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Der ehemalige Trainer der Squadra Azzurra glaubt, dass die Nationalmannschaft in Italien nicht so viel zähle wie die Klubs. In Deutschland sei das anders.

Rom. Der nach dem blamablen WM-Aus der italienischen Fußball-Nationalmannschaft zurückgetretene Trainer Cesare Prandelli ist der Ansicht, dass sich die Italiener Deutschland als Beispiel für den Neuaufbau der Squadra Azzurra nehmen sollten.

"In Deutschland haben sich alle in den Dienst der Nationalmannschaft gestellt", sagte Prandelli im Interview in der Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera. Er klagte, dass es in Italien an Interesse für das Nationalteam fehle, es würden lediglich die Klubs zählen.

"In den italienischen Klubmannschaften sind jedoch lediglich 38 Prozent der Spieler Italiener. Allein Juventus hat sechs ausländische Stammspieler", sagte der 56-jährige Prandelli, der nach seinem Rücktritt zu Galatasaray Istanbul in die Türkei gewechselt ist.

Prandelli-Projekt gescheitert

Prandelli übernahm die volle Verantwortung für das Scheitern der Italiener in Brasilien. "Mein Projekt hat nicht funktioniert. Wir dachten, auf eine gewisse Weise spielen zu können, aber es ist uns nicht gelungen. Wir dachten, Costa Rica in Schwierigkeiten zu bringen, und wir haben es nicht geschafft. Die Verantwortung dafür liegt allein bei mir", resümierte der Trainer.

Prandelli nahm zugleich Stürmer Mario Balotelli vom AC Mailand vor Kritik in Schutz. "Mario ist ein guter Junge, doch er lebt in seiner eigenen Dimension, die von der Realität weit entfernt ist. Mit 24 Jahren hat er jedoch die Möglichkeit, von dieser großen Erfahrung zu lernen", kommentierte Prandelli.

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