Die WM-Trainer – Serbiens Radomir Antić: Aufbruch in eine neue Fußball-Zeit

Im August 2008 übernahm Radomir Antić die Nationalmannschaft Serbiens und führte sein Land mit Platz eins in der Qualifikation für Südafrika 2010 erstmals zu einer WM-Endrunde. Der Mann, der in Spanien als einziger Trainer die drei bekanntesten Klubs trainierte, will jetzt auch bei der Weltmeisterschaft für Furore sorgen.

Von Sebastian HEIER

Radomir Antic (PA)
Belgrad. Das Los entschied: In der WM-Qualifikation bekommt es die serbische Nationalmannschaft, die erst nach der Weltmeisterschaft 2006 unter einer eigenen Fahne spielt, unter anderem mit dem haushohen Favoriten Frankreich zu tun. Der Weg zur Endrunde 2010 sollte für die Auswahl, die bis 2006 noch unter dem Staatenbündnis Serbien-Montenegro spielte, steinig und hart werden. Serbien buchte zur Überraschung vieler Fußball-Anhänger das direkte Ticket für die WM im kommenden Sommer. Mit einer jungen Mannschaft ließ die Auswahl sogar den zuvor hochgehandelten Favoriten Frankreich hinter sich.

Ein Coach mit internationaler Klasse

Die Mannschaft ist gespickt mit vielen internationalen Spielern, die ihr Geld in den besten europäischen Ligen verdienen und bei den weltweit angesehensten Vereinen unter Vertrag stehen. Internationale Klasse besitzt auch der Coach der serbischen Auswahl: Radomir Antić übernahm nach vier Jahren ohne Trainerjob im August 2008 das Zepter bei den Serben. Antić, der bereits Vereine wie den FC Barcelona, Real Madrid und Atlético Madrid trainierte, hat seine Philosophie und sein Verständnis vom Fußball, sowie von der Taktik, mit Erfolg in die Mannschaft gebracht.

Aufbruchstimmung ausgelöst

„Unser Temperament ist so, dass wir uns gar nicht hinten reinstellen können. Weder will ich, noch kann die serbische Nationalmannschaft defensiv spielen. Wir müssen einfach angreifen“, erklärte Antić schon im Oktober 2008 und fügte an: „Ich fühle mich jetzt mehr als Trainer denn je.“ Der serbische Teamchef, der in Europa hoch angesehen ist, hat die Aufbruchstimmung auf seine Spieler übertragen.

Freundschaft und gute Atmosphäre

Die Weltmeisterschaftsteilnahme 2010 war sein erstes großes Ziel, das der eigentlich langfristig denkende Coach auch erreichte. Immer wieder hob Radomir Antić das gute Klima innerhalb der Mannschaft hervor, das am Ende sicherlich auch ein Schlüssel zur erfolgreichen WM-Qualifikation war. Es habe schon während der ersten Treffen ein Gefühl der Freundschaft und eine sehr gute Atmosphäre geherrscht, berichtete Antić später und sagte auch: „Das ist die Grundvoraussetzung für Erfolge.“

„Jede Erfahrung wertvoll“

Radomir Antić, der in Spanien als einziger Trainer die drei großen Vereine FC Barcelona, Real Madrid und Atlético Madrid trainierte, wollte den serbischen Fußball reformieren. „Ich wurde nicht Teamchef, um von der Vergangenheit zu leben“, erklärte der Nationaltrainer.  Der akribische Arbeiter beobachtet die Entwicklungen im weltweiten Fußball ganz genau und zieht daraus seine Schlüsse, denn für ihn ist „jede Erfahrung wertvoll“ – im Sommer 2010 kommt eine weitere Erfahrung hinzu.
Vielen Dank für Deine Meinung!
Bitte nenne uns Deinen Namen!
Bitte nenne uns Deinen Wohnort!
Bitte vergiss nicht Deinen Kommentar!
Deine Meinung
18 Deine Meinung
 
Anzeige
Goal.com-Flutlicht
  1. Werdet OnlineFussballManager und führt Euer eigenes Team zum Titel! Werdet OnlineFussballManager und führt Euer eigenes Team zum Titel!

    Der erfolgreichste Fußballmanager Deutschlands und die weltweit größte Fußball-Community – sie machen jetzt gemeinsame Sache und spielen künftig den virtuellen Doppelpass.

  2. Was wir in dieser Woche gelernt haben: Zu Hause geht gar nix, aber dafür ohne Robben Was wir in dieser Woche gelernt haben: Zu Hause geht gar nix, aber dafür ohne Robben

    Das Runde muss ins Eckige, Magath besteigt den Hügel der Leiden & am Ende gewinnen immer die Deutschen. Soweit nichts Neues – oder doch? Was wir in dieser Woche gelernt haben...

  3. Magath und seine Jungs: Macht Felix in dieser Saison tatsächlich die 40 noch voll? Magath und seine Jungs: Macht Felix in dieser Saison tatsächlich die 40 noch voll?

    36 Spieler hat Felix Magath in dieser Saison schon eingesetzt - Bundesligarekord! Wenn Magath so weiter macht, packt er eventuell auch noch die 40er-Marke. Kandidaten gibt es noch!

  4. Kein Spiel wie jedes andere: Roman Neustädter vor dem Duell mit Schalke 04 Kein Spiel wie jedes andere: Roman Neustädter vor dem Duell mit Schalke 04

    Dass es Roman Neustädter zu Schalke 04 zieht, ist längst fix. Nun muss er mit den Gladbachern seinen zukünftigen Klub im Titelkampf überflügeln.

  5. Exklusiv - Roberto Carlos zum Rücktritt Fabio Capellos: „Die FA hat eine Regel gebrochen“ Exklusiv - Roberto Carlos zum Rücktritt Fabio Capellos: „Die FA hat eine Regel gebrochen“

    EXKLUSIV - Der Brasilianer, der unter Capello bei Real Madrid spielte, glaubt, dass der Trainerwechsel ein Nachteil für Englands EM-Träume ist und verurteilt den Verband.

 
Anzeige
Anzeige