ELF WM-Favoriten in Südafrika – Platz 3: Deutschland

Mit einem im wahrsten Sinne des Wortes handfesten Skandal endete die WM-Qualifikation in Europa. Frankreichs „Handballer“ schummelten sich gegen Irland nach Südafrika und lösten als vorletzte von 32 Mannschaften das WM-Ticket. Die Fahrkarte Nummer 32 schließlich ging an Uruguay. Und somit stehen sie fest, die Teams, die im Sommer 2010 Fußball-Geschichte schreiben wollen. Doch wer sind nach aktuellem Stand der Dinge die Favoriten? Dieser Frage ging die Goal.com-Redaktion auf die Spur. Wir präsentieren unser beliebtes Ranking in einer neuen Folge: ELF Favoriten auf die WM-Krone 2010.

Die Weltmeister von 1974 (Getty-Images)

Von Christoph VOGEL

München. Im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika werden die üblichen Favoriten aus Südamerika und Europa genannt, doch meißtens ist Deutschland nicht unter den Erstgenannten. Dabei gibt es kaum ein Team, auf den der Begriff der „Turniermannschaft“ so zutrifft wie auf die Bundeself. Auch unter Joachim Löw, der im August 2006 das Traineramt von Jürgen Klinsmann übernahm, spielt die Mannschaft nicht überragend schön, dafür umso erfolgreicher und zählt daher doch zu den großen Favoriten.

Ranking: Die ELF WM-Favoriten in Südafrika (Übersicht)

Löw am erfolgreichsten

Löw trat in große Fußstapfen, denn unter Klinsmann hatte die DFB-Elf bei der WM 2006 im eigenen Land die Anhänger begeistert und eine Euphorie ungeahnten Ausmaßes ausgelöst. Rund drei Jahre später schaffte der gebürtige Schwabe nun als Coach die Qualifikation für Südafrika 2010. Dabei ging es in der Gruppenphase gegen die ambitionierten und als Geheimfavorit gehandelten Russen. Doch die Elf um Kapitän Michael Ballack legte mit zwei Siegen gegen die Ost-Europäer den Grundstein für das direkte Ticket nach Südafrika. Zusammen mit Co-Trainer Hansi Flick und Torwarttrainer Andi Köpke ließ Löw immer wieder Neulinge Nationalmannschafts-Luft schnuppern und überraschte dabei einige Male – was nicht immer nachvollziehbar war. Die Zahlen geben Löw aber recht: Mit 2,24 Punkten pro Spiel ist er bislang der erfolgreichste Bundestrainer!

Ballack geht voran

Natürlich werden bei einer anstehenden WM immer wieder die Erfolge von 1954, 1974 und 1990 herangezogen. Lichtgestalten wie Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus oder Günter Netzer sind nur drei der vielen Stars, die in der DFB-Elf schon das Zepter schwangen. Aktuell ist der Leitwolf Michael Ballack. Der Mann vom FC Chelsea ist mit inzwischen 33 Jahren gereift und gibt der jungen Mannschaft halt. In acht Qualifikationsspielen machte Ballack vier Tore und ist weiter einer der torgefährlichsten Mittelfeldspieler der Welt. Das ist ein echter Trumpf der Mannschaft.


Turniermannschaft schlechthin

Die Nationalelf erlebte schon viele Spiele bei Weltmeisterschaften, die wohl auf ewig in den Köpfen der Fans schweben werden. Nur einige Beispiele sind da das „Wunder von Bern“ 1954, das berühmte „Wembley-Tor“ 1966 oder die „Schmach von Córdoba“ 1978 gegen Österreich. Der letzte Titel allerdings ist schon 13 Jahre her, damals holte sich Deutschland den EM-Sieg im Finale gegen Tschechien. Doch der Mythos der Turniermannschaft ist nicht unbegründet: Auch bei der EM in Österreich und der Schweiz fing Deutschland mittelmäßig, ja, schlecht an und steigerte sich von Spiel zu Spiel. Am Ende stand die sechste Finalteilnahme bei einer Europameisterschaft.


„Am Ende gewinnen immer die Deutschen.“

Die Hoffnungen für die WM im nächsten Jahr liegen dabei vor allem auf Mesut Özil, der in Bremen immer weiter reift und schon jetzt ein erstaunlich hohes Niveau erreicht hat. Zusammen mit seinem Vereinskollegen Marko Marin könnte er einer der großen Stars des Turniers werden. Im Angriff hoffen die Verantwortlichen (und Fans) indes, dass sich die Ladehemmung von Mario Gomez im Nationaltrikot endlich löst, denn Miroslav Klose ist nicht mehr der große Torjäger der vergangenen Jahre. Aber egal wer in Südafrika auflaufen wird, mit Deutschland ist immer zu rechnen. Denn wie sagte es einst die englische Legende Gary Lineker: „Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach – und am Ende gewinnen immer die Deutschen.“

Eure Meinung: Kann Deutschland in Südafrika endlich wieder einen Titel holen? Oder wo meint ihr endet die Reise der DFB-Elf?



 
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