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FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hält sich mit Aussagen über eine Verlegung der WM 2022 in Katar vom Sommer in den Winter zurück. Fürchtet er möglicherweise eine Klage?

Zürich. Die höchst umstrittene Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar könnte juristische Konsequenzen nach sich ziehen - sollte das Emirat tatsächlich eine Verlegung vom Sommer in den Winter beantragen. Zur Frage nach einer möglichen Klage einer der WM-Mitbewerber Katars, USA, Südkorea, Japan oder Australien, sagte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter im Bild-Interview: „Dann könnte das FIFA-Exekutiv-Komitee ein Problem haben, aber wir halten uns an die Fakten.“

Eine Verlegung der WM-Endrunde 2022 in den Winter würde die Voraussetzungen der Vergabe vor knapp 28 Monaten in Zürich infrage stellen. So hält sich der 77-jährige Schweizer Blatter mit seinen Aussagen zu einer möglichen Verlegung der WM-Endrunde in neun Jahren aus klimatischen Gründen zurück: „Wenn Katar mit einer solchen Anfrage kommt, dann wird das FIFA-Exekutiv-Komitee darüber beraten. Bisher ist eine Terminänderung jedoch nur Vermutung. Für uns als FIFA-Exekutive - und da bin ich ja der Chef - steht die WM in Katar immer noch im Juni/Juli.“

Klagen gegen Katar 2022?

Angeblich sollen die USA an eine Klage denken, möglicherweise mit dem Hintergedanken, eine Neuvergabe der WM 2022 zu erreichen. Aber auch in Australien sind die Verantwortlichen immer noch sehr verstimmt über die Art und Weise wie es zur Doppelvergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 gekommen war. Russland hatte den Zuschlag für 2018 erhalten. Zahlreiche Korruptionsvorwürfe hatte es schon vor dem Entscheid des FIFA-Exekutiv-Komitees gegeben. Offenbar war es auch zu Stimmendeals bei den WM-Vergaben unter Exko-Mitgliedern gekommen.

Katar erhielt am 2. Dezember 2010 bei der Abstimmung in Zürich im vierten Wahlgang den Zuschlag. Mit 14:8 Stimmen setzte sich das Emirat am Persischen Golf gegen die USA durch. Für Katar stimmte unter anderem UEFA-Präsident Michel Platini. Australien schied in der ersten Wahlrunde aus, im zweiten Urnengang traf es Japan. Südkorea musste bei der dritten Abstimmung die Segel streichen.

Katar hatte am vergangenen Freitag erstmals Signale für eine Verlegung in den Winter gesandt. „Viele Faktoren sprechen dafür, die WM im Winter auszutragen. Wir sind bereit, das WM-Turnier im Sommer oder im Winter auszurichten. Unsere Planung wird das nicht beeinträchtigen“, hatte das lokale Organisationskomitee mitgeteilt.

Spieler gegen Sommer-WM in Katar

Spieler und Funktionäre aus aller Welt hatten sich zuletzt dafür ausgesprochen, in dem Emirat aufgrund akuter Gesundheitsgefährdung nicht im brütend heißen Sommer zu spielen. Vor allem Platini setzte sich zuletzt vehement für eine Verlegung in den Winter ein. Bisher planen die Organisatoren, die Stadien während der WM herunterzukühlen, um die Temperatur erträglich zu halten. Im Sommer sind Temperaturen an die 50 Grad Celsius in Katar an der Tagesordnung.

Im Bild-Interview sprach sich Blatter außerdem gegen eine Alters- und Laufzeitbegrenzung im FIFA-Exko aus. „Der Mensch soll anhand seines Wissen, seiner geistigen und körperlichen Verfassung Aufgaben annehmen können bis zu seinem Tode. Das ist meine Ansicht“, betonte Blatter.

Ob sich der Eidgenosse, der seit 1998 der FIFA vorsteht, für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stellt, ließ er erneut offen. Auf die Frage, ob es 2015 zu einer Kampfabstimmung mit UEFA-Chef Platini, seinem einstigen „Ziehsohn“ kommen könnte, sagte Blatter: „Das glaube ich nicht. Im kommenden Jahr nach der WM werde ich eine Entscheidung treffen, ob ich kandidiere.“

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