Rainbow Nation: Afrika bleibt optimistisch

Die WM 2010 nimmt Fahrt auf! Goal.com-Reporter Peter Pedroncelli ist vor Ort und berichtet in seinem Blog über das Geschehen am Kap der guten Hoffnung.

Peter PEDRONCELLI

WC2010: Algeria Fans (Getty Images)
18. Juni 2010

Am Mittwoch enttäuschte die Bafana mit einem fehlenden Konzept und gestern war es Nigeria, das die afrikanischen Fans mit einer 1:2-Niederlage in Bloemfontein im Stich ließ. Bei der viereinhalbstündigen Fahrt in die Stadt der Rosen hatte ich ausreichend Zeit, mir Gedanken über die südafrikanische Elf zu machen und weitere viereinhalb Stunden zurück, um über alle afrikanischen Teams nachzudenken.

Von Anfang an stand fest, dass auf die Gastgeber eine schwere Aufgabe wartet. Zwei ehemalige Weltmeister und eine talentierte mexikanische Elf mussten bezwungen werden, mit einem gelungenen Start gegen El Tri machten sie uns aber Hoffnung. Gegen Uruguay war das nicht der Fall. Sie wurden an die Wand gespielt und haben nur noch eine rechnerische Chance auf die nächste Runde.

Nigeria machte unter Trainer Lars Lagerback zunächst den Eindruck, dass sie sich verbessert haben und konnten trotz einer 0:1-Niederlage gegen Argentinien überzeugen. Im zweiten Spiel kamen sie allerdings zu Fall, denn nach einer Roten Karte von Sani Kaita kassierten sie zwei Gegentreffer und verloren zugleich die realistische Chance auf das Achtelfinale. Sie benötigen nun die Hilfe von Griechenland gegen Argentinien aber während ich diesen Satz schreibe, merke ich, wie absurd das klingt.

Kamerun, die Elfenbeinküste, Algerien und Ghana haben momentan erst einmal gespielt, von diesen Teams verloren Algerien und Kamerun allerdings, die „Elefanten“ spielten Remis und Ghana holte sich drei Punkte gegen starke Serben. Die „Black Stars“ sind vielleicht die größte Chance für dieses Turnier, aber die afrikanischen Teams müssen nun realisieren, dass es unsere WM ist. Es ist die große Chance für Afrika, zum ersten Mal in der Geschichte das Halbfinale zu erreichen!


16. Juni 2010

Das Bafana-Spiel war enttäuschend und nun sieht es vor dem Frankreich-Spiel schlecht aus, denn alles hängt vom anderen Resultat in der Gruppe ab. Die Euphorie im Land ist gedämpft, aber die Hoffnung auf ein Wunder gegen Frankreich lebt. Die Hoffnung nie zu verlieren, ist ein afrikanisches Motto und die südafrikanischen Anhänger halten sich genau daran.

Uruguay, das die Bafana so leicht besiegte, ist nun also unsere letzte Hoffnung, während wir auf ein Unentschieden zwischen Mexiko und Frankreich hoffen. Danach werden für Diego Forlan und seine südamerikanischen Teamkollegen die Daumen gedrückt. Wir haben Hoffnung, bis zum Schlusspfiff!


15. Juni 2010

Brasilien war schon immer ein Fußball-Schwergewicht und das wird sich nicht so schnell ändern. Die Südafrikaner lieben Brasilien und laut einer Umfrage sind die Südamerikaner bei uns das zweitbeliebteste Team nach der Bafana. Als ich vor dem Spiel zwischen Brasilien und Nordkorea mit den Fans sprach, wurde mir das ganz klar.

Im Stadion herrschte eine große Aufregung, da man Kaka, Robinho und Kollegen nun endlich in Realität sah. Am Ende gewann Brasilien gegen die Koreaner mit 2:0 und die Fans waren begeistert.




13. Juni 2010

Die Weltmeisterschaft ist nun im Gange und es ist einfach wundervoll zu sehen, wie die besten Fußballer der Welt ihre Magie über die Fußballplätze Südafrikas versprühen. Ein besonderes Bonbon war es, Lionel Messi live zu erleben. Zu sehen, wie er die Gegenspieler stehen lässt und mit dem Ball an seinem Fuß durch die Reihen marschiert, werde ich nie vergessen. Welch ein Spieler!

Heute startet auch Deutschland in das Turnier und mit Freude erwarten wir auch die ersten Spiele von Italien und Brasilien. Eine tolle Weltmeisterschaft liegt vor uns. Als ich aufwuchs, waren Italien, Brasilien und Deutschland immer die Mannschaften, die es zu schlagen galt. Wenn ich sie spielen sehe, erinnere ich mich stets daran, warum ich dieses Spiel so liebe.

Wir Südafrikaner können wirklich froh so, dass dieses Turnier in unserem Land stattfindet. Ich hoffe, während dieser vierwöchigen Fiesta wird die Zeit ein wenig langsamer vergehen. Ich will alle Partien dieses wunderbaren Spiels genießen und die kleine Rolle, die ich bei der WM spiele, richtig ausfüllen.



10. Juni 2010

Während ich diese Zeilen schreibe, liegt ein kolossales Event vor uns. Wir hier in Südafrika sind froh, dass wir die größte Show der Welt ausrichten dürfen. Eine der wichtigsten Rollen bei dieser Veranstaltung nehmen natürlich die Fans ein. Sie verehren die Spieler hier wie Götter.

Die Fans bringen leben in die WM und das wird in Südafrika nicht anders sein. Aus vielen Ländern werden die Anhänger anreisen. Hoffentlich werden wir dieses Turnier als WM mit tollem Fußball auf den Plätzen Afrikas in Erinnerung behalten.

9. Juni 2010

Die Stimmung im Land ist im Moment unglaublich. Einheimische Fans feiern gemeinsam mit den Gästen aus der ganzen Welt. Anhänger aus 31 Ländern sind hier und stimmen sich auf das Turnier ein.

Bei einem Trip zum OR Tambo International Airport von Johannesburg erlebe ich Fans aus Honduras, die Anstecker verteilen. Außerdem sehe ich Mexikaner, die Sombreros tragen und singen, englische und französische Fans die einander beäugen. Es ist schon bemerkenswert, wie viele Stereotypen und Klischees an unserem modernisierten Flughafen bedient werden.



Bei meinem wöchentlichen Kick im Park spielte ich gemeinsam mit vier Italienern und einem Brasilianer. Ich sah es als meine Pflicht an, ihnen ein gutes Spiel zu liefern und ihnen nach dem Spiel Getränke anzubieten. An ihren blassen Gesichtern merkte ich, dass die Höhenluft hier einigen Teams Probleme bereiten könnte.

Ein Freund von mir besitzt ein kleines Café. Ich schaue öfter bei ihm vorbei, um einen Kaffee zu trinken. Ich unterhielt mich mit ihm über den Strom an Fußballfans, den es in den vergangenen Tagen gegeben hat und er meinte: „Es war klasse, schließlich wollen die Menschen aus allen Ländern der Welt essen und trinken. Ein paar spanische Gäste haben mir sogar Anregungen für meine Speisekarte gegeben. Ich denke ernsthaft darüber nach.“

Die ganze Welt schaut also auf Südafrika. Einige Teilnehmerländer haben sogar Repräsentanten geschickt. Dadurch kommt noch mehr Hoffnung, Freude und Freundschaft zu uns. Als Südafrikaner will ich meinen Teil dazu beitragen, dass sich die Gäste bei uns wohlfühlen und ich hoffe, dass meine Landsleute dasselbe tun.

Für Goal.com sind Peter Pedroncelli und Clyde Tlou live in Südafrika vor Ort. In ihrem Blog „Rainbow Nation“ lassen sie die User teilhaben am WM-Feeling auf dem Schwarzen Kontinent.



 
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