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Deutschland wählt den schwierigen Weg
„Muss das denn sein?“ – das dürfte die Reaktion einiger deutscher Fans auf die Tatsache gewesen sein, dass die DFB-Elf es jetzt schon im Achtelfinale mit England zu tun bekommt. Doch vielleicht hat der harte Weg, den die Mannschaft von Trainer Jogi Löw vielleicht vor sich hat, auch sein Gutes.
(dab) Johannesburg. Es wäre so einfach gewesen: In der Schlussphase hätte Deutschland gestern den tapfer kämpfenden Ghanaer ein Tor erlauben können – und schon wäre das nun anstehende Duell mit England nicht zu Stande gekommen. Die DFB-Elf war eigentlich auf der sicheren Achtelfinal-Seite, denn Australien führte gegen Serbien mit 2:0. Nur bei drei serbischen Toren in den Schlussminuten hätte noch das Aus gedroht, doch Deutschland wählte den harten Weg.
Die Herausforderungen als Chance
Und wahrscheinlich ist das auch gut so – und das lässt sich mit einem Blick voraus und einem Blick zurück erklären. Der Blick voraus zeigt, dass der Truppe von Trainer Löw jetzt hintereinander England, Argentinien und Spanien drohen, bevor es ins Finale geht. Es ist kaum vorstellbar, dass dieser schwierige Weg bis ins Endspiel gegangen werden kann – und genau das ist die Chance der deutschen Mannschaft. Beginnend mit dem Duell gegen England ist das Team nicht mehr favorisiert und wird aller Voraussicht nach weniger Druck verspüren als noch den des Gewinnen-Müssens gegen Ghana. Es kann also auch von Vorteil sein, sich sofort mit den großen Mannschaften zu messen.
Keine Diskussionen möglich
Und auch für das Selbstverständnis der Truppe ist es mit den Spielen gegen England und den möglichen weiteren Partien einfacher. Bei der Erklärung hilft ein Blick zurück: Bei der WM 2002 zum Beispiel erwischte Deutschland mit Paraguay, den USA und Südkorea nicht gerade namhafte Teams und harte Brocken auf dem Weg ins Endspiel und musste sich prompt mit der Diskussion, ob das Erreichen des Endspiels wohl verdient oder unverdient ist, auseinander setzen. Diese Diskussion erübrigt sich jetzt. Und wenn man gegen England nach einem guten Spiel ausscheidet, wäre das zwar schade, aber auch kein Weltuntergang für die junge Mannschaft.

1990 als gutes Omen
Bei der Weltmeisterschaft 1990 war es auch nicht gerade das Traumlos für das Achtelfinale: Die Niederlande warteten damals als amtierender Europameister, der zwei Jahre zuvor im Halbfinale in Hamburg dem DFB-Team eine mehr als schmerzhafte Niederlage zugefügt hatte. Damals ging es beim 2:1 gut für Deutschland aus – und der Weg zum Titel wurde bis zum Ende gegangen. „Eine unglaubliche Vorfreude“ hat Bundestrainer Jogi Löw schon jetzt vor dem Klassiker gegen England am Sonntag ausgemacht. Für seine Mannschaft gibt es dann nur ein Spiel zu verlieren – aber viel mehr zu gewinnen.
Eure Meinung: Ist es gut, dass Deutschland gleich richtig geprüft wird?
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