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Hungerlohn und Akkordarbeit: Der internationale Gewerkschaftsbund prangert die Verhältnisse in Katar an. Beim Bau der WM-Stadien würden zahlreiche Arbeiter ihr Leben lassen.

Brüssel. Der internationale Gewerkschaftsbund (Ituc) hat massive Vorwürfe gegen die Arbeitsbedingungen in Katar erhoben. Im WM-Gastgeberland von 2022 würden die am Ausbau der Infrastruktur beschäftigten Arbeiter wie „Sklaven“ behandelt. Die desaströsen Verhältnisse könnten der Organisation zufolge sogar zu zahlreichen Todesfällen führen.

„Katar ist ein Sklavenhändler-Staat. Um die Infrastruktur zu bauen, werden wahrscheinlich mehr Arbeiter sterben als die 736 Fußballer, die bei der WM auf dem Rasen stehen“, wird Ituc-Generalsekretärin Shannon Burrow zitiert. Die vorwiegend aus dem Ausland nach Katar beorderten Arbeiter würden mit einem Hungerlohn von 78 Cent pro Stunde abgespeist, zudem müssten sie ihn beengten, unklimatisierten Unterkünften bei 50 Grad Außentemperatur hausen.

Noonan: „Es geht hier um Leben und Tod

Auch eine Abreise der zum Stadionbau eingesetzten Kräfte sei nicht möglich, da viele Arbeitgeber die Pässe der Angestellten unter Verschluss halten sollen. Die Ituc forderte die WM-Organisatoren nun auf, bis zum 31. März neue Regelungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen ins Leben zu rufen. Zudem soll vom Weltverband FIFA auch verlangt worden sein, die Vergabe an Katar rückgängig zu machen und das Turnier neu auszuschreiben.

Gegenüber der Bild bekräftigte Ituc-Kommunikationsdirektor Tim Noonan: „Trotz aller Versprechungen hat sich Katar nicht bewegt. Wir werden in den nächsten Wochen eine weltweite Kampagne starten, um Druck auf die FIFA auszuüben. Sowohl über die nationalen Fußballverbände als auch direkt auf die FIFA-Zentrale in Zürich. Es geht hier um Leben und Tod für viele Menschen.“

Für das Turnier sollen in Katar bis 2022 insgesamt neun Stadien errichtet werden, zudem ist für drei weitere Spielstätten eine Erweiterung auf WM-Standards vorgesehen. Neben den Arbeitsbedingungen hatten bereits der klimatisch ungünstige Austragungszeitpunkt im Sommer und Korruptionsvorwürfe im Hinblick auf die Vergabe des Turniers für Negativschlagzeilen gesorgt.

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