Worldview: Führt Hiddink die Elfenbeinküste zum Erfolg?

Nach der Entlassung des Bosniers Vahid Halilhodzic steht er endlich fest, der neue Trainer der Elfenbeinküste. Und es ist kein geringerer als Guus Hiddink! Der Niederländer soll „Les Elephants“ also zu neuem Glanz und zu Erfolgen bei der Weltmeisterschaft in Südafrika verhelfen. Doch wird dem Meistertrainer dies mit Drogba & Co. gelingen?

EPL: Guus Hiddink, Aston Villa v Chelsea (PA)
(jor) Yamoussoukro. 1998 mit den Niederlanden, 2002 mit Südkorea und zuletzt in Deutschland mit Australien – Guus Hiddink war bei WM-Turnieren mit seinen Teams stets erfolgreich. Nachdem der Trainerfuchs bei der EM 2008 mit Russland bis ins Halbfinale vorstieß, nimmt er sich nun bei der Weltmeisterschaft 2010 dem westafrikanischen Team der Elfenbeinküste an. Wird der 63-Jährige auch mit den zuletzt schwächelnden „Elefanten“ erfolgreich sein? Goal.com hat in seinem eigenen Netzwerk nachgefragt.

Skeptisch sieht Mohammed Awaad von der arabischen Edition von Goal.com dem Engagement des Niederländers bei der Startruppe um Drogba, den Toure-Brüdern & Co. entgegen: „Ich glaube, viele wichtige Namen haben es gemieden, sie zu trainieren, denn sie haben eine Todesgruppe und keine Hoffnung auf die zweite Runde.“ Obwohl er davon überzeugt ist, dass die Elfenbeinküste die besten Spieler Afrikas hat, bilden sie sind nach seiner Ansicht keine Einheit. Zudem reiche ein Monat nicht aus, um eine solche zu bilden. „Gegen Portugal und Brasilien werden die Ivorer verlieren, egal wer auf der Bank sitzt“, ist sich Awaad sicher.

Ganz anderer Meinung ist da Nils Reschke, Chefredakteur von Goal.com Deutschland. Er sieht die Chancen der Westafrikaner, die zum zweiten Mal nach Deutschland 2006 an einem Weltturnier teilnehmen werden, bis ins Viertel- oder gar Halbfinale vorzudringen, durch die Verpflichtung Hiddinks deutlich erhöht. „Er hat sein Können mit Teams wie Südkorea oder Australien, welche über nicht so ein hohes Potenzial wie die Elfenbeinküste verfügen, unter Beweis gestellt. Afrikanische Teams lassen oftmals die nötige taktische Klasse vermissen, Hiddink ist der richtige Mann dafür“, vertraut Reschke auf die Qualität des Taktikfuchses. Er gibt allerdings zu bedenken, dass der Zeitfaktor eventuell zum Problem werden könnte und weist auf die schwierigen Gegner in Gruppe G hin: „Brasilien und Portugal, das wird ein harter Weg!“ Auch Peter Pedroncelli von Goal.com Südafrika schlägt einen positiven Grundtenor ein, was die Zusammenarbeit zwischen Hiddink und den Ivorern, die für viele als Geheimtipp auf den WM-Titel gelten: „Wenn es einen Mann gibt, an den die Leute glauben, dann ist das Guus Hiddink. Viele Südafrikaner haben sich ihn gewünscht, als Joel Santana ging. Aber er war damals in Russland tätig und eine Verpflichtung war nicht möglich.“ Und der Mann aus dem WM-Gastgeberland, welches zum ersten Mal ein Weltturnier im schwarzen Koninent austrägt, sieht ein weiteres Plus für die Elefanten gegenüber ihren Vorrundengegnern: „Der „Heimvorteil“ kann ein weiterer Schlüssel zum Erfolg sein.“

Deutlich pessimistischer betrachtet derweil Peter Staunton von der britischen Goal-com-Ausgabe das ganze Szenario zwischen Hiddink und den Westafrikanern. Vor allem der Zeitfaktor stimmt ihn bedenklich: „Ich denke nicht, dass ein Monat für Hiddink ausreichen wird, um ein Team zu formen, das in der Lage sein wird, Brasilien und Portugal zu schlagen und ins Achtelfinale einziehen wird. Und Staunton weiß wovon er spricht, konnte er sich doch erst kürzlich in London im Test gegen Südkorea aus nächster Nähe vom aktuellen Leistungsstand des 22. der FIFA-Weltrangliste überzeugen: „Obwohl es nur ein Freundschaftsspiel war, muss noch sehr viel an den Spielern geschliefen werden, bevor sie sich als Team bezeichnen können. Auf den Schlüsselpositionen - im Tor, in der Abwehr und in der Mittelfeldzentrale – sind sie schwach.“

Francois Duchateau aus unserer Redaktion indes ist von Hiddinks Fähigkeiten überzeugt und rückt den Punkt Taktik in den Fokus: „Hiddink scheint der fehlende Schlüssel zu sein, einem technisch starken afrikanischen Team die tatktische Diziplin einzuimpfen. Er ist der bestmögliche Coach für die Ivorer.“ Als einziges Minus sieht auch Duchateau die äußerst kurze Vorbereitungsphase, welche Hiddink mit seinem Team verbleibt. Nichtsdestotrotz ist er überzeugt, dass Drogba & Co. bei der WM für alle „Großen“ zum Stolperstein werden kann.

Eure Meinung: Was erreicht Hiddink mit der Elfenbeinküste bei der Weltmeisterschaft?


 
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