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Oranje beneden: Holland am Boden
Vier Minuten fehlten, dann hätte Oranje sich immerhin ins Elfmeterschießen gerettet. Doch die Furia Roja, die rote Furie, ließ nicht locker. Die Iberer wollten nichts dem Zufall überlassen, erst recht nichts dem Glücksspiel vom ominösen Punkt, elf Meter vom Tor entfernt. Die 116. Minute versetzte dann ganz Holland in einen regelrechten Schockzustand.
Von Nils RESCHKE
Johannesburg. Ballverlust direkt vor dem Strafraum von Maarten Stekelenburg. Cesc Fabregas angelt sich das Leder, sieht, wie Andres Iniesta sich halbrechts davongeschlichen hat. Und auf einmal ist er frei, der Spieler vom FC Barcelona. So wie damals an der Stamford Bridge, im Halbfinale gegen Chelsea, als Barca mausetot schien. Iniesta zog ab – und traf mitten ins niederländische Herz. Aus der Traum vom WM-Titel. Der Europameister gewann auch das Endspiel der Weltmeisterschaft mit 1:0. Und Oranje war fortan nicht „boven“, aber völlig „beneden“.
„Ein Trauma“
Hollands Goal.com-Chefredakteur Wout Stravers versuchte, den Schock in Worte zu formulieren: „Das ist ein Trauma. Zum dritten Mal im Endspiel und wieder verloren“, meinte Stravers. Schuld daran habe die Rote Karte für John Heitinga in der 109. Minute. „Ansonsten hätte es wohl fürs Elfmeterschießen gereicht“, meinte der Chefredakteur aus den Niederlanden. „Wir haben es nicht geschafft, unser eigenes Spiel durchzubringen.“
Arjen Robben kein Spielverderber
Aber Chancen, die besaß die Elftal. Nicht reichlich, aber zumindest zwei absolute Hochkaräter in Person von Arjen Robben. In der 62. Minute tauchte der Spieler vom FC Bayern München völlig frei vor Iker Casillas auf, der mit dem Fuß abwehrte. Es fehlten zwei, vielleicht drei Zentimeter, ansonsten wäre das Leder nicht am Spann des spanischen Keepers, sondern in dessen Tor gelandet. Kurz vor dem Abpfiff der regulären Spielzeit eine ähnliche Szene: Dieses Mal traute sich Robben offensichtlich nicht, zu schießen. Behindert von Puyol probierte er, mit Tempo an Casillas vorbeizukommen – und ließ sich den Ball vom Fuß nehmen.

Arjen Robben im Laufduell mit Busquets.
90 Minuten – eher zum Vergessen
„Ein sehr, sehr schweres Spiel und hart umkämpft“, fasste Spaniens Weltmeister-Coach Vincente del Bosque später zusammen. Richtigerweise, denn hochklassig war es nicht, insbesondere die regulären 90 Minuten waren eines WM-Finals unwürdig. Beeindruckend aber, wie der Europameister in der Verlängerung agierte, wie er immer noch wusste, das Tempo zu forcieren und sich so Chancen erspielte, die Niederlande unter Druck setzte. Am Ende musste deswegen auch Bert van Marwijk einräumen: „Das bessere Team hat gewonnen.“
„Unglaublich, unfassbar“
Spanien hat nicht so brilliert wie noch bei der EM 2008 in der Schweiz und Österreich. Aber dieses Team war jederzeit Herr der Lage, und zwar in allen K.o.-Spielen. Wie keine andere Mannschaft haben die Iberer immer an sich und ihre Stärken geglaubt. Es ist ihnen gelungen, ihren Stil durchzusetzen. So entzauberten sie schon den deutschen Angriffswirbel. So entwaffneten sie auch die Niederlande. Weil Spanien echte Matchwinner in seinen Reihen hatte. Wie Andres Iniesta, dem das Schlusswort gebührt: „Das ist unglaublich, unfassbar, ohne Worte. Wir werden das jetzt genießen, denn dieser Triumph hat auch sehr viel Kraft gekostet.“ Olé!
„Ein Trauma“Hollands Goal.com-Chefredakteur Wout Stravers versuchte, den Schock in Worte zu formulieren: „Das ist ein Trauma. Zum dritten Mal im Endspiel und wieder verloren“, meinte Stravers. Schuld daran habe die Rote Karte für John Heitinga in der 109. Minute. „Ansonsten hätte es wohl fürs Elfmeterschießen gereicht“, meinte der Chefredakteur aus den Niederlanden. „Wir haben es nicht geschafft, unser eigenes Spiel durchzubringen.“
Arjen Robben kein Spielverderber
Aber Chancen, die besaß die Elftal. Nicht reichlich, aber zumindest zwei absolute Hochkaräter in Person von Arjen Robben. In der 62. Minute tauchte der Spieler vom FC Bayern München völlig frei vor Iker Casillas auf, der mit dem Fuß abwehrte. Es fehlten zwei, vielleicht drei Zentimeter, ansonsten wäre das Leder nicht am Spann des spanischen Keepers, sondern in dessen Tor gelandet. Kurz vor dem Abpfiff der regulären Spielzeit eine ähnliche Szene: Dieses Mal traute sich Robben offensichtlich nicht, zu schießen. Behindert von Puyol probierte er, mit Tempo an Casillas vorbeizukommen – und ließ sich den Ball vom Fuß nehmen.

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90 Minuten – eher zum Vergessen
„Ein sehr, sehr schweres Spiel und hart umkämpft“, fasste Spaniens Weltmeister-Coach Vincente del Bosque später zusammen. Richtigerweise, denn hochklassig war es nicht, insbesondere die regulären 90 Minuten waren eines WM-Finals unwürdig. Beeindruckend aber, wie der Europameister in der Verlängerung agierte, wie er immer noch wusste, das Tempo zu forcieren und sich so Chancen erspielte, die Niederlande unter Druck setzte. Am Ende musste deswegen auch Bert van Marwijk einräumen: „Das bessere Team hat gewonnen.“
„Unglaublich, unfassbar“
Spanien hat nicht so brilliert wie noch bei der EM 2008 in der Schweiz und Österreich. Aber dieses Team war jederzeit Herr der Lage, und zwar in allen K.o.-Spielen. Wie keine andere Mannschaft haben die Iberer immer an sich und ihre Stärken geglaubt. Es ist ihnen gelungen, ihren Stil durchzusetzen. So entzauberten sie schon den deutschen Angriffswirbel. So entwaffneten sie auch die Niederlande. Weil Spanien echte Matchwinner in seinen Reihen hatte. Wie Andres Iniesta, dem das Schlusswort gebührt: „Das ist unglaublich, unfassbar, ohne Worte. Wir werden das jetzt genießen, denn dieser Triumph hat auch sehr viel Kraft gekostet.“ Olé!
Goal.com-Umfrage
Die Umfrage läuft vom 12.07.2010 bis zum 14.07.2010
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