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Jürgen Klinsmann: Deutschland muss Favoritenrolle annehmen

Der ehemalige Bundestrainer glaubt nur an einen WM-Triumph der DFB-Elf, wenn sie selbst diesen Anspruch haben. Er spricht auch über Social Media und eine Sportdirektor-Ausbildung.

Berlin. Für Jürgen Klinsmann sollte die deutsche Nationalmannschaft viel selbstbewusster mit ihren Titelambitionen bei der WM 2014 in Brasilien umgehen. "Neben Brasilien und Spanien ist Deutschland der Favorit auf den Titel. Ich finde, das muss man auch ganz klar aussprechen. Nur dann ist auch der Glaube da, dieses Ding wirklich durchzuziehen", sagte der 49-Jährige der Berliner Morgenpost.

Nach Einschätzung des früheren Bundestrainers genieße die DFB-Elf im internationalen Vergleich höchstes Ansehen. "Es ist eine starke Generation, die weiter mit noch mehr Talenten gefüttert wird. Jede andere Nation, ob das Brasilien oder Spanien ist, weiß, die Deutschen sind jetzt dran. Dieses i-Tüpfelchen fehlt noch", sagte Klinsmann dem Internet-Portal Spox.

Für die jüngste Kritik an der Abwehrleistung der DFB-Elf zeigte der frühere deutsche Nationaltrainer wenig Verständnis. "Totale Nörgelei", sagte Klinsmann der Morgenpost. "Nur weil man sich gegen Schweden beim 4:4 mal einen Ausrutscher geleistet hat, wird dieses Thema aufgebauscht. Da muss sich niemand Sorgen machen. Die Defensivarbeit beginnt mit dem Mittelstürmer, der den Gegner sofort unter Druck setzt. Das passiert alles bei den Deutschen. Und Jogi wird seiner Linie treu bleiben, auf attraktiven Offensivfußball setzen", sagte Klinsmann, als Spieler Welt- und Europameister.

Lob über Social Media

Klinsmann, der sich mit den US-Boys für die WM am Zuckerhut qualifiziert hat, nutzt bei seiner eigenen Arbeit verstärkt die sozialen Medien. "Meine Jungs spielen zu 70 Prozent in Europa, in sechs verschiedenen Ländern. Wenn ich sie für eine Leistung in ihrem Verein loben will, mache ich das lieber über Twitter oder Facebook als über eine SMS. Für sie ist ein öffentliches Lob vor ihren zigtausend Fans eine Art Ritterschlag."

Ein großes Lob zollte der 108-malige Nationalspieler seinem Schützling Anthony Brooks von Hertha BSC. Der 20-Jährige Verteidiger sei total geerdet. "Ein ganz feiner Junge aus einem sehr guten familiären Umfeld. Und ein richtig guter Fußballer, der seinen Weg gehen wird. Wir sind sehr stolz, dass er für uns spielt."

Sportdirektor-Ausbildung anstatt Kumpel-Prinzip

Für die Position des Sportdirektors forderte der frühere Bundesliga-Coach von Rekordmeister Bayern München eine wichtige Neuerung. "Ich verstehe nicht, warum es nicht längst eine Ausbildung in Deutschland gibt. Diese Position erfordert so viel Kenntnis in Bereichen wie Personalführung und Management. Stattdessen werden solche Jobs weiter danach vergeben, wie gut früher einer mal kicken konnte. Dieses Kumpel-Prinzip kann es doch nicht sein", sagte der Ex-Profi, der das Hubschrauber-Fliegen als neues Hobby angibt.

Er habe seine Privatfluglizenz, könne jederzeit Gäste zum Fliegen mitnehmen. "Jetzt arbeite ich ich an meiner Berufsfluglizenz", verriet Klinsmann. Dann könne er seinen Gästen noch jedes Mal Geld fürs Fliegen abnehmen, sagte der passionierte Pilot mit einem Schmunzeln.


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