Andrés Iniesta, der spanische Held

Lange Zeit mühte sich spanische Mittelfeldspieler vergebens, ehe er die „Seleccion“ vier Minuten vor dem Elfmeterschießen in Ekstase versetzte.

Weltmeister Iniesta im Duell mit van Bommel (Panoramic)


(fab) Johannesburg. Es dauerte 116 Minuten, ehe Andrés Iniesta die Spanier im WM-Finale gegen die Niederlande erlöste: Der Mittelfeldspieler traf nach langer Zeit des Tretens und des Lamentierens zum verdienten 1:0 für den Europameister. Er stürzte damit nicht nur sein Land in einem Freudentaumel, sondern verewigte sich damit auch in den Geschichtsbüchern.

Wegbereiter van der Vaart


Der 26-jährige rackerte das gesamte Spiel an der Seite seines Vereinskameraden Xavi vom FC Barcelona. Allerdings scheiterte es meist am finalen Pass. Stets hatte noch ein „Oranje“-Spieler seinen Fuß dazwischen oder die Zuspiele kamen nicht präzise genug. So musste kurz vor dem Ende der Verlängerung der Zufall mithelfen: Ein missglückter Rettungsversuch von Rafael van der Vaart landete vor den Füßen von Cesc Fabregas. Der Arsenal-Kapitän schickte Iniesta auf die Reise und der 26-jährige schloss humorlos aus zehn Metern ab.

Gedenken an Jarque


Bei seinem Jubel zeigte Iniesta eine große Geste. Er zog sich das Trikot aus und würdigte den vor einem Jahr verstorbenen Kapitän von Espanyol Barcelona, Dani Jarque, mit einem Schriftzug auf seinem Unterhemd. „Du bist immer bei uns“, stand auf Iniestas Shirt. Die gelbe Karte, die er deswegen von Howard Webb sah, konnte er getrost verschmerzen.

Der Mann für die späten Tore


Für Iniesta war es der achte Treffer im 50. Länderspiel. Der 1,70 Meter große Dribbelkünstler bewies damit einmal mehr, dass er ein Mann für die späten, wichtigen Tore ist. Im Frühjahr 2009 schoss er seinen Klub im Halbfinale der Champions League mit einem Last-Minute-Treffer an der Stamford Bridge gegen den FC Chelsea ins Endspiel der Königsklasse. Heute fügte er seiner persönlichen Erfolgsgeschichte ein weiteres Kapitel hinzu.


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