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Die WM-Stars – Michael Ballack: Der Erfahrene
Nicht wenige Experten sind der Meinung, dass ein guter Fußballer auch im Ausland Erfahrungen sammeln muss, um sich im Sport etablieren zu können. Michael Ballack hat diesen Schritt gewagt und sich dem FC Chelsea London angeschlossen. In England sammelte er wichtige Eindrücke, die Deutschland auch bei der anstehenden Weltmeisterschaft noch zu Gute kommen können. Michael Ballack ist im Mittelfeld der Lenker und Denker und seit dem Aus von Torsten Frings ist er auch der einzige richtig erfahrene Mittelfeldspieler im DFB-Dress.
Von Dennis WEINACHT
London. In diesen Tagen ist Michael Ballack wieder vermehrt im Fokus der deutschen Medien zu finden. Das liegt vor allem noch an dem Länderspiel gegen Argentinien, indem sich Martin Demichelis nach einem Zusammenprall mit dem deutschen Kapitän schwer verletzt hatte. Beide Spieler hatten schon beim FC Bayern München zusammen gekickt, umso mehr zeigte sich Demichelis enttäuscht, weil sich Ballack nicht bei ihm gemeldet habe: „Er ist ein großer Fußballspieler, aber über den Menschen Ballack muss man nichts sagen. Er hat sich bei mir nicht gemeldet, darüber bin ich natürlich sehr enttäuscht.“ Menschlich können wohl nur wenige Michael Ballack wirklich einschätzen, sportlich aber liegt Demichelis mit seiner Aussage wohl für jeden erkenntlich absolut richtig.
Stück für Stück nach oben
Dabei ist Michael Ballack ein Spieler, der sich noch Stück für Stück nach oben arbeiten musste und der nicht einfach so plötzlich bei einer Spitzenmannschaft durchstartete. Seine Karriere begann dabei in Chemnitz. Dort hatte er beim FC bereits die Jugendmannschaften zu einem großen Teil durchlaufen, eher er 1995 seinen ersten Vertrag unterschrieb. Zwei Jahre spielte er in Chemnitz. Ebenso lange war er dann ab 1997 für den 1. FC Kaiserslautern am Ball. Mit den „Roten Teufeln“ schaffte er 1998 auch den sensationellen Gewinn der deutschen Meisterschaft, nachdem die Pfalz erst im Sommer zuvor die Rückkehr in die Bundesliga bejubeln durfte. 1999 zog es Ballack dennoch weiter zu Bayer 04 Leverkusen, wo er 2000 maßgeblich an der Last-Minute-Vizemeisterschaft mit seinem Eigentor gegen Unterhaching beteiligt war.
Aber er erlebte auch sehr erfolgreiche Zeiten am Rhein, stand etwa im Endspiel der Champions League und in der Bundesliga machte er sich zunehmends einen Namen. So klopfte 2002 auch der FC Bayern München beim Mittelfeldspieler an. Und Ballack folgte dem Lockruf von der Isar. 107 Mal spielte er in der Bundesliga für den deutschen Rekordmeister. Er erspielte sich einen tollen Ruf in der Branche und als sich nach der Weltmeisterschaft 2006 ein Wechsel andeutete, gab es wohl kaum einen Verein in Europa, der mit seinem Berater und dem Spieler selbst nicht in Kontakt gestanden hätte. Den Zuschlag erhielt aber letztlich der FC Chelsea London.
Im DFB-Team gesetzt
Nicht wenige sagen heute, dass sich Ballack auf der Insel noch einmal bedeutend verbessern konnte. Auch wenn er bisher zumeist in den wichtigen Endspielen das Nachsehen hatte, so träumt er dennoch endlich von einem großen europäischen oder weltweiten Titelgewinn. 2002 war er diesem nahe gewesen, als die deutsche Auswahl im Endspiel der Weltmeisterschaft stand. Er selbst hatte im Halbfinale den entscheidenden Treffer geschossen, sich aber eine Sperre durch eine Gelbe Karte zugezogen. Ballack verpasste das Endspiel und die Deutschen den WM-Titel. Es folgten weitere große Turniere, an denen er teilnahm: Die Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land war sein großer Traum, er verabschiedete sich damit aus seiner Heimat.
2008 war für Ballack ein ebenso ereignisreiches, wie auch trauriges Jahr. Mit dem FC Chelsea London erreichte er das Endspiel der Champions League, das aber verloren wurde (6:5 n.E. Gegen Manchester United). Ebenfalls im Endspiel stand er auch bei der anschließenden Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz. Gegen Spanien setzte es aber eine 0:1-Niederlage und wiederum war Ballack nur der zweite Gewinner. Eine Geschichte, die sich wie ein roter Faden durch sein Leben zieht.
2010 als Hoffnungsjahr
In diesem Jahr wird er zumindest in der Champions League nicht so knapp scheitern. Denn Chelsea London hat bereits vorher die Segel streichen müssen. Nun ruhen seine Hoffnungen auf der Weltmeisterschaft 2010. Es könnte seine letzte Chance sein, ein solch großes Event zu gewinnen. Er möchte mit der deutschen Nationalmannschaft ins Endspiel und dieses doch dann bitte auch endlich Mal gewinnen. Leicht wird es sicherlich nicht werden. Aber die Erfahrung, die spielerische Klasse und vor allem auch seine robuste Spielweise könnten für das gesamte Team in Südafrika noch sehr, sehr wichtig werden.
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