Alle hassen Webb: Der Schiedsrichter wird zum Sündenbock

Der Brite war nicht unbeteiligt am Rekord von 15 Karten während des WM-Finales, aber die Hauptschuld trugen wohl die Spieler in Orange. Die niederländische Presse indes schießt sich auf den Engländer ein.

Referee Howard Webb zückte 13 Mal Gelb, einmal Gelb-Rot (Panoramic)

(chv) Johannesburg. Howard Webb bekommt einen Tag nach dem WM-Finale sein Fett weg. Der Engländer musste bei der Niederlage der Niederländer gegen Spanien die Karten öfter zücken, als es ihm und allen anderen lieb war. Von der holländischen Presse wird er nicht gerade mit Lob überschüttet, um es positiv auszudrücken.

„Trottel“ Webb

Die AD Sportwereld teilte aus: „Die niederländische Nationalmannschaft ging im WM-Finale unter, größtenteils dank eines Trottels von Schiedsrichter.“ Und es ging munter weiter: „Es war ein fesselndes Duell, welches sich durch die Spannung entwickelte, aber den Philistern wurde von Howard Webb geholfen, einem umstrittenen Schiedsrichter aus England. Er hopste über den Rasen, verteilte Karten und leitete das vorher mit einer irritierenden Geste in Richtung des Übeltäters ein. Die Mannschaften verdienten einen Schiedsrichter in Topform, aber das war bei Webb ganz sicher nicht der Fall.“

Getrübte Freude

Eine nicht gegebene Ecke rund eine Minute vor dem entscheidenden Treffer von Iniesta war weiter Thema: „Spaniens Siegtreffer wurde verständlicherweise von den Spaniern überschwänglich gefeiert, aber der Schnitzer von Webb vorher, als er Holland eine offensichtliche Ecke nicht gab, trübte die Stimmung, zumindest für die Niederländer.“ Auch der spanische El Mundo Deportivo resümierte eine fatale Leistung von Webb, wenn auch anders ausgelegt: „Holland konnte sich auf eine unerwartete Allianz verlassen: Schiedsrichter Howard Webb, der es den Niederländern erlaubt hat, immer und immer wieder mit brutalen Fouls davon zu kommen. Holland beging 28 Fouls und der Schiedsrichter hätte De Jong nach einem Karate-Tritt an Xabi Alonso vom Platz schicken müssen.“

„Er sollte sich schämen“

Die englische Sun veröffentlichte nun einige Kommentare von Internet-Usern, die mehr sagen als 1000 Worte. „Frau Webb wusste, worüber sie redete, als sie überrascht war zu hören, dass Hubbie Howard zum Schiedsrichter für das WM-Finale nominiert wurde und sie sagte, er könne nicht einmal seine eigenen Kinder unter Kontrolle halten,“ schrieb ein User. Ein anderer gab sich noch kritischer: „Was für eine armselige Leistung von diesem Schiedsrichter. Er sollte sich dafür schämen, dass ihm dieses Spiel vollkommen aus den Händen glitt.“ Zumindest von FIFA-Präsident Sepp Blatter bekam Howard Webb Rückendeckung, der trotz dieses unglücklichen Auftritts immer noch zu den besten Schiedsrichtern gehört, die momentan auf dem Erdball herumlaufen.

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