Japan: Die Erkenntnis kommt zu spät

Wie verkauft man hinterher ein fürchterlich langweiliges Spiel, das am Ende die glücklichere Mannschaft gewonnen hat? Man lobt den Kampfgeist und spricht lieber von dem Ziel, das man mit dem Erreichen der nächsten Runde geschafft hat. Oder man erinnert sich an die 120 Minuten und stellt fest, dass viel mehr möglich gewesen wäre, auch wenn diese Erkenntnis deutlich zu spät kommt.

Japan2 - Paraguay-Japan - World Cup 2010 (Getty Images)

(dab) Pretoria. Wenn man vor dem Anpfiff des Achtelfinal-Spiels zwischen Paraguay und Japan gewusst hätte, wie furchtbar langweilig die 120 Minuten vor dem Elfmeterschießen werden, hätte man direkt mit den Strafstößen beginnen sollen und den Zuschauern im Stadion und vor den Fernsehern viel Leid erspart. So aber mussten sich die Betrachter ein Duell antun, in dem keine Mannschaft bereit war, auch nur ein klitzekleines Risiko einzugehen, weil sonst das Ziel Viertelfinale in Gefahr geraten könnte.

Mauertaktik auch gegen Spanien?

„Wir haben heute mehr gekämpft als Fußball gespielt“, ging der Erklärungsversuch von Paraguays Trainer Gerardo Martino nach dem 5:3 seiner Truppe im Elfmeterschießen schon in die richtige Richtung. „In anderen Fällen muss schon mehr Qualität im Spiel sein“, ergänzte er. Dabei darf allerdings ganz stark bezweifelt werden, dass Paraguay nun im Viertelfinale gegen Spanien auf einmal auf die spielerische Stärke setzt und munter angreift. Es ist höchstwahrscheinlich, dass die Südamerikaner wieder auf ihre Abwehr bauen und nur in Ausnahmefällen nach vorne laufen.

Der Trainer übernimmt die Verantwortung

Noch etwas realistischer sah Japans Trainer Takeshi Okada die 120 Minuten in Pretoria. „Als Trainer dieses Teams fühle ich, dass wir einfach mehr tun hätten müssen. Keisuke Honda war viel zu sehr auf sich allein gestellt. Auch dafür übernehme ich die Verantwortung. Wenn man gewinnen will, muss man eben auch Tore schießen“, sagte Okada. Die richtige Erkenntnis – aber sie kommt aus japanischer Sicht zu spät. Es reicht halt nicht, 120 Minuten nichts zu machen – und dann wegen des fehlenden Glücks im Elfmeterschießen zu jammern. Das hilft weder der eigenen Mannschaft in die nächste Runde noch rettet es die Zuschauer vor dem Einschlafen.

Eure Meinung: Hat Paraguay im Duell mit Spanien eine kleine Chance?



 
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