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Der Bundestrainer hat sich noch nicht zur Nachfolge seines scheidenden Assistenten geäußert. Wer immer es wird - seine Chancen auf eine Beförderung zum Chef stehen nicht schlecht.

Hansi Flick ist raus, sein Nachfolger noch offen. Der bisherige Assistenzcoach von Bundestrainer Joachim Löw übernimmt beim DFB zukünftig die Rolle als Sportdirektor und hinterlässt auf der Bank der deutschen Nationalmannschaft ein Vakuum - wer dieses füllen wird, ist zum jetzigen Stand völlig offen.

Löw hat sich zwar noch nicht zu seiner eigenen Zukunft geäußert, Wolfgang Niersbach aber geht fest davon aus, dass der Weltmeister-Trainer seinen bis 2016 laufenden Kontrakt erfüllen wird. "Wir haben nicht nur das Wort, wir haben den Vertrag", stellte der DFB-Präsident am Wochenende klar.

Bleibt die Frage nach seinem Co-Trainer. Zuletzt wurde der Name Thomas Tuchel gehandelt, der nach der letzten Saison seinen Job beim FSV Mainz 05 beendet hatte. Niersbach aber sprach Samstag im Aktuellen Sportstudio von der "Tendenz, dass jemand aus dem U-Trainer-Bereich genommen wird". Ohnehin scheint Tuchel kein Mann für die zweite Reihe zu sein. Wohl aber einer für die erste - und so könnte der Ex-Mainzer 2016 ins Spiel kommen, falls Löw nach der EM in Frankreich seinen Hut nimmt.

Wormuth und Löw mit gemeinsamer Vergangenheit

Vorerst aber ist eine Beförderung Frank Wormuths denkbar, der aktuell das U20-Team des DFB trainiert. Der 53-Jährige spielte nicht nur mit Löw zusammen beim SC Freiburg, er war auch bereits in der Saison 1998/99 bei Fenerbahce Istanbul als Assistent des jetzigen Bundestrainers tätig. Beide kennen sich gut, Wormuths Dienste werden beim DFB geschätzt. Der gebürtige Berliner füllt neben der Leitung der U20 auch die Rolle als Chefausbilder der deutschen Fußball-Trainer aus.

Allerdings könnte das auch ein Problem sein. Niersbach betonte, "dass Frank Wormuth eine unglaublich wichtige Arbeit in der Trainerausbildung macht. Das gehört ja auch zu der ganzen Entwicklung dazu. Wenn wir besser ausgebildete Trainer bekommen, können wir die früher in die Nachwuchsarbeit schicken." Soll heißen: Es wäre ein Verlust, wenn Wormuths Qualitäten in der Trainerausbildung nicht mehr genutzt werden können, weil dieser als Co-Trainer der A-Nationalmannschaft eingespannt ist.

Eine weitere Option wäre U19-Trainer Marcus Sorg. Der 48-Jährige wurde zwar einst nach nicht einmal einem halben Jahr als Trainer beim SC Freiburg entlassen, leistet beim DFB aber angesehene Arbeit. Bei der laufenden U19-EM gewann die deutsche Auswahl das Auftaktspiel gegen Bulgarien mit 3:0. Bereits im letzten Jahr kursierten Gerüchte, Sorg könne Nachfolge von Flick werden. Neben Sorg ist auch U17-Coach Christian Wück ein Kandidat für den vakanten Posten. Wück hatte während der WM in Brasilien die Gegner des deutschen Teams gescoutet.

Zwei Assistenten?

Am Ende könnte es aber auch eine Doppel-Lösung geben. "Vielleicht können es auch zwei sein", so Niersbach zur Suche nach dem Flick-Erben. Löw selbst scheint sich bislang noch gar nicht geäußert zu haben. Laut Niersbach werde der Bundestrainer "einen Vorschlag einbringen, intern sind bis jetzt keine Namen gefallen". Ein klärendes Gespräch mit Löw stehe aber unmittelbar bevor: "Wir wollen uns jetzt wahrscheinlich nächste Woche noch einmal in Ruhe zusammensetzen und die Planungen angehen, bevor er in den Urlaub geht."

Klar ist, dass der Job als Assistent auch ein Sprungbrett für höhere Aufgaben sein kann. Löw wurde als rechte Hand von Jürgen Klinsmann zum Cheftrainer befördert, genauso erging es Sepp Herberger, Helmut Schön, Jupp Derwall und Berti Vogts. Allzu viel Überzeugungsarbeit werden Niersbach und Löw in den Gesprächen mit potenziellen Kandidaten daher nicht leisten müssen.

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