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DFB-Präsident Niersbach verteidigt "Gaucho-Tanz"

Nach dem gewaltigen medialen Echo in den deutschen Medien nimmt nun DFB-Präsident Niersbach Stellung zu "Gaucho-Gate"

Frankfurt/Main. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat den umstrittenen "Gaucho-Tanz" einiger Weltmeister um WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose bei der Titelfeier am Dienstag in Berlin verteidigt. "Es tut uns leid, wenn dies bei einigen falsch und missverständlich rübergekommen ist", wurde Niersbach in einer Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Mittwoch zitiert.

Niersbach will Argentiniens Verbandschef Julio Grondona "einen Brief schreiben und nochmal deutlich machen, dass die Aktion in keinster Weise despektierlich gemeint war. Wir haben größten Respekt vor Argentinien, beste Beziehungen zum dortigen Verband und freuen uns auf das baldige Wiedersehen beim Länderspiel in Düsseldorf." Die Neuauflage des WM-Endspiels von Rio de Janeiro (1:0 n.V.) findet am 3. September statt.

"Aus Emotion und Freude entstanden"

Angeführt von Vorsänger Klose hatten Torhüter Roman Weidenfeller, Shkodran Mustafi, André Schürrle, Final-Torschütze Mario Götze und Toni Kroos bei der Siegerparty vor dem Brandenburger Tor einen beliebten Fangesang auf die unterlegenen Argentinier umgedichtet. In gebeugter Haltung sangen sie "So gehen die Gauchos", um später aufgerichtet hinzuzufügen: "So gehen die Deutschen".

Er wisse von Teammanager Oliver Bierhoff, "dass die Idee der Spieler spontan aus der Emotion und Freude heraus entstanden ist", sagte Niersbach: "Sie sind alle absolut anständige und faire Sportsleute, die sich über niemanden lustig machen, sondern einfach nur ausgelassen mit den Fans feiern wollten."

In Argentinien hatte die Szene geteiltes Echo hervorgerufen. Während einige Zeitungen Verständnis für den Überschwang der deutschen Spieler äußerten, schrieb etwa Diario Olé von einer "polemischen" Geste. "Sie schauen von oben herab und sehen sich als andere Rasse", hieß es dort. Spieler oder Verantwortliche hatten sich nicht kritisch geäußert.

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