thumbnail Hallo,

Die Proteste rund um den Confed Cup halten an. Doch der Sportminister Brasiliens sieht keinen Grund zur Beunruhigung - auch nicht in Hinsicht auf die WM 2014.

Rio de Janeiro. Mit einer klaren Botschaft an den Fußball-Weltverband FIFA hat Sportminister Aldo Rebelo die Austragung der WM 2014 in Brasilien trotz der Protestkundgebungen und den Pannen beim Confed Cup verteidigt. "Es gibt keinen besseren Platz, um die WM zu veranstalten", verkündete der ranghohe Politiker und entgegnete damit energisch Gerüchten über einen "Plan B" der FIFA, das Event an ein anderes Land zu vergeben.

In seiner Begründung zählte Rebelo auf: "Hier ist das Land des Fußballs, das einzige, das an allen WM-Turnieren teilgenommen hat, das fünf WM-Titel geholt hat, aus dessen Reihen der WM-Rekordtorschütze kommt, das die größten Talente im Weltfußball hervorbringt."

Infrastruktur um die Stadien verbesserungswürdig

Für das Turnier im kommenden Jahr gäbe es jedoch noch eine Reihe von Problemfeldern. Ein Beispiel: die Fertigstellung der übrigen sechs WM-Stadien bis Dezember. "Ich denke, dass wir durch die verspätete Fertigstellung (von vier der sechs Confed-Cup-Arenen, Anm. d. R.) einen Nachteil hatten. Das müssen wir korrigieren", erklärt Rebelo. Der Transport der Fans zu den Stadien sowie die Kapazität und Qualität der Hotels seien ebenfalls verbesserungswürdig.

Sportminister sieht keinen Imageschaden

Dennoch sieht Rebelo keinen Imageschaden für Brasilien, auch nicht durch die landesweiten Demonstrationen. "Ich glaube nicht, dass die Kundgebungen Auswirkungen auf das Bild Brasiliens haben. Wir zeigen ja, dass wir ein demokratisches Land sind, das mit Protestmärschen leben kann, diese respektiert, Gewaltakte aber zu verhindern weiß, und gleichzeitig ein großes Event wie den Confed Cup organisiert", so der enge Vertraute von Staatspräsidentin Dilma Rousseff.

Adressat des Protestes seien Unzufriedenheiten

Die Proteste richten sich in erster Linie nicht gegen das Event, nicht gegen die Regierung, sondern es ist angestaute Unzufriedenheit des Volkes über öffentliche Dienstleistungen, Gesundheit, Bildung, Transport, Sicherheit. "Deshalb sehe ich auch nicht, weshalb jetzt weniger Touristen nach Brasilien kommen werden", urteilt der 57-Jährige.

EURE MEINUNG: Gegen wen richten sich die Proteste der Bevölkerung wirklich?

Dazugehörig