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Die erste WM-Teilnahme seit 2002 ist für die Roten Teufel von Trainer Marc Wilmots zum Greifen nah - und weit mehr scheint mit der "Goldenen Generation" möglich.

Zagreb. Die "Roten Teufel" sind seit fast einem Jahr ungeschlagen, haben das WM-Ticket so gut wie sicher und werden schon als Geheimfavoriten für die Endrunde in Brasilien gehandelt. Angesichts ihrer fast schon unheimlichen Erfolgsgeschichte schien ein betrunkener Busfahrer für die belgische Nationalmannschaft am Donnerstag vor dem Endspurt in der WM-Qualifikation noch die größte Gefahr darzustellen.

Das kleine Abenteuer nach ihrer Ankunft in Zagreb, wo sie am Freitag schon mit einem Remis gegen Kroatien das Brasilien-Ticket lösen könnte, wischte die Mannschaft von Trainer Marc Wilmots schnell beiseite. Der Busfahrer, der die Delegation zum Hotel fahren sollte, saß offenbar betrunken hinterm Lenkrad. Auf dem Weg zum Flughafen hatte er mit dem Mannschaftsbus einen Unfall verursacht und war geflüchtet. Die Polizei schnappte den Busfahrer, bevor er seine wichtige Fracht abholen konnte. Der Fahrer des Pressebusses sprang ein.

"Werden auf Sieg spielen!"

Dass der kleine Zwischenfall die Belgier auf ihrem Durchmarsch auch nur ansatzweise bremsen könnte, scheint ausgeschlossen. Ihre letzte Niederlage kassierten sie in einem Testspiel im vergangenen November in Rumänien (1:2), 2013 folgten sechs Siege und ein Unentschieden. Der ehemalige Schalker "Eurofighter" Wilmots konnte sich dabei stets auf eine Mannschaft verlassen, die ihm eine faszinierende Mischung aus Routiniers und herausragenden Talenten bietet - und damit auch fantastische Perspektiven.

"Wir wären schlecht beraten, wenn wir auf ein Unentschieden spekulieren würden. Wir werden auch in Kroatien auf Sieg spielen", sagte Wilmots, wohlwissend, dass seine Mannschaft gar nicht anders kann. Mit herzerfrischendem Offensivfußball hat sein Team längst das ganze Land angesteckt, selbst ein Fachmann wie Jean-Marie Pfaff kann kaum an sich halten. "Unsere Mannschaft ist dermaßen stark, wir müssen ins Halbfinale kommen. Und dann ist alles möglich", sagte der ehemalige Nationaltorwart jüngst dem SID. Für den ehemaligen Bayern-Keeper stellt sich die Frage nach der WM-Qualifikation gar nicht mehr. Als das "heißeste Versprechen im europäischen Fußball", bezeichnet Pfaff das Team und ist sich sicher: "Die anderen haben Angst vor uns!"



"Wahrlich eine Goldene Generation - Marc Wilmots hat großes Glück"

Dieser Ansicht ist offenbar auch bwin. Der Sportwettenanbieter listet Belgien bei der WM-Siegerwette mit der Quote von 13,00 auf dem fünften Rang - hinter Brasilien (4,25), Deutschland (5,00), Argentinien (6,00) und Spanien (7,50). Ein Blick auf die belgischen Spieler verrät, dass diese Einschätzung alles andere als aus der Luft gegriffen ist.

Marouane Fellaini (Manchester United) ist nicht nur wegen seiner waghalsigen Afro-Frisur in Belgien längst ein Superstar. Auf 28 Millionen Euro beziffert transfermarkt.de den Wert des Mittelfeldspielers. Eden Hazard (FC Chelsea) steht bei 42 Millionen Euro, für Axel Witsel hat Zenit St. Petersburg 40 Millionen Euro ausgegeben. Hinzu kommen das Sturm-Supertalent Romelu Lukaku (FC Everton/Marktwert: 24,0 Millionen Euro), Vincent Kompany (35,0), Abwehrchef und Kapitän von Manchester City, Kevin de Bruyne (FC Chelsea/17,0), Christian Benteke (Aston Villa/21,0). "Wahrlich eine Goldene Generation - Marc Wilmots hat großes Glück", sagt Pfaff.

"Es ist magisch"

Marc Wilmots ist Nationaltrainer und nebenher, wie passend, Politiker bei der liberalen Partei "Mouvement Réformateur" ("Reformbewegung"). Wo frühere Nationaltrainer verzweifelt nach fähigen Spielern suchten, muss Wilmots eine Fülle von Stars bei Laune halten. Doch das ist für ihn nebensächlich, er sieht seine Aufgabe ohnehin tiefergehend.

"Jedes Spiel ist ausverkauft, es ist magisch", sagt der Ex-Nationalspieler. "Ich verteidige unsere belgische Flagge. Wir tragen die Farben eines Landes mit drei Amtssprachen, das kulturell interessant ist. All die Spieler, die im Ausland leben, kommen hier ja nicht des Geldes wegen zusammen, sondern weil sie Werte leben: Solidarität, Ehrlichkeit und Respekt."

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