thumbnail Hallo,

Reaktionen aus dem Ausland: "Super-Mario" beschenkt die "Teutonen"

Deutschland ist Weltmeister: So hat das Ausland auf den Gewinn des WM-Titels durch die deutsche Nationalmannschaft reagiert.

Lobeshymnen auf den neuen Weltmeister Deutschland, überschäumendes Lob für den Siegtorschützen Mario Götze, aber auch Respekt für die unterlegenen Argentinier - weltweit haben sich die Medien bei den Protagonisten vom Maracana für ein tolles Finale der 20. Fußball-Weltmeisterschaft bedankt.

"Die WM krönt den Besten", lobte die Sportzeitung Marca aus dem Land des entthronten Titelträgers Spanien die deutsche Mannschaft nach dem 1:0-Finalsieg nach Verlängerung über Argentinien. Das Konkurrenzblatt As stimmte anerkennend ein: "Der WM-Pokal bleibt in guten Händen." Le Monde aus Frankreich rückte dagegen die historische Komponente in der 84 Jahre währenden WM-Geschichte in den Vordergrund: "Deutschland ist die erste europäische Mannschaft, die den Weltpokal von südamerikanischem Boden entführt."

Seiner insgesamt eher dürftigen Turnierleistung zum Trotz, wurde Siegtorschütze Mario Götze stellvertretend für das gesamte deutsche Team hervorgehoben. Als "Goldjunge" wurde der Bayern-Spieler von der brasilianischen Zeitung Zero Hora gefeiert, die mit Blick auf den unterlegenen Erzrivalen Argentinien schadenfroh nachschob: "Deutschland erleichtert das Leiden Brasiliens, indem es einen argentinischen Sieg im Maracana verhindert." Überhaupt scheinen die Brasilianer den Deutschen die 1:7-Demontage aus dem Halbfinale verziehen zu haben. "Das Maracana ist deutsch", titelte etwa O Dia.

"Super-Mario zerstört Messis Traum"

Nicht ohne Pathos schrieb der sonst seriös-nüchterne Guardian aus England: "Super-Mario hilft Deutschland zum Triumph. Götzes Volley stellt Rio in eine Reihe mit Bern 1954, München 1974 und Rom 1990." The Independent befand prägnant: "Super-Mario zerstört Messis Traum." Und Marca befand in Anlehnung an den Finalsieg der Spanier vor vier Jahren nach Verlängerung mit Blick auf ihren damaligen Schützen des goldenen Tores: "Götze macht den Iniesta."

Angenehm neutral würdigte die französische Zeitung Le Figaro auch die Leistung der unterlegenen Argentinier: "Ein atemberaubendes und spannendes Spiel. Dieses 20. Finale war ein grandioses Spektakel zwischen zwei Mannschaften, die alles gegeben haben, um die Entscheidung zu erzwingen."

Bei allem Überschwang und Lob kam das Ausland im Zusammenhang mit der deutschen Nationalmannschaft allerdings nicht ohne das altbekannte martialische Vokabular aus. So sprach die argentinische Zeitung La Nación von der deutschen Mannschaft als "Henker" von Messi und Co. La Razón beglückwünschte "die Teutonen" zu ihren vierten Stern, während La Repubblica aus Italien den neuen Titelträger Deutschland ehrfürchtig als "Stahlmannschaft" pries, die "für den Sieg aufgebaut worden ist."

"Beste Mannschaft der WM holt Titel"

Beinahe etwas im Ton vergriffen hat sich Italiens Sportblatt Nummer eins Gazzetta dello Sport: "Deutschland über alles" heißt es da - in Anlehnung an die erste Strophe der deutschen Nationalhymne die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs aufgrund ihrer nationalsozialistischen Einfärbung offiziell verboten ist.

Immerhin wurden auch die spielerischen und taktischen Leistungen der DFB-Auswahl nicht vergessen. Tuttosport analysierte treffend: "Das Deutschland der Klasse und der Technik im Dienst der Organisation und der Geometrie siegt nach einem zähen Spiel. Am Schluss gewinnt die beste Mannschaft der WM den Titel."

Ungewohnt poetisch und interessiert gaben sich die Medien in den USA, wo der Soccer durch den starken Auftritt der eigenen Mannschaft bis zum knappen Ausscheiden im Achtelfinale einen nie da gewesenen Boom erlebte. So titelte die New York Times: "Deutschland beendet eine lange Wartezeit: 24 Jahre - und ein kleines bisschen extra."

Beinahe in der Manier des früheren englischen Nationalstürmers Gary Lineker befand der Nachrichtensender CNN auf seiner Webseite: "Glory for Germany! Wette nie gegen Deutschland. In einer Welt, in der sich alles so schnell ändert, ist es beruhigend zu wissen, dass eine Konstante immer bleibt. Die Nation, die Brasiliens Träume im Halbfinale in Fetzen gerissen hat, hat ihren vierten WM-Titel geholt."

Dazugehörig