thumbnail Hallo,

Sepp Blatter ließ Spekulationen hinsichtlich der WM 2006 aufkommen, doch der DFB wies die Korruptionsvorwürfe nun vehement zurück.

Zürich. In der diesjährigen Sommerpause sind die Bestechungsvorwürfe gegen die FIFA in aller Munde. Besonders der umstrittene FIFA-Präsident Sepp Blatter ist massiv in den Fokus der Kritik geraten. Vor allem DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und DFL-Chef Reinhard Rauball fordern vehement den Rücktritt des Schweizers, der nun zum Gegenschlag ausholt. Der DFB wies die Anschuldigungen nun zurück.

War die WM 2006 in Deutschland gekauft?

Der Schweizer stellt im Interview mit dem Schweizer SonntagsBlick einen Zusammenhang zwischen einer möglichen Bestechung und der WM 2006 dar. So erklärt er: „Gekaufte WM... Da erinnere ich mich an die WM-Vergabe für 2006, wo im letzten Moment jemand den Raum verließ. Und man so statt zehn zu zehn bei der Abstimmung ein zehn zu neun für Deutschland hatte. Ich bin froh, dass ich keinen Stichentscheid fällen musste. Es steht plötzlich einer auf und geht. Vielleicht war ich da auch zu gutmütig und zu naiv."

Blatter als Südafrika-Befürworter

Die Spekulationen um eine möglicherweise gekaufte WM befeuert er mit den Worten: „Nein, ich vermute nichts. Ich stelle fest.“ Im Jahr 2000 gab es in Zürich eine Art Kampfabstimmung im 24-köpfigen Exekutivkomitee der FIFA. Deutschland konnte hauchdünn mit 12:11 Stimmen die Vergabe der WM 2006 für sich entscheiden. Blatter, der sich klar auf die Seite von Südafrika gestellt hat, hätte bei Gleichheit der Stimmen entscheiden müssen. Letztlich gab aber die Enthaltung von Ozeanien-Vertreter Charlie Dempsey den Ausschlag für Deutschland.

Blatters Aufregung über Egidius Braun

Auch erklärte er der Schweizer Zeitung, dass ihn die eindeutigen Vorwürfe durch den ehemaligen DFB-Präsidenten Egidius Braun gewaltig gestört haben. Blatter teilt mit: „Ich gewann mit 111 Stimmen. Der DFB-Präsident Egidius Braun sagte danach in einem Fernsehinterview: 'Gestern hatten wir die 111 Stimmen, heute hat sie Blatter. Er hat sie sich gestern im Hotel gekauft.' Diese haltlosen Vorwürfe habe ich nie mehr weggebracht“, so der mächtigste Mann im Weltfußball.

Rauballs Forderung nach Blatters Rücktritt

Auch die Rücktrittsforderung von Liga-Präsident Rauball hat er nicht so einfach verkraften können: „Dass man mich weghaben will, ist nichts Neues. Je nachdem, wie die Stimmung gerade ist. Manchmal fordern das die britischen Medien, dann mal die amerikanischen, dann mal die deutschen. Was stimmt: Rauball hat mich am Freitag angerufen und mir gesagt, ich solle zurücktreten. Ich sagte ihm, das sei nicht so einfach, wie er sich das vorstelle. Schließlich bin ich vom Kongress gewählt."

FIFA will nur ablenken

Der DFB wehrt sich deutlich gegen die schweren Vorwürfe durch den FIFA-Boss. So erklärte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock am heutigen Sonntag:  „Diese nebulösen Andeutungen sind völlig haltlos und scheinen vor allem den Zweck zu haben, von den aktuellen und aktenkundigen Vorgängen ablenken zu wollen."

Beckenbauer ohne Verständnis für Blatter

Der damalige OK-WM-Chef Franz Beckenbauer zeigt in der Bild überhaupt kein Verständnis für die Aussagen vom Schweizer: „Ich kann die Äußerungen und Andeutungen von Sepp Blatter nicht nachvollziehen. Er irrt ja schon beim Ergebnis. Es war 12:11 für uns, nicht 10:9. Entscheidend war, dass die acht Europäer geschlossen für uns gestimmt haben."

EURE MEINUNG: Wie bewertet Ihr die Vorwürfe von Sepp Blatter?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig