ELF WM-Favoriten in Südafrika - Platz 7: Argentinien

Mit einem im wahrsten Sinne des Wortes handfesten Skandal endete die WM-Qualifikation in Europa. Frankreichs „Handballer“ schummelten sich gegen Irland nach Südafrika und lösten als vorletzte von 32 Mannschaften das WM-Ticket. Die Fahrkarte Nummer 32 schließlich ging an Uruguay. Und somit stehen sie fest, die Teams, die im Sommer 2010 Fußball-Geschichte schreiben wollen. Doch wer sind nach aktuellem Stand der Dinge die Favoriten? Dieser Frage ging die Goal.com-Redaktion auf die Spur. Wir präsentieren unser beliebtes Ranking in einer neuen Folge: ELF Favoriten auf die WM-Krone 2010.

Diego Maradona, Argentina (Getty Images)
Von Torsten PAULY

„Dont cry for me Argentina“ – Wer kennt ihn nicht, den Gassenhauer aus dem Musical „Evita“. Die WM-Qualifikation der argentinischen Nationalmannschaft war dazu im Gegensatz aber so richtig zum Heulen. Erst durch einen Last-Minute Sieg gegen Peru und einem mühevollen 1:0-Auswärtssieg in Uruguay schafften die Männer von Trainer Diego Maradona überhaupt erst die Qualifikation zur Weltmeisterschaft. Die Argentinier wurden u.a. bei der 1:3-Heimpleite in der Quali von Rekordweltmeister Brasilien regelrecht vorgeführt und natürlich ganz zu schweigen vom 1:6-Debakel in Bolivien.

Argentinien ohne System

Jeder Nationaltrainer der Welt hätte wohl nach so einem Ergebnis den Hut nehmen müssen, doch nicht Diego Maradona. Er durfte weiter machen, ohne bislang ein echtes System erkennen zu lassen. Mit Blick auf die ihm zu Verfügung stehenden Spieler wie Mascherano, Tevez, Higuain, Agüero, Gago und nicht zuletzt Messi muss und kann man den Trainer und Superidol Diego Maradona schon mal kritisch hinterfragen.

„Ihr könnt mir einen blasen“

Müsste man meinen. Denn Kritik verträgt auch ein Dieguito nicht wirklich. Die das aber nach den furchtbaren Leistungen in der WM-Quali gewagt hatten, bekamen ordentlich ihr Fett ab, als es dann geschafft war. Und das aber richtig. Denn Diego Maradona beschimpfte nach dem entscheidenden 1:0-Sieg in Uruguay nach der Partie die versammelte Journaille: „Denen die nicht an mich geglaubt haben, möchte ich sagen, dass Ihr mir einen blasen könnt. Ich danke den Fans und den Spielern, aber niemandem sonst. Die anderen sollen weiter Schwänze lutschen.“

Zwei Monate Sperre für Maradona

Das saß, entging aber auch der FIFA nicht. Die sperrte den Coach für zwei Monate und brummte ihm eine Geldstrafe in Höhe von 25.000 Schweizer Franken auf. Nichtsdestotrotz wird er im Sommer 2010 in Südafrika als Trainer an der Seitenlinie stehen. Wer aber dabei sein wird, ist noch sehr unklar. Denn der Weltmeister von 1986 trifft oft Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Allein Lionel Messi, Javier Mascherano und man höre und staune Martin Demichelis haben das WM-Ticket und einen Stammplatz in der Tasche. Der Rest um Tevez und Co. Kann sich nicht sicher fühlen und so mancher Spieler, der fest mit einer Nominierung rechnet, am Ende leer ausgehen.

36-jähriger Palermo „heilig“ gesprochen


Mit diesem Potential an Spielern muss Argentinien ganz einfach zum engeren Kreis der Favoriten gezählt werden. Auch wenn es ein Jammer war, wie zum Beispiel ein Lionel Messi, der beim FC Barcelona zaubert, dribbelt und Tore am Fließband schießt, wie ein Fremdkörper in den vergangenen Monaten bei der Nationalmannschaft über den Platz stolperte. Bezeichnend auch für die Leistung der Albiceleste und die Ernsthaftigkeit der Situation, dass ein 36-jähriger Stürmer namens Martin Palermo mit seinem Treffer gegen Peru Argentinien überhaupt noch am Leben hielt (Maradona: „Er hat uns ein zweites Leben geschenkt.“) und danach als „Heiliger Palermo“ (wieder Maradona) verehrt und gefeiert wird.

Funktionierende Mannschaft gesucht


Die wichtigste Aufgabe für Maradona ist eine Mannschaft zu formen, denn richtig gute Fußballspieler hatte er eine ganze Menge in seinen Reihen. Wenn ihm das gelingt, ist locker mehr drin als nur der (Goal.com-) Platz 7.

Eure Meinung: Wird Argentinien bei der Weltmeisterschaft 2010 für Furore sorgen?



 
Goal.com-Flutlicht
  1. Bensingers Bayern – Die FCB-Kolumne: Mit zwei Spitzen gegen dreckige Scheine? Bensingers Bayern – Die FCB-Kolumne: Mit zwei Spitzen gegen dreckige Scheine?

    KOLUMNE - Jede Woche gibt euch FCB-Reporter Maximilian Bensinger Einblick in sein Gefühlsleben. Was gibt es Neues an der Säbener Straße? Emotional und erschreckend subjektiv!

  2. Mit Giovinco, M'Vila & van der Wiel: Die EM-Stars, die in diesem Sommer wechseln könnten Mit Giovinco, M'Vila & van der Wiel: Die EM-Stars, die in diesem Sommer wechseln könnten

    Die EM bietet den teilnehmenden Akteuren die Möglichkeit, sich ins Schaufenster zu stellen, um sich für neue Klubs zu empfehlen - wir bieten einen Überblick der Wechselkandidaten.

  3. „Beckers Borussia“ - die Mönchengladbach-Kolumne: „Ersatzdroge“ Europameisterschaft „Beckers Borussia“ - die Mönchengladbach-Kolumne: „Ersatzdroge“ Europameisterschaft

    Wöchentlich nimmt Gregor Becker die Geschehnisse rund um Borussia Mönchengladbach aufs Korn. Was tut sich im Borussia-Park, wo zwickt es? Was läuft gut und was gibt es Neues?

  4. Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de! Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de!

    Ob Bundesliga, Fußball International oder EM 2012 - Tippe jetzt online gegen Freunde und Kollegen in deiner eigenen Tipprunde