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Khedira: "Wenn es mit der WM nicht klappen sollte, geht die Welt nicht unter"

Ein WM-Aus wäre für den Mittelfeldspieler kein Weltuntergang. Wenn alles gut läuft, habe er "noch sieben oder acht Jahre" auf höchstem fußballerischen Niveau.

Madrid. Nationalspieler Sami Khedira von Real Madrid hat durch seine Kreuzbandverletzung eine gewisse Gelassenheit erlangt. Sein Ziel sei zwar weiterhin, "bei der Weltmeisterschaft zu spielen. Aber ich sehe es inzwischen trotzdem entspannt. Wenn es mit der WM nicht klappen sollte, geht für mich die Welt nicht unter", sagte der 26-Jährige im Interview mit 11Freunde (Donnerstag-Ausgabe).

"Denn sollte alles gut laufen, habe ich noch sieben oder acht Jahre, in denen ich wunderbaren Fußball erleben kann. Ich bin bei einem tollen Klub, spiele mit großartigen Spielern und habe jedes Jahr die Chance, die größten Trophäen zu gewinnen. Das alles ist doch unheimlich viel wert", fügte Khedira an.

Zwar habe ihn seine "Verbissenheit nach oben gebracht, ohne sie wäre meine Karriere nicht fast schon märchenhaft verlaufen. Aber irgendwo gibt es einen Punkt, an dem es um die Kombination aus konzentrierter, harter Arbeit mit einer gewissen Lockerheit oder Entspanntheit geht".

WM-Aus wäre nicht das Ende

In seiner Reha nach seiner im November im Länderspiel gegen Italien erlittenen Knieverletzung habe er viele Dinge "unbedingt erzwingen wollen mit noch einer Behandlung und noch mehr Anstrengung, aber es ging nicht voran. Im Gegenteil - das Knie ist angeschwollen".

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Über Weihnachten sei er dann eine Woche mit der kompletten Familie in Urlaub gefahren, "und als ich wieder in die Reha zurückkam, konnte ich das Knie um 30 Prozent mehr beugen. Das war für mich der Wendepunkt, nicht immer zu sagen: 'Ich will, ich muss zur Weltmeisterschaft.'"

"Es bringt nichts, sich selbst zu belügen"

Khedira will deshalb auch vor der WM in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) ehrlich zu sich sein. Bundestrainer Joachim Löw wisse zwar, "dass ich bis zur letzten Sekunde besessen arbeiten werde, aber ich weiß auch, dass es nichts bringt, sich selbst zu belügen. Das habe ich nämlich in der Reha gelernt: Man sollte nicht laufen wollen, wenn man weiß, dass man noch nicht so weit ist."

Um zur WM zu fahren, führte der frühere Stuttgarter weiter aus, "reicht es außerdem nicht, einfach nur gesund zu werden. Ich muss dem Trainer sagen können: Ich gehe ohne Probleme und ohne Angst in jeden Zweikampf. Ich bin fit und handlungsschnell genug, um Spitzenleistungen gegen die Besten der Welt zu bringen".

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