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Platini lehnt die Torlinientechnik ab und erntet dafür Kritik von Blatter. Nun erklärte Platini seine Haltung und zugleich, warum Rummenigge kein Kandidat für seine Nachfolge sei.

Nyon. UEFA-Präsident Michel Platini steht der Austragung der WM 2022 in Katar in den Sommermonaten kritisch gegenüber. Gleichzeitig verteidigt der Franzose die gesamteuropäische EM 2020.

Obwohl er bei der Vergabe im Dezember 2010 selbst für Katar gestimmt hatte, lehnt Platini eine Austragung der dortigen Weltmeisterschaft im Sommer ab. „Im Sommer, bei 50 Grad, kann man in Katar unmöglich Fußball spielen“, sagte der UEFA-Präsident dem Kicker. Stattdessen solle der Wettbewerb in den Winter verlegt werden.

Platini verteidigte auch die Austragung der EM 2020 in mehreren Ländern über den Kontinent verteilt: „Der Name Europameisterschaft passt besser denn je, da die EURO zum ersten Mal in ganz Europa stattfinden wird.“ FIFA-Präsident Sepp Blatter hatte den Beschluss der UEFA-Exekutive zuletzt kritisiert.

Gutes Verhältnis zu Blatter

„Wir haben ein gutes Verhältnis zueinander, auch wenn wir uns natürlich nicht immer in allen Dingen einig sind. Für mich zählen einzig das Wohl und die Entwicklung des Fußballs in Europa und auf der ganzen Welt“, beschrieb der ehemalige französische Nationalspieler sein Verhältnis zu Blatter und betonte, dass „intensive Gespräche zwischen allen Akteuren stattfanden und sich am Ende 52 der 53 Verbandspräsidenten mit Begeisterung für das neue, von vielen als innovativ und visionär erachtete Konzept der ersten gemeinsamen EURO ausgesprochen haben."

UEFA blockiert Reformen nicht

Daneben wehrte sich Platini gegen Vorwürfe, sein Verband würde die Reformen der FIFA blockieren: „Es ist lächerlich, den europäischen Verbänden Konservatismus vorzuwerfen, da sie selbst diesen Reformprozess wollten und zudem noch zahlreiche zusätzliche Reformvorschläge gemacht haben. Diese betreffen zum Beispiel den Ausschluss wegen Korruption vorbestrafter Kandidaten von FIFA-Wahlen oder die verbesserte Kontrolle und Transparenz der Zahlungsflüsse.“

Die UEFA unterstütze diese Vorschläge nicht nur vorbehaltlos, sondern würde auch selbst Sorge dafür tragen, dass umstrittene Änderungen, „wie zum Beispiel die Integritätsprüfung, die Altersgrenze für alle und die Begrenzung der Amtsdauer des Präsidenten“, auf dem FIFA-Kongress in Mauritius vorgelegt werden.

Platini wehrt sich gegen Blatter-Kritik

Auch zur Torlinientechnologie äußerte sich Platini. FIFA-Präsident Blatter stellte die ablehnende Haltung Platinis in der Diskussion um technische Hilfsmittel in Frage - das kann der ehemalige Trainer der französischen Nationalmannschaft nicht nachvollziehen.

„Ich habe meine Leute gefragt, was die Einführung der Torlinientechnik kosten würde. Das wären 50 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren“, rechtfertigte sich Platini. „Wenn wir uns zum Beispiel dafür in der Europa League entscheiden, muss sie für den gesamten Wettbewerb gelten. Dann brauchen wir das in jedem Stadion - das wird zu teuer. Völlig unmöglich. Ich bin total gegen die Technik.“

Wenn man die Technik zulasse, dann sei das „der Anfang von sehr vielen Problemen. Wenn du mehr Augen einsetzt, ist das besser", will der UEFA-Chef weiter an den Torrichtern festhalten.

Kandidiert Platini für Blatter-Nachfolge?

Nachdem sich Blatter 2015 voraussichtlich zurückziehen wird, gilt Platini als heißester Anwärter auf das Amt des FIFA-Präsidenten. Er selbst ließ aber offen, ob er auch kandidieren wird: „Ich denke schon lange nach, denn jeder fragt mich danach. Präsident Blatter hat ja schon angekündigt, dass er gehen wird. Also wird das Amt frei sein - für wen, das werden wir sehen.“

Falls es so kommen sollte, wird der Präsidenten-Posten auch bei der UEFA frei. Immer wieder wird dafür der Name Karl-Heinz Rummenigge gehandelt. Doch Platini dementiert. „Unmöglich“, sagte er und erklärte: „Es geht hier nicht um ihn als Persönlichkeit. Es liegt einfach nicht auf seinem Karriereweg. Ich arbeite seit 1998 in der UEFA und der FIFA. Sein Weg ist das nicht. Ich glaube auch, dass er kein Interesse daran hat.“

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