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Die Neuauflage des Klassikers zwischen Deutschland und Argentinien ist perfekt. Dem 7:1-Spektakel folgte am Mittwoch allerdings ein zäher Abend samt Negativstatistiken.

Argentinien sorgt für die Neuauflage der WM-Endspiele von 1986 und 1990 - dank einer minimalistischen Leistung, einem im Elfmeterschießen heißlaufenden Sergio Romero und der Fortsetzung des niederländischen Phlegmas vom Punkt. Der 24. Spieltag der WM in Zahlen.

Pulver verschossen: Das 7:1 der deutschen Mannschaft gegen Gastgeber Brasilien in Belo Horizonte am Vortag hatte im gut 500 Kilometer entfernen Sao Paulo wohl bei dem einen oder anderen Fan die Hoffnung auf ein weiteres Schützenfest entfacht. Was folgte, ist mit dem Wort zahnlos noch nett umschrieben. So endete zum ersten Mal überhaupt ein Halbfinale einer Weltmeisterschaft nach 120 Minuten mit 0:0. Das einzige Halbfinale zuvor, das nach 90 Minuten torlos geblieben war, bestritten Deutschland und Italien 2006.

Voetbal light: Beide Seiten taten viel dafür, die Fußballfans nach dem Acht-Tore-Spektakel wieder auf den Boden zurückzuholen. Die Niederlande gaben nur sieben Schüsse ab - zuvor waren es stets mindestens zehn Abschlüsse gewesen. Arjen Robben, bislang überragender Oranje-Star, spielte nur einen einzigen Pass in der ersten Halbzeit und hatte lediglich sechs Ballkontakte - auch wenn er die Statistik im zweiten Durchgang deutlich aufbesserte (35 Pässe, 60 Ballkontakte).

Messis K.o.-Fluch: Sein Pendant bei der Albiceleste stand dem Münchner Flügelstürmer in nichts nach. Lionel Messi schaffte es, in 120 Minuten auf keinen einzigen Ballkontakt im gegnerischen Strafraum zu kommen. Zudem muss der vierfache Weltfußballer weiter auf ein Tor in der K.o.-Phase warten. Seine bisher bei Weltmeisterschaften erzielten fünf Treffer fielen allesamt in der Gruppenphase.

Spät warmgeschossen: Der Gang ins Elfmeterschießen war damit unvermeidlich, wo Sergio Romero über sich hinauswuchs und zu Argentiniens Tim Krul avancierte - und das sogar ohne Psychotricks. Der Keeper vom AS Monaco parierte die Elfmeter von Ron Vlaar und Wesley Sneijder und sorgte damit gleichzeitig noch für ein Bonmot für Statistikfreunde: Romero hielt im Elfmeterschießen mehr Schüsse (2) als in den 120 Minuten zuvor (1).

Elfer raus: Für die Elftal war der Viertelfinalsieg über Costa Rica (4:3 n.E.) also nur ein Ausreißer in Sachen Killerqualitäten vom Elfmeterpunkt. Gegen Argentinien zog Oranje zum nun schon insgesamt fünften Mal in einem Elfmeterschießen bei Welt- und Europameisterschaften den Kürzeren. Bei der EM 1992 im Halbfinale gegen Dänemark, bei der EM 1996 im Viertelfinale gegen Frankreich, bei der WM 1998 im Halbfinale gegen Brasilien, bei der EM 2000 im Halbfinale gegen Italien - immer war Endstation.

Triumph der Minimalisten: Die Argentinier indes stehen, trotz teils mäßiger Leistungen, nicht zu Unrecht im Endspiel bei der WM im Land des größten Rivalen Brasilien. Nur zwei Tore in 330 Minuten in der K.o.-Phase reichten zum Finaleinzug. Schlüssel dafür: Die äußerst stabile Defensive. Im gesamten Turnierverlauf geriet Argentinien nicht einmal in Rückstand. Der Lohn: Das insgesamt fünfte WM-Finale, das erste seit 24 Jahren und das dritte gegen Deutschland (1986, 1990).

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