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DFB-Tross: Zum Abschluss wird ignoriert
Gooooooood moooooooooooorning, Johannesburg! Allmählich leeren sich in Südafrika wieder die Hotels und es ist spürbar, dass die Weltmeisterschaft 2010 dem Ende entgegen geht. Dabei stehen die beiden Endspiele noch aus. Am Abend spielt dabei im „kleinen Finale“ die deutsche Nationalmannschaft gegen Uruguay um den dritten Platz. Es ist allerdings schade, dass der DFB-Tross dieser Weltmeisterschaft nicht einen würdigen Abschluss gegönnt hat.
Von Dennis WEINACHT
Johannesburg. Ob sich die Menschen in Südafrika freuen, dass die Weltmeisterschaft allmählich ein Ende findet? Schwer zu sagen. Denn das Land hat sich als freundlicher Gastgeber präsentiert, giert nicht gerade nach Normalität. Die Menschen hatten spürbar Spaß an dieser Veranstaltung, haben Reisende aus aller Welt mit großem Respekt und außergewöhnlicher Hilfsbereitschaft empfangen und aufgenommen. So auch die Nationalmannschaft aus Deutschland. Das Team um den Bundestrainer Joachim Löw hat sich über weite Strecken sehr wohl gefühlt, tritt nun aber bereits am Sonntag wegen des verpassten Endspiels die Heimreise an.
Dabei haben die Randdaten dieser Heimreise schon verwundert: Mit dem Lufthansa-Airbus A380 geht es zurück nach Frankfurt am Main. Bei diesem Flugzeug handelt es sich um das Flaggschiff aus dem Hause Lufthansa. Bereits den Jungfernflug hat der DFB-Tross erlebt, wurde beim ersten Einsatz dieses gigantischen Flugzeugs nach Südafrika geflogen. Am Sonntag geht es nun zurück in die Heimat. Mit an Bord: rund 200 Journalisten und etwa 300 Urlaubs-Reisende. Und wann startet diese Maschine? Um 20.00! Kleine Erinnerung: Um 20.30 Uhr beginnt auch das Endspiel der Weltmeisterschaft, das die deutschen Nationalspieler aber offenbar nicht sehen wollen. Das erklärte zumindest Oliver Bierhoff am Freitag.
„Ein kleiner Schmerz“
„Da ist so viel Technik an Board, dass wir das Ergebnis schon erfahren werden. Es fällt zudem keinem schwer, das Spiel nicht live zu sehen. Denn das wäre noch einmal ein kleiner Schmerz“, gab der Teammanager zu verstehen, dass man den Niederlanden oder Spanien auch nicht unbedingt dabei zusehen möchte, wie die Gewinner den WM-Pokal gen Himmel strecken. Nur zu gerne hätte die deutsche Nationalmannschaft den Titel geholt – verständlich. Nun ein anderes Team mit der Trophäe zu sehen, scheint noch nicht im Bereich des Möglichen zu sein. Nicht dass sich auf einmal dramatische Eifersuchtsszenen abspielen. Aber wer will es den Spielern auch verübeln: Neun Wochen haben sie im Kreise der Nationalmannschaft am Titelgewinn gebastelt, am Ende sind sie knapp aber verdient an Spanien gescheitert. Das war eine Enttäuschung!
Keine Fan-Feier? Bedauerlich!
Eine ganz große Enttäuschung wartete am Freitag aber auch noch auf die Fans: Der DFB-Tross hat sich dazu entschlossen, die Fan-Feier und den offiziellen Empfang in Berlin abzusagen. Nach der Weltmeisterschaft 2006 und der Europameisterschaft 2008 hatten sich die Kicker damals mit den Fans zusammen abschließend gefreut und mit ihnen gefeiert. Es waren in beiden Fällen gleichermaßen friedliche wie auch stimmungsvolle Veranstaltungen. In diesem Jahr wird es das also nicht geben. Co-Trainer Hansi Flick darf eigentlich nie mehr von einem guten Turnier reden, erklärte er doch zu den Gründen: „Wir waren neun Wochen zusammen, müssen den Spielern jetzt auch mal Urlaub zugestehen. Außerdem sind wir mit dem dann vielleicht erreichten dritten Platz nicht zufrieden.“

Auch in den Stadien waren viele deutsche Fans zur Unterstützung der Spieler dabei!
Seid bitte stolz auf euch!
Das darf die Nationalmannschaft aber durchaus sein: 4:1 gegen England, 4:0 gegen Argentinien und dann das enge Aus gegen die beste Mannschaft der Welt. Jungs, das war eine tolle Leistung! Diese Weltmeisterschaft war ein ganz wichtiger Schritt nach vorne für den deutschen Fußball. Die Fans in Deutschland sind auf ihre Nationalmannschaft – und auch auf den dritten Platz – stolz, dass nun die Fan-Feier abgesagt wurde, weil die Spieler in Urlaub sollen, enttäuscht. Auf einen Tag Urlaub hätte man da auch verzichten können, schließlich haben die Anhänger in der Heimat in den letzten Wochen auch große Disziplin bewiesen, das Team nach allen Möglichkeiten und Kräften unterstützt und ihm aus der Heimat zugejubelt.
Lahms Worte verwundern
Auch Philipp Lahms Worte schmälerten die Enttäuschung bei den Fans nicht: „Das große Ziel war mehr als das Spiel um Platz 3. Und wir hatten bereits 2006 und 2008 das große Fanfest ohne gewonnenen Titel.“ Aber auch damals hatte das Team schon begeistert und sich dafür eine Feier mit den Fans verdient! „Ich spreche den Fans einen großen Dank aus. Wir haben mit Bildern und Videos die Stimmung aus der Heimat aufgesogen. Dafür können für den Fans gar nicht genug danken“, erklärte Lahm weiter. Doch man hätte den Fans danken können, indem man den offiziellen Empfang nicht absagt und sich den Anhängern zeigt. Leider hat die deutsche Nationalmannschaft mit dieser Aktion einem erneut tollen Turnier einen passenden Ausklang verwehrt. Schade für alle Beteiligten.
Die Weltmeisterschaft 2010: Das ist das Goal.com-Team für Südafrika

Eure Meinung: Was sagt Ihr zum abgesagten Fan-Fest? Hätte sich die deutsche Nationalmannschaft den Fans noch präsentieren sollen, bevor die Kicker ihren Urlaub aufnehmen?
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Uruguay - Venezuela
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