Die WM-Stars – Marek Hamsik: Der Bodenständige
In seiner Heimat ist Marek Hamsik ohnehin schon ein ganz großes Sportidol. In der Slowakei genießt der junge Mittelfeldspieler einen tollen Ruf. Er hat dort auch schon einige Titel gewonnen. Nun möchte er auch endlich mit einer Mannschaft wichtige Siege erringen und Trophäen gen Himmel halten. Dafür hätte er sich auch europäisch erfolgreicheren Teams als dem SSC Neapel anschließen können. Aber Hamsik entschied sich für einen Verbleib in Neapel. Auch dabei verhielt er sich gewohnt bodenständig.
Von Dennis WEINACHT
Bratislava/Neapel. Italien ist nach wie vor das Land der Liebe. Während sich etwa in Venedig verliebte Paare nur allzu gerne die idyllischen Landschaften und Brücken ansehen, gibt es aber auch in den Fußballstadien euphorische Ausbrüche von Verliebten. Die holde Weiblichkeit hat dabei gewisse Vorlieben. Eine davon heißt Marek Hamsik und spielt beim SSC Neapel. Der 22-jährige Nationalspieler der Slowakei hat die Herzen der weiblichen Fans im Sturm erobert. Die der Herren gewann er allerdings im Mittelfeld.
Aufbruch mit 17 Jahren
Und das zeichnete sich bereits früh ab. Denn als Spieler von Slovan Bratislava erhielt er bereits im Alter von nur 17 Jahren ein Angebot aus der italienischen Serie A. Brescia Calcio fragte an und sein Verein stimmte einer Ablösesumme von 500 000 Euro zu – Hamsik brach in die große weite Welt auf, verließ das behütete Elternhaus und suchte stattdessen seine Erfolge im fernen Italien. Allerdings sollte er für seinen Verein nur 25 Minuten in der Serie A spielen. Brescia Calcio stieg am Ende der selben Saison in die Serie B ab. Allerdings war es für Hamsik sportlich nicht nur von Nachteil. Denn in der zweiten Liga des derzeitigen Weltmeisters schaffte Hamsik den Durchbruch. Er wurde zum Stammspieler und weckte das Begehren anderer Vereine aus ganz Europa. Als er 2007 aber einen Vereinswechsel anstrebte, fiel seine Wahl abermals auf Italien.
Hohes Ansehen in Neapel
Er unterschrieb für fünf Jahre beim SSC Neapel. In der Serie A sollte er nun endlich den Durchbruch schaffen. Er entwickelte sich in seinem neuen Umfeld herausragend und spielte sich in die vorderste Reihe der Serie A. „Dieser Transfer ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft“, erklärte der SSC-Präsident Aurelio De Laurentiis. Und in der Tat sollte Hamsik von Jahr zu Jahr einen weiteren Sprung machen. Nicht umsonst standen nahezu in jeder Transferperiode die Top-Klubs Europas vor der Tür, wollten Hamsik abwerben. Der FC Chelsea London, Inter Mailand, Manchester United – alle jag(t)en Hamsik, aber der junge Mann blieb stehst besonnen und ließ sich von solchen Dingen nicht ablenken. „Taten statt Worte“, das Motto scheint auf Hamsik zugeschrieben zu sein.
Auch aktuell haben wieder etliche Vereine versucht, den bis 2013 laufenden Vertrag des Spielers hinfällig werden zu lassen. Aber der mittlerweile 22-Jährige setzte noch einen drauf, bewies Vereinstreue: „Inter und Chelsea sind an mir interessiert? Ich habe das Spiel zwischen beiden gesehen und es hat mir gefallen, aber die Gerüchte will ich nicht kommentieren, denn ich treffe mich in der nächsten Woche mit den Verantwortlichen von Neapel und kann es nicht mehr erwarten meine Vertragsverlängerung zu unterzeichnen.“ Gerüchten zufolge hat er das bereits getan und einen neuen Kontrakt bis 2015 angenommen. Es wäre ein absoluter Liebesbeweis an den SSC Neapel.
In der Heimat anerkannt
Aber nicht nur in Neapel, sondern auch in seiner Heimat ist Hamsik anerkannt. So war er etwa slowakischer Nachwuchsspieler in den Jahren 2007 und 2008. 2009 wurde er sogar slowakischer Fußballer des Jahres. Mittlerweile hat er bereits 28 Länderspiele für die Slowakei gemacht und sich dabei einen ordentlichen Stand verschafft. Bei der Weltmeisterschaft will er nun auch bei einem internationalen Turnier den Durchbruch schaffen und möglichst dann im kommenden Jahr mit Neapel ebenfalls Europa stürmen. Sein erstes Tor für die Nationalmannschaft erzielte er im Übrigen bei der Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 – gegen Deutschland. Weitere Treffer sollen nun im Sommer in Südafrika fallen. Dann jubeln ihm ausnahmsweise keine Italienerinnen, sondern Slowakinnen zu. Aber auch die sollen bekanntlich sinnlich und leidenschaftlich. Dabei will Hamsik doch eigentlich vor allem durch eines überzeugen: Leistung!
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