Die Flop-Elf des Viertelfinals bei Goal.com

Im Fußball gibt es immer Verlierer und nach dem Viertelfinale bei der Weltmeisterschaft gab es davon einige! Vor allem die als Mit-Favoriten gehandelten Argentinier und Brasilianer überzeugten in der Runde der besten Acht nicht, müssen die Heimreise mit einigen traurigen und enttäuschten Gesichtern antreten. Sie haben erst wieder in vier Jahren die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen.

Von Dennis WEINACHT

Ideenlosigkeit bei Heinze, Messi und Tevez (Getty Images)

Johannesburg. Wie nach jeder Runde hat Goal.com nun auch nach dem Viertelfinale bei der Weltmeisterschaft eine Mannschaft der Enttäuschenden zusammengestellt. Dieses Team wird von Südamerikanern dominiert. Brasilien und Argentinien stellen die meisten Spieler, auch Paraguay ist vertreten. Ghana stellt zudem ein paar Reservisten, die auf der Ersatzbank auch einen Niederländer antreffen.

TOR

Julio Cesar (Brasilien)

Der brasilianische Schlussmann sah bei dem Gegentor zum 1:1-Ausgleich gegen die Niederländer extrem schlecht aus. Er verließ sein Tor, konnte den Ball aber nicht klären. Auch ansonsten wirkte er nicht sicher, patzte bei hohen Bällen schon davor und auch danach immer wieder. So war er für die „Selecao“ kein sicherer Rückhalt.

VERTEIDIGUNG

Michel Bastos (Brasilien)

Über seine Seite hatten die Niederländer die meisten Angriffe, weil er sich vor allem mit Arjen Robben extrem schwer tat. Immer wieder kam er gegen ihn im Zweikampf zu spät, drohte sogar vom Platz zu fliegen. Er war auch im Umgang mit dem Ball schwach, hatte viele nicht nachzuvollziehende Fehlpässe im Spielaufbau.

Nicolas Otamendi (Argentinien)

Der Verteidiger machte in vielen Szenen so ziemlich alles falsch, was man nur falsch machen konnte: Er war schwach in den Zweikämpfen, stand gegen Deutschland oft zu weit weg von seinen Gegenspielern und verschuldete maßgeblich vor allem das 0:1 durch Thomas Müller. Er spielte auf der rechten Seite und kam als gelernter Innenverteidiger damit gar nicht klar.

Martin Demichelis (Argentinien)

Der Mann vom FC Bayern München gefiel nicht in der Abwehr der „Gauchos“, leistete sich dort einige Fehler und war im Zweikampf nicht konzentriert. Vor allem mit Müller hatte er immer wieder seine Probleme. Ihn konnte er nicht in den Griff bekommen. Demichelis schwankt immer zwischen genial und katastrophal – Letzteres war am Samstag der Fall.

Antolin Alcaraz (Paraguay)

Der Verteidiger agierte bemüht, gefiel aber nicht wirklich. Er wirkte in vielen Szenen überfordert, verschuldete so etwa den Strafstoß, den Spanien aber im zweiten Versuch verschoss. Ansonsten wirkte er oft mit der körperlichen Stärke der Gegenspieler überfordert und er erlaubte sich einige Fehler im Abspiel. Er ließ Spanien somit oft schnell wieder umschalten.

MITTELFELD

Felipe Melo (Brasilien)

Nachdem er vor dem 1:0 durch Robinho noch richtig genial auflegte, entwickelte er sich zum absoluten Flop des Spiels gegen die Niederlande. Er erzielte den „Oranje“-Ausgleich per Eigentor, war beim zweiten Treffer des Gegners nicht bei Wesley Sneijder, für den er beim Eckball zugeordnet war. Außerdem sah er nach einem unnötigen Nachtreten Rot – schlimmer geht nimmer!

Alvaro Fernandez (Uruguay)

Der einzige Sieger in der Flop-Startelf musste bereits zur Pause ausgewechselt werden gegen Ghana, weil er extrem schwach spielte. Er agierte auf dem rechten Flügel, womit sein Trainer etwas überraschte – auch den Spieler. Der wirkte völlig von der Rolle, war defensiv überfordert und in der Offensive nie im Bilde. Er hat immerhin noch die Chance, es besser zu machen.

Maxi Rodriguez (Argentinien)

Er hatte eigentlich einen klaren Auftrag, sollte den rechten Flügel Argentiniens bearbeiten. Aber das war absolut nicht sein Tag und so trat er de facto in keiner Phase des Spiels wirklich in Erscheinung. Seine Ballbehandlung war leider oft schwach und er verstand es auch nicht, Lücken für seine Mitspieler zu reißen. Unbeweglich, unkonzentriert und ideenlos!

Enrique Vera (Paraguay)

Er wurde eingewechselt und schaffte es als Joker in einem rund halbstündigen Einsatz noch in die Flop-Mannschaft. Das lag daran, dass er mit Andrés Iniesta überhaupt nicht zurecht kam. Er ließ ihn oft gewähren, war in den Zweikämpfen nicht präsent. Seine Hereinnahme hatte sich absolut nicht gelohnt für Paraguay.

STURM

Luis Fabiano (Brasilien)

Er gefiel phasenweise höchstens durch seine hohe Laufbereitschaft. Ansonsten war er im Passspiel unsicher und eigentlich tauchte er vor allem in der zweiten Halbzeit absolut ab. Er konnte am Spiel seiner Mannschaft kaum teilnehmen und wird sicherlich in der Heimat bei seiner Rückkehr auch nicht gerade gefeiert werden.

Gonzalo Higuain (Argentinien)

Er hatte in der Offensive gegen Deutschland nichts zu melden, sah zudem beim tollen Solo-Lauf von Bastian Schweinsteiger vor dem 3:0 schlecht aus, als er den Mittelfeldspieler gewähren ließ. Ansonsten fiel er wenn überhaupt nur durch Reklamieren und Diskutieren mit dem Schiedsrichter auf. Er kann mehr, hat dies aber nicht gezeigt.

ERSATZBANK

Natürlich würde es zu weit führen, zwölf Spieler auszuwählen, um den Flop-Kader zu komplettieren. Goal.com hat sich deshalb hauptsächlich von den Verlierer-Teams exemplarisch noch die Spieler ausgewählt, die nur knapp einen Platz in der Startelf der Enttäuschenden verpasst haben. Aus Argentinien rücken deshalb noch Gabriel Heinze, Javier Mascherano und Carlos Tevez in den Kader. Brasilien stellt mit Gilberto und Gilberto Silva noch zwei weitere Kandidaten, ebenso wie Ghana. Für das beste afrikanische Team dieser Weltmeisterschaft nehmen noch Asamoah Gyan und Richard Kingson auf der Bank ihren Platz ein. Ebenfalls im Kader steht zudem Robin van Persie, der zwar mit „Oranje“ die nächste Runde erreichte, dabei aber selbst sehr schwach spielte.

TRAINER

Diego Maradona (Argentinien)

Er hatte vor dem Spiel ein starkes Argentinien angekündigt und enttäuschte damit vor allem seine Fans. Taktisch wirkte seine Mannschaft nicht sehr gut auf den Gegner eingestellt. Das Team war zudem sehr früh extrem verunsichert und schlug sich letztlich durch individuelle Fehler nahezu selbst. Nicht zu erklären, wieso die Mannschaft nach den starken Spielen zuvor so sehr enttäuschte.

Eure Meinung: Wen haben wir zu Unrecht in unsere Flop-Elf berufen? Und wen sollten wir dem Team noch hinzufügen?



Goal.com-Umfrage
Die Umfrage läuft vom 01.07.2010 bis zum 03.07.2010
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Wer war für Euch der Flop des WM-Achtelfinales?
Cristiano Ronaldo (Portugal)
 
46.21%
Wayne Rooney (England)
 
32.76%
John Terry (England)
 
7.82%
Ricardo Osorio (Mexiko)
 
4.65%
Gareth Barry (England)
 
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Ashley Cole (England)
 
1.71%
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Sung-Ryong Jung (Südkorea)
 
1.22%
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0.49%
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0.24%
 
 
 
 
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