassespieler, genau das ist das Problem der Mannschaft", erklärte Boateng am Montagnachmittag bei einer Pressekonferenz. Mit diesem Portfolio an herausragenden Spielern träumt zwangsläufig das ganze Land davon, dass Bundestrainer Löw nach mehreren Anläufen nun endlich den großen Wurf landet, und einen Titel zurück in die Heimat bringt. Bislang scheiterte er.

Boateng: Deutschland fehlen Typen

Um dem Druck gewachsen zu sein, "braucht Deutschland Charaktere und ich sehe niemanden, der damit umgehen und vielleicht die Mannschaft mitreißen kann. Da fehlt es an diesem Typ Spieler." Rumms! Deutschland fehlt es an Typen, Spieler wie "Stefan Effenberg oder Michael Ballack."

In der Gruppenphase der Weltmeisterschaft treffen Ghana und Deutschland aufeinander, Portugal mit Cristiano Ronaldo und die USA mit Jürgen Klinsmann komplettieren die Gruppe G. "Die Gruppe ist stark, und ich denke, dass Deutschland oder Ghana Fehler machen werden. Diese Fehler werden bestraft", zeigte sich der gebürtige Berliner wenig optimistisch.

"Es wird nur ein Boateng weiterkommen"

Topfavorit auf den Gruppensieg seien die Portugiesen: "Wenn Cristiano Ronaldo fit ist, wird es ganz schwer, sie zu schlagen. Deutschland, Ghana und die USA werden sich die Punkte selber nehmen." Allerdings kommt es beim brisanten Aufeinandertreffen mit seiner Wahlheimat auch einmal mehr zu einem ganz speziellen Duell.

Kevin-Prince Boateng misst sich mit seinem Bruder Jerome vom FC Bayern. "Wenn wir beide weiterkommen, ist es umso schöner", hofft "Prince". Jedoch denkt er, dass es ganz anders kommen wird. "Ich glaube aber, dass dies nicht der Fall sein wird. Es wird nur ein Boateng weiterkommen! Am Ende werden wir sehen, wer das ist. Das denke ich wird passieren."

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