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Deutschlands Entwicklung macht Mut
Gooooooooood moooooooooooorning, Johannesburg! Deutschland erreicht nach 2002 und 2006 auch bei der Weltmeisterschaft 2010 das Halbfinale und freut sich nun auf Spanien. Dabei hat die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw eine spannende und gute Entwicklung genommen. Den Coach und seinen nominellen Kapitän Michael Ballack freut das. Und ganz Deutschland jubelt in der Heimat mit seiner Delegation.
Von Dennis WEINACHT
Johannesburg. Eigentlich könnte man beim täglichen Durchstöbern der TV-Programme schon Angst bekommen: Da öffnet Lukas Podolski eine Tür und sagt mit nicht ganz so intelligent klingendem Nachdruck: „Isch hab Strom!“ Dann gibt es da auch noch den sehr schönen Werbespot, in dem unser deutscher Schlussmann Manuel Neuer mit einem Nutella-Glas jubelnd auf einem Stuhl posiert. Vor der Weltmeisterschaft war da schon so ein klein wenig die Angst, dass die Mannschaft so spielen könnte, wie sie wirbt – kindisch, nervig und irgendwie total lächerlich. Schließlich waren die Führungsspieler mehr oder weniger freiwillig aussortiert. Aber bei der Weltmeisterschaft zeigt die Mannschaft von Joachim Löw, dass in allen Bereichen ein Prozess des Reifens stattgefunden hat und nach wie vor stattfindet.
Sportliche Fortschritte extrem
Sportlich ist das sowieso absolut zu erkennen. Waren die Spiele in der Gruppenphase nicht immer auf Extraklasse basierend, steigert sich die Mannschaft merklich im Verlaufe des Turniers. Das Spiel gegen England (4:1) war schon extrem stark, die Begegnung gegen Argentinien (4:0) war dann aber der (vorläufige) Höhepunkt. Trotz aller Anstrengungen möchte mir derzeit kein Spiel einfallen aus der jüngeren Vergangenheit, dass eine deutsche Nationalmannschaft so überzeugend für sich entscheiden konnte. In den letzten Wochen hat sich die Mannschaft mit dem Leder am Fuß gesteigert, sich gut aufeinander eingestellt und offenbar neue Säulen im Team ausgemacht. Das war wichtig und gut, aber in dieser Form und vor allem in dieser Geschwindigkeit war dieser Trend sicherlich nicht zu erwarten.
Menschlich wächst das Team
Aber nicht nur im Umgang mit dem Leder hat sich offenbar einiges getan. Auch die Rollen auf dem Feld wurden schnell verteilt und das erfordert nicht nur spielerische Klasse, sondern vor allem auch Charakter. Die Mannschaft musste sich nach den Rückschlägen der letzten Monate neu orientieren und sie hat das vorbildlich getan. Überraschend, wie schnell das Team kompakt auftreten konnte, wie unbeirrt und Selbstbewusst es auch in schweren Phasen agierte. Das Spiel gegen Ghana in der Gruppenphase war extrem wichtig – die Mannschaft hielt dem Druck stand. Gegen England waren nicht viele Experten hoffnungsfroh für die Löw-Jungs – die Mannschaft überzeugte. Gegen Argentinien war die Favoritenrolle klar verteilt – die Mannschaft überraschte.

Ballack jubelt zurecht
Diese Entwicklung ist vor allem auch dem Baumeister Joachim Löw zu verdanken, der die Mannschaft extrem gut einstellt. Mental und taktisch ist das Team jederzeit perfekt auf die kommenden Aufgaben vorbereitet. Auch das gibt einer jungen Mannschaft Halt. Man kann nur hoffen, dass der Bundestrainer diese Entwicklung auch in den kommenden Jahren weitertragen kann. Ruhige und flexible Übungsleiter mit einem solch hohen Fußball-Sachverstand sind nicht an jeder Ecke zu finden. Hingegen muss man über die Rolle von Kapitän Michael Ballack neu nachdenken, er bejubelte am Samstag auch seine Nachfolger.
Tritt der Capitano ab?
Er ist keineswegs schon jetzt absolut zu ersetzen und kann dem Team in den kommenden Jahren noch sehr viel Sicherheit geben. In schweren Phasen kann er noch zum wichtigen Fixpunkt werden. Und schwere Momente wird es noch ausreichend geben. Dennoch wird Ballack auch sehen, dass sich Spieler entwickeln, die ihn ersetzen können und werden. Die WM hat Veränderungen erzwungen. Veränderungen, die für den deutschen Fußball offenbar nicht schlecht waren und sind. Der Deutsche Fußball-Bund weiß, dass es auch eine Zeit nach Michael Ballack geben wird. Und dieser sieht man vertrauensvoll entgegen. Auch ich sehe dem deutschen Fußball eine gute Zukunft voraus. Und trotz Strom-Spruch und Nutella-Jubel: Kindisch, nervig und lächerlich sind die DFB-Spieler nicht (mehr). Unter anderem „Poldi“ und „Schweini“ haben sich zu reifen Spielern entwickelt. Egal wie diese Weltmeisterschaft endet, der Fußball aus Deutschland befindet sich auf einem guten Weg. Mit Spielern, die nach Entwicklung auf und neben dem Platz streben!

Eure Meinung: Hättet Ihr der deutschen Nationalmannschaft eine solch rapide Entwicklung in Südafrika zugetraut?
Dein Tipp
Argentinien - Ecuador
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Argentinien 3-1 Ecuador
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Argentinien 3-0 Ecuador
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